Bayerns Innenminister Hermann tritt bei Wehrübung in Sonthofen an

"Bauminister" auf der Burg

+
Cornelia Bodenstab (links) und Carsten Kotte (3. von links) vom Staatlichen Bauamt erläuterten zusammen mit Schulkommandeur Oberst Hans-Christian Hettfleisch (rechts) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann „Deutschlands schönste Großbaustelle“.

Sonthofen – Das „große Ziel“ fest im Blick hat das Staatliche Bauamt Kempten: Ende 2018 wird die „runderneuerte“ Generaloberst Beck-Kaserne in Sonthofen bezugs- fertig sein. Dies bekräftigten die Behördenvertreter anlässlich eines Baustellenbesuchs von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auf der „Burg“.

Eine „endlose Geschichte“ soll es nicht werden, da sind sich die Beteiligten einig. Dennoch gab es im vergangenen Jahr Verzögerungen im Ablauf aufgrund notwendiger Neuplanungen. Seit Jahresbeginn aber gehe es weiter, betont Cornelia Bodenstab, die Leiterin des Bereichs Hochbau am Staatlichen Bauamt Kempten.

Zur Zeit geht es vor allem um „Erdmassenmanagement“ – sprich: das Kasernenareal aus den 1930er Jahren wird soweit möglich auf einen Ebene gebracht durch Auffüllen von damals angelegten Vertiefungen. Stichwort Großbaustelle. Mit rund 30 Hektar sei das Gelände der Burg ein „kleiner Stadtteil Sonthofens“ wie Carsten Kotte vom Bauamt andeutete. Mit Blick auf das Alpenpanorama könne man von „Deutschlands schönster Großbaustelle“ reden. Der Baustellenbesuch des Innenministers war Teil dessen Wehrübung, in deren Verlauf der Major der Reserve mehrere bayerische Bundeswehrstandorte besucht. „Eine gute Gelegenheit, zu sehen, was sich in der Bundeswehr und ihren Standorten in Bayern tut“, meinte Joachim Herrmann. Gerade der „außergewöhnliche Standort“ der Generaloberst Beck-Kaserne mit ihrer Vorgeschichte aus der NS-Zeit verlange besonderes Augenmerk. „Hier wird viel Geld investiert für die neue Nutzung; eine kluge Entscheidung“, so Herrmann.

Beim Staatlichen Bauamt in Kempten ist man optimistisch, diesen Termin halten zu können. „Dass bei einem solchen Projekt mit seinen vielen Maßnahmen immer etwas dazwischen kommen kann, ist normal“, zerstreut Cornelia Bodenstab, Leiterin des Bereichs Hochbau am Bauamt Kempten, die Bedenken, dass es doch länger dauern könnte. Das Projekt besteht aus insgesamt 24 Einzelmaßnahmen, die es gilt zu koordieren und entsprechend der Mittelzuweisung durchzuziehen.

Zuletzt war eine Neuplanung „dazwischen gekommen“, die erhebliche Verzögerungen mit sich gebracht hatte. Fachlich und personell sei man gut aufgestellt. Das Bauamt sei letztlich aber nur die ausführende Behörde, betont Cornelia Bodenstab und verweist auf die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium in Berlin als Schlüsselstellen. Die Maßnahmen der laufenden Jahres jedenfalls seien unter Dach und Fach. Offen seien dagegen umfangreiche Neubauprojekte wie Hörsaal und der Technik-Bereich im Nordteil des Geländes. „Die Bundeswehr will keine Goldrand-Lösung“ betonte der Standortälteste und Kommandeur der ABC-Abwehr-Schule, Oberst Hans-Christian Hettfleisch. Immer wieder war der Argwohn aufgekommen, die „Wunschliste“ der Bundeswehr sei der bremsende Faktor und Grund, dass es nicht voran gehe auf der Burg. Die Bundeswehr wolle nicht mehr und nicht weniger als eine zeitgemäße Ausbildungsstätte. „Was wir gefordert haben, haben wir erreicht“, so Hettfleisch. Dass es da und dort Diskussionbedarf gebe, liege in der Natur der Sache.

Als „Bayerns Bauminister“ sah sich Bayerns Innenminister bei seinem Baustellenbesuch auf der „Burg“ in Sonthofen. Der Freistaat stelle seine Bauverwaltung - also das Staatliche Bauamt – in den Dienst der Bundesrepublik Deutschland, erklärte Joachim Herrmann. Für ihn sei es einen gute Gelegenheit, sich über aktuelle Vorgänge und Entwicklungen innerhalb der Bundeswehr zu informieren und als Politiker aufzunehmen. Berührungspunkte gebe es etwa beim Katastrophenschutz. Nicht fehlen durfte also der Blick ins neue Lagezentrum des Zentrums für Brandschutz der Bundeswehr, das bereits in einem Gebäude der Kaserne untergebracht ist.

Es ist bereits die 16. Wehrübung, die der Major der Reserve ableistet. Er, Herrmann, tue das „aus Überzeugung“ und gewinne dabei wertvolle Erkenntnisse, die ihm in seiner Rolle als Politiker durchaus sehr nützlich seien. „Es ist auch Ausdruck von Kameradschaft und seiner Solidarität mit der Bundeswehr“, unterstrich Joachim Herrmann. Die Bundeswehr leiste weltweit eine großartige Arbeit. Als Innenminister konnte Joachim Herrmann zwar keine direkte Unterstützung bei der Bauabwicklung zusagen. Aber dass bei der Einweihung und Übergabe der „neuen Burg“ an die Bundeswehr das Bayerische Polizeiorchester spielen werde, könne er schon versprechen, so Herrmann.

Josef Gutsmiedl

Meistgelesen

Bockbierfest in Oberstdorf
Bockbierfest in Oberstdorf
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu

Kommentare