Bauern fordern langfristige Sicherheit

Allgäu / Oberbayern – Das hatte Krün noch nicht erlebt, dass am frühen Morgen ca. 500 Traktoren – vom Allgäu bis Rosenheim – durch das beschauliche Dorf rollten und Teile der Hauptstraße „besetzten“. Wie zum Kampf gerüstet, stand Bulldog neben Bulldog, während ihre Fahrer und viele hundert Bergbauern vor dem Kurhaus für einen „fairen Milchpreis“ und „Unterstützung für die Leistung der Bergbauern“ demonstrierten.

Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Balthasar Brandhofer, stand hoch auf einem Traktoranhänger und hielt einen flammenden Appell auf die Bergbauern, ihre schwierigen Arbeitsbedingungen und die kargen Zuschüsse. Transparente wie „Des Bauern Tod ist des Volkes Not“ und ein Sarg mit der Aufschrift „Märkte gestalten statt Krisen verwalten“ unterstrichen die Forderungen. Ebenso gaben viele Allgäuer Bauern, die mit einem Wagen voller Kuhglocken und Schellen nach Krün gekommen waren, eine laute Zustimmung zu den Protestrufen. Währenddessen saßen im großen Saal des Kurhauses 240 Konferenzteilnehmer aus ganz Europa und hörten die Referate der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, der EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung , Mariann Fischer Boel und des Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner. Die Themen lauteten „Bergbauernpolitik ist Gesellschaftspolitik“ und „Brauchen wir eine eigenständige Bergbauernpolitik nach 2013?“ Auf der Pressekonferenz erklärte Staatsminster Brunner die nächstmöglichen Schritte. Eine Erhöhung der Ausgleichszulage für Almflächen von 200 auf 250 Euro, sowie 300000 Euro im Doppelhaushalt pro Jahr für zweckmäßige Investitionen im Kulturlandschaftsprogramm. Auf- stockung für Schwendarbeiten um 33 Prozent; die Weidezeit soll von drei Monaten auf vier erhöht werden und die Bagatellgrenze von 20000 auf 5000 Euro abgesenkt werden. Für Spezialgeräte können Bergbauern künftig mit staatlicher Unterstützung schon bei geringen Investitionen rechnen. Brunner stellte ein Zehn-Punkte- Programm vor, in dem eine gemeinsame Agrarpolitik, Vermarktung, Ausgleichs- und Fördermaßnahmen sowie Arbeitserleichte- rungen aufgeführt sind. Bundesagrarministerin Ilse Aigner versicherte, „wir lassen die Bergbauern nicht im Stich, die Politik will und wird die Bergbetriebe zukünftig unterstützen“. „Gegenleistung für Leistung“ so der Slogan für die Maßnahmen, die ab dem Jahre 2015 in Kraft treten sollen. EU-Kommissarin Fischer Boel sprach von verschiedenen Dächern, unter denen die Hilfsmaßnahmen der EU entschieden würden. Sie habe die Probleme der Bergbauern verstanden und darüber soll ernsthaft diskutiert werden.

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