"Wasser marsch!" in Weiler

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Auf der Großbaustelle in Fischen-Weiler geht es richtig rund: Ende Juli muss alles stehen für die „Umbettung“ der Weiler Ach.

Hand in Hand laufen die Bauarbeiten bei Fischen-Weiler. Auf der „Großbaustelle“ an der B 19 werden zur Zeit drei neue Brücken gebaut; bereits vor zwei Jahren wurde eine vierte Brücke im Zuge der Gemeindestraße fertiggestellt.

Unterm Strich also vier „Durchlässe“ – drei für Straßen, einer für die Weiler Ach. Beteiligt sind das Staatliche Bauamt Kempten für den Straßen- und Brückenbau, sowie das Wasserwirtschaftsamt Kempten, das für den Hochwasserschutz zuständig ist. Wie bereits berichtet, wird der Wildbach Weiler Ach auf einer Strecke von mehreren hundert Metern in ein neues Bett verlegt. Ende Juli soll es soweit sein.

„Das schaffen wir“, meint Karl Schindele, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten. Die Bauarbeiten sowohl an der neuen Ach-Brücke als auch an den Deichen laufen auf Hochtouren. Nachtschichten werde es wohl nicht brauchen, damit Ende Juli alles steht und die Weiler Ach umziehen kann. Ein bisschen mehr Wasser als derzeit wäre dann schon „ganz nett“, sagt Schindele mit Blick auf das Rinnsal im neuen Bett. Die Weiler Ach sei nun einmal Wildbach und die Wasserführung könne sich binnen Stunden fast schlagartig ändern. Zwar sei der Hochwasserschutz hier nicht vorrangig eingeplant gewesen, doch angesichts der notwendigen Brückenneubauten habe sich die Koordination und Kooperation mit dem Straßenbau geradezu aufgedrängt. „Es wäre ja unsinnig, in wenigen Jahren hier erneut eine größere Baustelle aufzutun“, betont Schindele. „Viele Vorteile für alle Beteiligten Dank Büdelung der Baumaßnahmen“, ergänzt David Kempter, Leiter der Abteilung Neubau am WWA Kempten.

Die alten Deiche waren längst sanierungsbedürftig, der Durchlass unter der B 19 viel zu knapp bemessen. Aufgrund von EU-Richtlinien mussten die Deiche sowohl erhöht, als auch verstärkte und befahrbar gemacht werden. Um die kritischen Stellen – zwei 90-Grad-Kurven – im Bachverlauf zu entschärfen, wurde das Bett der Weiler Ach begradigt und verlegt.

„Wir sind ja sonst nicht für Begradigungen beim Gewäserausbau“, betont Karl Schindele, „doch hier ließ es sich nicht vermeiden.“ Nach der Aufweitung und Tieferlegung des Bachbettes kann die Ach jetzt mehr Wasser aufnehmen, und auch die Brücke im Zuge der B 19 kann mehr „schlucken“, ohne dass es zu gefährlichen Rückstaueffekten und Geschiebeablagerungen in den Kurven kommt. Durch die Tieferlegung konnte zudem verhindert werden, dass die Bundesstraße um fast zwei Meter hätte angehoben werden müssen; jetzt reichen 60 Zentimeter, um entsprechend Raum zu gewinnen.

Der Gewässerausbau erfolgte soweit möglich naturnah, sprich: große Flussbausteine werden in der Damminnenseite verbaut und bilden eine abwechslungsreiche Böschung, wo zum Beispiel Eidechsen und andere Kleinlebenwesen ein neues „Zuhause“ finden. An einigen Stellen wurden im Bachbett spezielle Vertiefungen geschaffen, wo Fische auch bei Niedrigwasser überleben können, und die großen Steinblöcke sorgen auch für vielfältige Strömungsvarianten in der Ach.

Jeweils rund 5 Millionen Euro kosten die Arbeiten für den Wasserbau zum Hochwasserschutz und für den Straßenbau.

gts

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