Mit Einsicht und Rücksicht

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Das erste Schild zur Besucherlenkung MTB wurde bei der Alpe Höllritze aufgestellt mit (von links) Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß, Forstrevierleiter Hubert Heinl, Jann Oetting (Bayerische Staatsforsten), Rolf Eberhardt (Geschäftsführer Naturpark Nagelflukette e.V.) und den Naturpark-Rangern Florian Heinl und Max Löther.

Im Gunzesrieder Tal im Naturpark Nagelfluhkette wurden die ersten Schilder zur Besucherlenkung von Mountainbikern im sensiblen Naturschutzgebiet aufgestellt. Rolf Eberhardt (Geschäftsführer Naturpark Nagelfluhkette e.V.) stellte das Ergebnis des Projektes Besucherlenkung von Naturpark und Staatsforsten vor.

„Der Naturpark Nagelfluhkette befindet sich in einer schönen, aber sensiblen Natur- und Kulturlandschaft mit hohem Schutzstatus, in dem die Alpwirtschaft zuhause ist. In diesem Gebiet gibt es viele klassische Geländeübergänge, welche sowohl für den Wander-, wie auch für den Mountainbike-Sport attraktiv sind“, sagt Rolf Eberhardt. Dadurch gebe es immer wieder Konflikte zwischen den Grundbesitzern und anderen Interessengruppen. So suche die jüngere MTB-Generation schmale Wege, unbefestigte, „trickige“ Pfade. Eberhardt: „Dadurch entstehen in den moosigen Bereichen des Naturparks tiefe Spuren, die starke Bodenerosionen zur Folge haben.“ Im Landschaftsschutzgebiet der Nagel­fluhkette und Hörnerkette gebe es zwar gemäß der Landschaftsschutzgebietsverordnung schon ein Verbot für das Befahren von Wegen, die schmäler als zwei Meter seien, aber davon hätten die wenigsten MTB‘ler Kenntnis. Das soll sich mit der „Besucherlenkung MTB“ ändern. Naturpark, die Bayerischen Staatsforsten und Naturpark-Kommunen möchten die Mountainbiker mit dieser Initiative nicht aus dem Naturpark aussperren, sondern sie informieren und für die Beachtung des Naturschutzes bei ihrem Freizeitsport sensibilisieren.

Jann Oetting, Chef des Staatsforsten-Betriebes Sonthofen, ergänzt: „Die Landkreise Oberallgäu und Bad Tölz sind Pilot-Landkreise, um Konzepte für ein gutes Miteinander zwischen den Grundbesitzern und den Mountainbikern zu erarbeiten.“ Eine große Herausforderung sei es allerdings, die Haftungsfrage bei der Wegenutzung zu lösen. „Wir Kommunen sind dabei, sogenannte Gestattungsverträge mit den Grundbesitzern abzuschließen“, informierte der Blaichacher Bürgermeister Christof Endreß. Dadurch würden die Eigentümer aus der Verkehrssicherungspflicht befreit.

Die Beteiligten hoffen auf Verständnis für ihr Konzept. Zunächst werden auf den Hauptrouten des Naturparks Nagelfluhkette rund 50 Schilder zur Besucherlenkung aufgestellt. Je nach Wirkung werden weitere folgen. Das Konzept setzt auf Information, denn, so hat sich Rolf Eberhardt zufolge immer wieder gezeigt, wer über die Folgen seines Verhaltens Bescheid wisse, zeige meist Einsicht.

Die ersten Schilder wurden kürzlich von den beiden Naturpark-Rangern Max Löther und Florian Heinl auf dem Weg von der Alpe Höllritze zur Alpe Printschen aufgestellt. Die Ranger und der Forstrevierleiter Hubert Heinl erhoffen sich, dass die Hinweise beachtet werden. Auch der Hinweis „Ab hier Schiebestrecke!“.

Hans Ehrenfeld

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