Alpenplan als "bayerisches Vorzeigeprojekt"

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Die geplante Skischaukel am Riedberger Horn erhitzt weiter die Gemüter.

Balderschwang – Für den umstittenen Bau der Skischaukel am Riedberger Horn soll der Alpenplan geändert werden. Natur- und Umweltschutzverbände sprachen sich bei einer Anhörung vergangene Woche im Bayerischen Landtag vehement für die Beibehaltung des bestehenden Planes aus.

Die geplante Änderung des Alpenplanes war Thema sowohl im Wirtschafts- als auch im Umweltausschuss des bayerischen Landtags. Bei der Anhörung der Sachverständigen betonten mehrere Experten unter anderem von Landesbund für Vogelschutz LBV, Bund Naturschutz BN und dem Deutschen Alpenverein DAV besonders die Bedeutung des Alpenplanes als international anerkanntes Planungsinstrument. Der Alpenplan schaffe in einzigartiger Weise langfristige, verbindliche Regeln für eine nachhaltige Nutzung des bayerischen Alpenraums. Verschiedene Nutzungsansprüche von Tourismus, Naturschutz, kultureller sowie wirtschaftlicher Entwicklung werden dabei mit einbezogen. Sie machen den Alpenplan zu einem bayerischen Vorzeigeobjekt.

Bei der Anhörung sprachen sich Vertreter aus Naturschutz und Landschaftsplanung vehement für einen unveränderten Erhalt des Alpenplanes mit seiner jetzigen Zonierung aus. Der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer, der ebenfalls als geladener Experte sprach, ist überzeugt: „Der Alpenplan ist das Grundgesetz der Raumordnung und auch des Naturschutzes in den Alpen. Ein Grundgesetzt darf nicht leichtfertig geändert werden, um Einzelinteressen zu befriedigen.“

Immer noch läuft der Entscheidungsprozess um eine mögliche Änderung der Schutzzonen am Riedberger Horn. Auslöser ist der geplante Bau einer Verbindungsbahn und Piste zwischen den kleinen Skigebieten Grasgehren und Balderschwang. Um dies zu ermöglichen, wollen Befürworter des umstrittenen Projektes eine Änderung des Alpenplanes erreichen. Dieser ordnet den bayerischen Alpenraum seit nunmehr 45 Jahren in drei Zonen unterschiedlicher Erschließbarkeit. In der strengsten Schutzzone C, unter die auch das Ried­berger Horn fällt, ist jegliche Erschließung mit Ausnahme von Alp- und Forstwegen untersagt.

Der Wirtschaftsausschuss diskutierte erneut die Änderung des Landesentwicklungsprogrammes (LEP), das den Alpenplan beinhaltet. Zugleich fand im Umweltausschuss eine Anhörung zum Thema „Erhaltung und Weiterentwicklung des Alpenplans zum Schutz der bayerischen Alpen und als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung“ statt.

lbv

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