Berglandwirtschaft brauchgt Solidarität

Ohne die Leistungen der Berglandwirtschaft - mit der Alm- und Alpwirtschaft - könnte der Tourismus in der Region "einpacken". Foto: Josef Gutsmiedl

ie Alp- und Berglandwirtschaft ist keine Liebhaberei oder Hobby der Alpenländer. Vielmehr erfüllt die bäuerliche Landwirtschaft im Alpenraum viele soziale, wirtschaftliche und ökologische Aufgaben- und verdient die weitere zielgerichtet Förderung. Auf diesen Nenner brachte der Präsident der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen, Alfons Zeller, seinen Bericht zur Lage und Zukunft der Berglandwirtschaft, den er vor dem Oberallgäuer Kreistag präsentierte.

Alfons Zeller betonte, dass bald schon wichtige Weichenstellungen anstünden, die vor allem die EU-Agrarpolitik beträfen: „Im Jahr 2013 wird das Stück 'EU-Agrarpolitik' neu inszeniert. Die Bergbauern müssen auf dieser Bühne eine tragende Rolle spielen!“ appellierte der Präsident der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen. Dann nämlich würde festgeschrieben, wohin EU-Mittel fließen. Umso wichtiger sei es jetzt, Bündnisse zu schmieden und Partnerschaften zu stärken – quer durch den Alpenraum, so Zeller. Das „Problem“ der Berglandwirtschaft: Hoher Aufwand bei der Bewirtschaftung bei niedrigen Erträgen. Dabei, so erläuterte Zeller seinen Kreistagskollegen, sichere die Alm- und Alpwirtschaft einen einzigartigen Lebensraum, der der “touristische Intensivraum“ Europas schlechthin sei. Die Berglandwirtschaft stehe für eine hochwertige Erholungs- und Tourismusregion, sagte Zeller. Beispiel: Sechs Millionen Übernachtungen mit „Urlaub auf dem Bauernhof“, der von 3600 Betrieben angeboten werde. Bergbauern halten die Landschaft offen. „Sonst hätte der Tourist nur das Brett, den Wald, vor dem Kopf!“ so Alfons Zeller mit Blick auf den steigenden Waldanteil im Alpenraum. Alles Gründe, um die Berglandwirtschaft zu stützen und zu fördern, meinte Zeller. In Bayern habe sich das Prinzip der Förderung der Alm- und Alpwirtschaft offensichtlich bewährt: Seit rund 60 Jahren sei die Zahl der Almen und Alpen fast unverändert. Mehr als 55000 Rinder und Milchkühe werden jedes Jahr geälpt. Den Erfolg schreibt Zeller nicht zuletzt der „zeitgemäßen Erschließung“ der Almen und Alpen in Bayern zu. Bis zu 70 Prozent staatliche Förderung seien Voraussetzung für entsprechende Wegebaumaßnahmen. „Im Allgäu sind wir hier relativ gut aufgestellt“, so Zellers Bilanz. Die bisherigen Förderprogramme müssten erhalten und der allgemeinen Kostenentwicklung angepasst werden. Profitieren sollen Zeller zufolge von den Programmen hauptsächlich bäuerliche Familienbetriebe. Die seien es nämlich, die die Leistungen der Berglandwirtschaft erbrächten.

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