Gemeinsamer Weg von Naturschutz und Wintersport

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Geschafft! Naturpark-Ranger Max Löther hat an den Schlüsselstellen die Schilder montiert, die Verständnis für Schongebiete am Riedberger Horn wecken wollen.

Längst haben Ski- und Schneeschuhtouren vielen anderen Wintersportarten den Rang abgelaufen. Auch in diesem Winter sind wieder unzählige Ski- und Schneeschuhtourengeher im Naturpark Nagelfluhkette unterwegs. Besonders auf schneesichere und leicht erreichbare Berge steigt der Besucherdruck.

Hier ist Information und Lenkung gefragt, um ein Miteinander von Mensch und Natur zu gewährleisten. Am Riedberger Horn, einem klassischen „Tourenberg“ im Oberallgäu, setzt jetzt die Besucherlenkung an, um ein „Miteinander am Berg“ zu fördern.

Seit dieser Wintersaison werden die Tourengeher bei der Routenwahl auch am Riedberger Horn mit einer „flexiblen Beschilderung“ unterstützt. Zudem zeigen die Ranger des Naturparks Nagelfluhkette Präsenz und klären in persönlichen Gesprächen auf. Bei der flexiblen Beschilderung werden je nach Schneelage und Aktivitätsphase der Wildtiere unterschiedliche Bereiche beruhigt. „Am Ried­berger Horn steht das Birkwild im Fokus. Während der Dämmerungsstunden verlassen die Tiere zur Nahrungsaufnahme ihre Verstecke und suchen Grün- erlen-Gebüsche auf“, erläutert Ranger Max Löther. „Dort fressen sie die Knospen der Triebe, welche aus dem Schnee herausragen. Am Anfang des Winters liegen viele Grünerlen noch frei und werden von den Tieren aufgesucht und genutzt.“ Daher mache es Sinn, diese Bereiche mit Hilfe von entsprechenden Schildern zu beruhigen. Mit zunehmender Schneelage werden die Sträucher überdeckt und dienen nicht mehr als Nahrung, weshalb die Bereiche dann wieder befahren werden können. „Würde man in diesen Bereichen trotzdem an die Tourengeher appellieren, dass sie diese freiwillig meiden, würde dies vermutlich nur schwer akzeptiert werden. Wir wollen die Flächen, die auf freiwilliger Basis nicht betreten werden sollen, so klein wie möglich halten. Diese wenigen Flächen sind dann aber auch tatsächlich notwendig“, so Ranger Carola Bauer vom Naturpark Nagelfluhkette.

Damit werde auch ein Verständnis für die Lenkungsmaßnahmen geschaffen. „Wer die Zusammenhänge kennt, hat für die eine oder andere Tabuzone durchaus Verständnis“, zeigt die Erfahrung der Ranger.

Einige wenige Bereiche hingegen, wie das Wald-Wild-Schongebiet unterhalb des Gipfels, dienen den gesamten Winter als Versteck und sollten deshalb nicht begangen werden. Durch Tourengeher, besonders durch schnell ankommende Skifahrer, wird das Wild aufgeschreckt und verliert bei der Flucht lebensnotwendige Energie. „Einzelne Ausreißer gibt es immer. Und am Anfang des Winters haben besonders ‚lustige‘ Besucher Schilder beschädigt und umgedreht“, so Bauer weiter. Ansonsten funktioniere die Besucherlenkung am Riedberger Horn sehr gut und schaffe die Basis für ein „Miteinander am Berg“. Bei ihren Besuchen am Berg stoßen die Ranger insgesamt auf eine überaus positive Resonanz ihrer Arbeit und sind ständig im Dialog mit den Wintersportlern in der Region.

Der Naturpark Nagelfluhkette feiert heuer 10-jähriges Jubiläum. Neben zwei großen Veranstaltungen wird es spannende Jubiläumstouren „Mit dem Ranger unterwegs“ geben.

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