Startschuss für eine »clevere Idee«

Baubeginn für das SWW-Projekt »Goethe+« in Sonthofen

Goethe Plus
+
Aus cleveren Ideen wird Großes entstehen, betonen SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser (von links), Landrätin Indra Baier-Müller und Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm beim Auftakt für das ehrgeizige Projekt Goethe+.
  • VonJosef Gutsmiedl
    schließen

Sonthofen – Neben Busbahnhof, Bahnhofvorplatz, Heimathaus ist auch das jetzt beginnende Projekt „Goethe+“ ein wesentlicher Schauplatz der aktuellen Neu- und Umgestaltung in der Stadt Sonthofen.

Begonnen haben die Arbeiten für das Wohnbauprojekt Goethe+ des Sozial-Wirtschaftswerkes Oberallgäu SWW schon vor einigen Monaten, als im Februar mehr der Baumbestand ausgedünnt wurde, um Platz für die „Neuerungen” zu schaffen. Jetzt wurde der Spatenstich gefeiert: Es geht los mit dem ersten Bauabschnitt und dem Neubau von insgesamt 66 Wohneinheiten in fünf Gebäuden auf einer bisherigen Freifläche an der B 308. In nächsten Bauabschnitten entstehen weitere Wohnhäuser mit insgesamt rund 100 weiteren Wohnungen. Der Altbestand wird saniert.

Spartenstich für etwas Großes

Anerkennende Worten und Lob für das Wohnbauprojekt des SWW “Goethe+” gab es bei dem symbolischen Startschuss reichlich. Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm spricht von einem „kleinen Spatenstich für etwas sehr Großes” und von „Lebensraum für 300 Menschen”. Wohnen heiße längst nicht nur, ein Dach über dem Kopf zu haben, sondern beinhalte mehr – „zu leben in Selbständigkeit, in Gemeinschaft, Raum, Schönes zu erleben”. Um den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden, brauche es „clevere Ideen”, bringt der Bürgermeister seine Begeisterung auf den Punkt.

Die Goethestraße umzugestalten in Goethe+ sei solch eine clevere Idee. Zudem sei diese vom SWW umgesetzte clevere Idee zukunftsfähig, so Wilhelm weiter. Klimaschutz, Mobilität, Wohnen in unterschiedlichen Lebensphasen – das alles werde beim “Umbau” des Goethe-Quartiers aufgegriffen und im Konzept umgesetzt. Deshalb stehe der Sonthofer Stadtrat zu 100 Prozent hinter dieser Quartiersentwicklung, betont Bürgermeister Wilhelm.

SWW auf zukunftsweisendem Weg

Die Schaffung von Wohnraums sieht auch SWW-Aufsichtsratsvorsitzende Landrätin Indra Baier-Müller als „eine der wichtigsten sozialpolitischen Zielsetzung, insbesondere die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen”. Schon deshalb komme dem SWW-Projekt große Bedeutung zu. Doch das SWW packe nicht nur ein reines Bauprojekt an. So werde durch den Bau einer großen Tiefgarage zum Beispiel wertvoller Platz für die Menschen frei, für Wohnraum, für Grünanlagen. „Das SWW ist hier sicher auf einem zukunftsweisenden Weg”, findet die Landrätin weiter. „Gerade auch in einem städtischen Umfeld und im Zusammenhang mit einem Wohnquartier.” Das SWW gehe vorbildlich voran.

Im ersten Bauabschnitt investiert das SWW knapp 25 Millionen Euro für fünf Wohnhäuser an der B 308 und eine neue Tiefgarage. Das „lange Haus” an der Bundesstraße gliedert sich in fünf Abschnitte und wirkt zugleich als eine Art Lärmschutz für das Quartier. „Ein besonderes Haus”, so Architekt Martin Wolf, von der wolf.sedat architekten PartGmbB, die den 2019 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb mit zwei weiteren Architekturbüros gewann. Den vorgeschriebenen Mindestabstand von 20 Metern zur Straße konnte man mit dem Staatlichen Bauamt auf 15 Meter „runterhandeln”. „Ein eigentlich unbebaubares Grundstück wurde zu Baugrund gemacht”, so der Architekt über dren „Türöffner“. „Ein Bauwerk mit Mehrwert”, umschreibt Wolf den Schallschutzaspekt, der letztlich zu einer Wertsteigerung für das gesamte Areal führen werde.

Ergänzung statt Verdichtung

SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser erinnert an die soziale Verpflichtung des Sozial-Wirtschaftswerkes: Die Mietpreise orientierten sich im Rahmen der Einkommensorientierten Förderung am Einkommen der Mieterinnen und Mieter und liegen zwischen 7 Euro pro Quadratmeter und 9 Euro. Kaiser: „Also für einen Neubau mit einem Top-Energiestandard KfW40 und barrierefrei wirklich mehr als bezahlbar.”

Auch im Quartier selbst wird sich einiges ändern. Martin Kaiser will nicht von „Verdichtung” sprechen, er nenne es lieber „Ergänzung”. Die großzügigen Grünflächen werden nicht ganz verschwinden, wenn in den nächsten Jahren weitere Wohnhäuser dazukommen. Vielmehr soll das gesamte Areal ein „großer Garten” werden. Die alten Wohnhäuser aus den 1950er und 1960er Jahren werden grundlegend saniert und modernisiert. Und nahzu alle Autos werden in der neuen Tiefgarage Platz finden.

Goethestraße 24 wird abgerissen

„Billig bauen geht nicht mehr”, bringt Geschäftsführer Kaiser das Konzept auf den Punkt. Insgesamt geht das SWW von Kosten in Höhe von rund 66 Millionen Euro für das Gesamtprojekt Goethe+ aus. Auf Abschnitt 1 soll in zwei Jahren der zweite Bauabschnitt (21 Millionen) und ab 2024 Bauabschnitt 3 mit weiteren 12,5 Millionen Euro für vier neue Wohngebäude folgen. Dazu kommen rund 5 Millionen Euro für die verbesserte Infrastruktur und 3 Millionen Euro für diverse Interimsmaßnahmen während der Bauphase der Quartiersentwicklung.

Für die bisherigen Bewohner des Hauses Goethestraße 24 bedeutet Goethe+ erst einmal ein Umzug. Das Haus ist nicht mit vertretbarem Aufwand zu sanieren und wird abgerissen, da es zudem im Verlauf der zukünftigen Zufahrt zur Tiefgarage steht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bester Abi-Jahrgang: Stimmungsvolle Abschlussfeier des Gymnasiums Immenstadt
Sonthofen
Bester Abi-Jahrgang: Stimmungsvolle Abschlussfeier des Gymnasiums Immenstadt
Bester Abi-Jahrgang: Stimmungsvolle Abschlussfeier des Gymnasiums Immenstadt
Corona News Oberallgäu: Bayern erweitert Motivations-Kampagne für Corona-Impfungen
Sonthofen
Corona News Oberallgäu: Bayern erweitert Motivations-Kampagne für Corona-Impfungen
Corona News Oberallgäu: Bayern erweitert Motivations-Kampagne für Corona-Impfungen
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Sonthofen
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Klare Spielregeln in den Bergen
Sonthofen
Klare Spielregeln in den Bergen
Klare Spielregeln in den Bergen

Kommentare