Offener Brief an Ministerpräsident Markus Söder

Kritische Töne: Blasmusiker beklagen Ungleichbehandlung

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Derzeit haben Musikkapellen schlechte Karten: Auftritte sind so gut wie nicht möglich.

Allgäu – In einem „offenen Brief“ an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beklagen die Verantwortlichen im Bayerischen Blasmusikverband und des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes ASM den aktuellen „Umgang“ mit Musikgruppen, Chören oder Blasmusikvereinen vor dem Hintergrund der Pandemie-Beschränkungen. In der Praxis sei ein „unbefriedigender Fleckerlteppich“ zu beobachten, der alle Betroffenen verunsichere. Während Sport im Freien wieder möglich sei, würden etwa Standkonzerte untersagt. Bislang liegt dem ASM keine Antwort vor.

„Die Entscheidung in der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, Einzelunterricht wieder zu ermöglichen, hat in Kombination mit der festgelegten Schließung der Vereinsräume zu einem mehr als unbefriedigenden Fleckerlteppich geführt“, heißt es in dem Brief der ASM-Spitze. Manche Landratsämter erlaubten Einzelunterricht in Vereinsräumen, andere Landkreise wiederum hielten sich strikt an die Vorgaben und würden den Vereinen den Einzelunterricht verbieten. „Hier braucht es eilig eine Klarstellung, die es auch den Blasmusikvereinen ermöglicht den Einzelunterricht flächendeckend aufzunehmen.“

In dem Brief an Ministerpräsident Söder heißt es weiter: „Die Unzufriedenheit in den Vereinen steigt massiv. Und es ist zunehmend schwerer zu erklären, warum ein Fußballtraining unter freiem Himmel stattfinden darf, aber fünf Musiker nicht miteinander spielen dürfen – mit entsprechenden Abständen versteht sich.“

Weiter bitten die Unterzeichner des Schreibens, weitere Erleichterungen zu ermöglichen, die angesichts der Corona-Pandemie verantwortbar seien. Nachdem Sport im Freien wieder möglich sei, sollten zum Beispiel Blaskapellen und Chören Standkonzerte im Freien – unter Wahrung des Sicherheitsabstands – erlaubt werden. Dies wäre nicht nur „ein wichtiges Zeichen in Richtung der Vereine“, sondern auch eine gute Möglichkeit den Freistaat Bayern wieder mit Livemusik zu versorgen.

„Aktuell wird dies in manchen Landkreisen bereits erlaubt, in anderen jedoch nicht. Von Verwaltungsbehörde zu Verwaltungsbehörde wird dies unterschiedlich gehandhabt. Hier wäre eine Vereinheitlichung dringend angezeigt“, betonen Joachim Graf, der Geschäftsführer des Allgäu-Schwäbischer Musikbundes, und weitere Unterzeichner des Briefes.

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