Gemeinsam für den Bergwald

Gemeinsam geht alles leichter: Mitglieder des Deutschen Alpenvereins halfen kürzlich wieder, den Zustang des Bergwaldes zu verbessern.

Sonthofen – Vom Allgäu bis Berchtesgaden: Seit Jahren helfen DAV-Mitglieder den Gebirgsforstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten den Zustand des Bergmischwaldes zu verbessern. Es werden  tausend junge Bäume verschiedener Baumarten gepflanzt, Jagdeinrichtungen gebaut und Steige gepflegt.

Im Revier Großer Wald bei Sonthofen halfen jetzt fünf Alpenvereinsmitglieder aus ganz Deutschland dem Berufsjäger der Bayerischen Staatsforsten Ludwig Weiß beim Bau von Jagdeinrichtungen und der Pflege von Äsungsflächen. Diese Kräuterwiesen liefern vor allem dem Rotwild eine natürliche Nahrung und entlasten dadurch den Wald. Wichtig ist dabei, dass sie sehr zurückhaltend oder gar nicht für die Jagd genutzt werden. Diese Wiesenflächen kommen natürlich auch anderen Tier- und vor allem Pflanzenarten wie Orchideen zugute. Daneben werden Steige gepflegt, die der Jagd und dem Zugang in steile Schutzwaldlagen dienen.

„Unsere fleißigen Helfer machen das alles im Ehrenamt!“, lobt Forstbetriebsleiter Jann Oetting das Engagement der Freiwilligen. Und er erklärt weiter: „Die Fichte leidet zunehmend unter Stürmen, fehlendem Regen und dem Borkenkäfer. In unserer Region, dem niederschlagsreichen Allgäu, geht es der Fichte zwar relativ gut, aber es ist wie in einem Aktiendepot: Eine gute Mischung bringt mehr Sicherheit und Stabilität. Es ist daher auch im Allgäu und im Gebirge wichtig, dass sich zukünftige Waldgenerationen aus mehr Baumarten zusammensetzen, als dies oft in den heutigen Reinbeständen der Fall ist.“

Noch besser, als diese Mischung durch Pflanzung zu erzielen, ist die natürliche Verjüngung. Samenbäume gibt es meist genügend. Neben waldbaulichen Maßnahmen wie Durchforstungen, durch welche Licht auf Pflanzen und Boden kommt, spielt die Jagd eine wesentliche Rolle. Leider mögen nämlich unsere wiederkäuenden Wildarten, hier Rot-, Reh- und Gamswild, neben Kräutern und Gräsern die Laubbäume und die Weißtanne lieber als Nahrung als die Fichte. Wenn die Wildbestände nicht an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind, kommt es daher zu einer Entmischung der Zusammensetzung der Waldverjüngung.

Berufsjäger Ludwig Weiß: „In dieser anstrengenden und aufschlussreichen Woche gewannen die beteiligten Alpenvereinsmitglieder einen neuen Blick auf die leider oft zum Sportgelände reduzierten Lebensräume. Unsere pflanzen- und insektenreichen Alpflächen mit ihren verschiedenen Klimazonen auf engstem Raum gehören neben den Tropen zu den artenreichsten der Erde. Ich finde, die Alpenvereinsmitglieder leisten in dieser Woche zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten einen kleinen, aber wertvollen Beitrag zu ihrem Schutz!“

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