Wenn die Wildsau ackert

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Schwarzwild ist weiter auf dem Vormarsch und hat das Oberallgäu erreicht.

Oberallgäu – Flurschäden durch Wildschweine mehren sich in letzter Zeit im Bereich rund um die Kürnach.

Aufgrund verschiedener Faktoren, zum Beispiel den milden, schneearmen Wintern und der intensive Maisanbau wurden für das Schwarzwild „Trittsteine“ aus dem Unterland gelegt, so dass es große Waldgebiete wie die Kürnach am nordwestlichen Rand des Landkreises Oberallgäu erreichen konnte. Die Bayerischen Staatsforsten wollen gegensteuern.

Die zusammenhängende, über 5 000 Hektar große Waldfläche bietet mit großen Dickungskomplexen ein optimales „Wohnzimmer“ für das Schwarzwild. Wer bisher dachte, dass es sich bei den Wildschadensverursachern um „Einzeltäter“ handelt, die auf der Durchreise sind, wird seit spätestens diesem Jahr eines Besseren belehrt: Das Schwarzwild hat sich etabliert! Der Forstbetrieb Sonthofen der Bayerischen Staatsforsten will jetzt gegensteuern.

Um diesen Trend entgegen zu wirken hat der Forstbetrieb Sonthofen die Initiative ergriffen: Forstbetriebsleiter Jann Oetting lud mit seinen beiden Berufsjägern Jörg Finze und Arno Bletzinger die Vertreter der Eigenbewirtschaftung Wiggensbach, des Bayerischen Jagdverbandes sowie den Jagdberater des Landkreises Oberallgäu zu einem Gedankenaustausch ein, der die Zusammenarbeit optimieren sollte. „Revierübergreifend ist hier das Zauberwort! Da das Schwarzwild eine hochintelligente Wildart ist, die zudem auch große Strecken während einer Nacht zurücklegt, sind einzelne Reviere mit der Bejagung schnell überfordert“, bemerkt Jann Oetting.

Berufsjäger Jörg Finze stellte das Jagdkonzept der Bayerischen Staatsforsten vor, die mit Abstand in diesem Bereich die meisten Sauen erlegt haben. Es basiert in erster Linie auf ein völliges „Kirrverbot“ für Schwarzwild und großräumige Bewegungsjagden. „Kirren“ nennt der Jäger das Ausbringen kleiner Mengen Futter zum Anlocken und letztendlich erlegen der Stücke. „Das Ankirren der Sauen befeuert die Schadenproblematik, weil die Sauen in die Waldrandbereiche und Wiesen gelockt werden, wo wir sie doch nicht haben wollen. Diese klappern dann eine Kirrung nach der anderen ab und erlegt wird schlussendlich aus vielerlei Gründen keine. „Pizza-Service“ für Schwarzwild brauchen und wollen wir nicht!“, mahnt Jörg Finze.

Nach über zwei Stunden konstruktivem Diskutierens wurde eine bessere Vernetzung der Jäger mit „Kurzen Wegen“ über Reviergrenzen hinaus und ein völliges Kirrverbot für Schwarz- wild auf der gesamten Fläche beschlossen. „Der nächste Runde Tisch ist schon in Planung, denn nur gemeinsam wird es eine Lösung geben“, betont Oetting.

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