Coole Kids am Brett

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Mädchen und Buben, Kinder mit und ohne Migrationshintergrund – die Gruppe beim Bambini-Schach ist bunt gemischt.

Immenstadt – Mit fünf Jahren Schach lernen? „Viel zu früh!”, mag so manch einer denken. Dass das so nicht stimmt, zeigt sich jeden Dienstag beim Bambini-Schach des Schachklub Immenstadt. Wolfgang Max Schmitt lehrt dort Fünf- bis Zehnjährigen die Grundzüge des Schachspiels – mit Erfolg.

„Wie viele schwarze Bauern gibt es?” – „Acht!”, ruft der sechsjährige Moritz wie aus der Pistole geschossen. Seit einem halben Jahr geht er regelmäßig zum Schachunterricht nach Immenstadt und spielt am liebsten mit seiner Freundin Anna. Die beiden sind die Jüngsten in der Gruppe, sie waren gerade mal 5 1/2, als sie angefangen haben, Schach zu lernen. Bei den „Bambini” lernen zwischen sieben und zwölf Kinder die Grundzüge des Schachspiels, sie sind inzwischen zwischen sechs und zehn Jahre alt. Die Eltern und Großeltern der Kinder sind auch eingeladen, mitzuspielen. 

„Je früher die Kinder anfangen, desto größer ist der Lernerfolg”, weiß Schachlehrer Wolfgang Max Schmitt. „Beim Schach werden räumliches Sehen und Denken geschult”, erklärt er weiter. Die Kinder lernten logisches Denken, Verknüpfungen im Gehirn würden aufgebaut. Kinder, die regelmäßig Schach spielen, haben laut Schmitt in der Schule einen bis zu 0,6 Punkte besseren Notendurchschnitt als ihre Altersgenossen. Vor allem in Mittelfranken hätten bereits viele Schulen ein bis zwei Mathematikstunden in der Woche gestrichen; stattdessen lernen die Kinder in dieser Zeit das Schachspiel. 

Zusätzlich zu den geistigen Vorteilen biete Schach den Kindern auch die Gelegenheit, spielerisch den Umgang mit Altersgenossen, den Umgang mit Gewinnen und Verlieren einzuüben und grundsätzlich einen positiven Umgang bei Auseinandersetzungen zu lernen. Allerdings, so Schmitt weiter, brauchen die Kinder als Ausgleich zum geistigen Sport natürlich regelmäßig körperliche Aktivitäten, damit sie gesund groß werden. 

Die „Bambini” gibt es seit etwa einem halben Jahr. Bislang haben die Kinder jedoch noch nicht mit allen Schachfiguren gemeinsam gespielt. In den ersten Stunden haben sie zunächst die einzelnen Figuren mit ihren Besonderheiten kennengelernt: Wie kann die Figur ziehen? Welche Felder „bedroht” sie? Mit Hilfe bunter Muggelsteine haben sie die Laufwege der Figuren markiert; die Muggelsteine erleichtern die räumliche Vorstellung. 

Derzeit lösen die Schachschüler kleinere Aufgaben teils alleine, teils gegeneinander. Beispielsweise, einen Bauern auf die gegnerische Grundlinie zu bringen, um ihn dann in eine Dame umwandeln zu können oder auch, in möglichst wenig Zügen mit einem Springer das Schachbrett zu überqueren. Spätestens im Januar ist es dann soweit: dann werden erstmals „richtige” Partien gespielt, mit der gesamten „Mannschaft” auf dem Schachbrett. 

Für Wolfgang Max Schmitt gibt es keinen großen Unterschied zwischen den Kleinen und den Großen bei den Bambini. „Die Kleinen müssen sich das Spiel am Anfang natürlich erst einmal hart erarbeiten; wenn sie aber dran bleiben, werden sie richtig gute Schachspieler. Die Großen können im Moment noch manchmal schummeln, weil sie einfach rein intellektuell schon weiter sind. Aber das wird sich später mal rächen!” Schmitt ist sich jedenfalls sicher, dass fünf Jahre ein gutes Einstiegsalter zum Schach ist. Und die Kinder? Gerade sind Anna und Moritz stolz auf sich: Wussten sie doch die richtige Lösung, bevor die Großen sie wußten! 

Das Bambini-Schach findet dienstags außer in den Ferien von 18 bis 19 Uhr im Vereinsheim des Schachklub Immenstadt, Am Graben 14 (neben dem Jugendhaus Rainbow), statt.

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