Schwieriges Unterfangen: Seilkranbringung am Burgberger Hörnle

Holzernte im Steilhang

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Förster Robert Baldauf zeigt offensichtliche Fäulnisschäden, die an etlichen Stämmen gut zu erkennen sind.

Burgberg – Baumfällungen sind an den steilen Flanken des Grünten allemal kein Spaziergang. Und am Burgberger Hörnle schon zweimal nicht, wie die Waldarbeiter bei einer Hiebsmaßnahme oberhalb von Burgberg erleben konnten. Rund 200 Kubikmeter Holz wurden per Seilkranbringung ins Tal geschafft.

Das Unternehmen muss professionell und perfekt „eingefädelt“ werden. Robert Baldauf hat als zuständiger Förster intensive Vorarbeit geleistet, damit das Forstunternehmen ebenso perfekt den Auftrag abarbeiten kann. Vier Waldbesitzer musste Baldauf vom „Handlungsbedarf“ überzeugen und unter einen Hut bringen für den kleinen aber anspruchsvollen Sammelhieb im Bergwald am Hörnle. Die zum Teil 200 Jahre alten Fichten im Steilhang waren als mögliche Gefährdung für Menschen auf dem querenden Wanderweg eingestuft worden. Tatsächlich waren viele Bäume schon stark von Fäulnis befallen, wie sich bei der Fällung dann herausstellen sollte. Auch Käferbefall hatte sich an einigen Bäumen gezeigt. Hinweis auf einen wenig guten Standort seien schließlich die engen Jahresringe der Bäume. In besserem Gelände sei der jährliche Zuwachs selbst im Gebirge deutlich höher.

„Das Zeitfenster war denkbar klein“, so Baldauf. Am Grünten seien die Tage gezählt wo nicht hunderte von Menschen unterwegs seien – Mountainbiker und Wanderer im Sommer, Schneeschuhläufer und Tourengeher im Winter. Das gute Wetter Mitte März war also fast zu schön und die Waldarbeiter nicht allein am Grünten und ihrem Arbeitsplatz. „Aber irgendwann musste es sein“, meint Baldauf. In den Sommer- und Herbstmonaten könne man den viel begangenen Weg nicht so einfach dichtmachen. Die Wege am Grünten und am Burgberger Hörnle sind inzwischen wieder frei begehbar.

Nach den Fällarbeiten ging es um den Aufbau der Seilbahn. Die Trasse war schon längst ausgekundschaftet, der Bau in dem steilen Gelände dennoch ebenfalls kein Kinderspiel für die schlagkräftige Truppe des Forstbetriebs Zeller aus Burgberg. Dann konnte es losgehen: ein Mann am Berg, der dort oben die Bäume anhängt – einer an der Seilwinde rund 200 Meter tiefer. Alles muss wie am Schnürchen klappen bei dem gefährlichen Job.

Ein weiterer Forstarbeiter steuert den „Prozessor“, der die ankommenden Bäumstämme an Ort und Stelle entastet und auf die richtige Länge kappt. Das gehe hier nur, weil die Maschine auf der Forststraße ein gutes Stück den Berg hinauf fahren konnte, erklärt Robert Baldauf. „Sonst müsste man die Stämme direkt an Ort und Stelle entasten.“ Diese Äste seien dann kaum noch aus dem steilen Gelände zu schaffen. Hier jedoch werde das Material aus der Aufarbeitung in den Häcksler wandern.

Es wird nicht nur geerntet, es wird auch gepflanzt. Im Sommer oder Herbst will die Alpenvereinsjugend im Steilhang junge Fichten, Buchen und andere geeignete Baumarten setzen.

Josef Gutsmiedl

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