Leitplanken beim Naturgenuss

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Gute Stimmung am Rande des Abstimmungsgesprächs zum geplanten Mountainbike Pilotprojekt im Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzministerium: Stefan Storf (von links), Projektmanager Mountainbike, und Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, Abgeordneter Eric Beißwenger, der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz und der Blaichacher Bürgermeister Christof Endreß sind optimistisch, dass der Antrag Früchte trägt.

„Leitplanken“ hatte der Oberallgäuer Kreistag gefordert, aber nicht zuletzt auch alle Betroffenen des aktuellen Mountainbike-Booms im Allgäu. Die zunehmende Mobilität dieser Naturnutzer hatte im vergangenen Jahr mehrfach für Zündstoff gesorgt.

Die einen pochten auf „ihr Betretungsrecht“, die anderen wollten Störungen und Schäden durch allzu forsche Mountainbiker nicht hinnehmen und forderten klare Regeln und die Unterstützung durch die Politik. Und eine klare Hilfestellung bei der Regelung der Haftungsfrage. Ein entsprechender Antrag der Allgäuer CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek, Eric Beißwenger, Eberhard Rotter und Angelika Schorer „Nutzung von Wegen im Voralpen- und Alpingebiet durch Mountainbiker regeln“ wird in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 12. April behandelt. Berichterstatter ist Eric Beißwenger aus dem Oberallgäu.

Eine erste Weichenstellung soll bereits in dieser Sitzung des Umweltausschusses erfolgen. Eric Beißwenger wird die akute Situation im Oberallgäu skizzieren. „Eine Anpassung und Überarbeitung der bisherigen Regelungen aufgrund der deutlich veränderten Rahmenbedingungen ist dringend erforderlich“, so Beißwenger. Klare und eindeutige Regelungen und Vorgehensweisen seien wünschenswert und würden Nutzern und Grundstückseigentümern helfen, heißt es in der Begründung des Antrages.

Vor allem die Zahl der Mountainbiker habe stark zugenommen, erklärt Beißwenger. Nicht zuletzt stießen inzwischen immer mehr E-Bike-Nutzer in Gebiete und Regionen vor, wo früher für viele schlichtweg „kein Weg hinführte“, meint der Abgeordnete. „Oft mit erheblichen negativen Folgen für die Umwelt.“

Der Antrag greift auch die Sorge der Alpbewirtschafter auf, die Schäden an den Wegen befürchten und die Kosten der Instandhaltung und Instandsetzung. Auch Nutzungseinschränkungen und Erosionsschäden seien nicht von der Hand zu weisen. Zum anderen obliege dem „Hausherrn“ als privatem Wegeeigentümer die Haft- und Verkehrsicherungspflicht, kommt Eric Beißwenger auf einen wesentlichen Punkt der Problematik zu sprechen. „Bei etwaigen Unfällen kann der private Wegeeigentümer, je nachdem ob er seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist oder nicht, juristisch belangt werden.“ Hier erwarte man „klare Empfehlungen und Hilfestellungen“.

Ansichtssache: "Geeignete Wege"

Im Kern gehe es um die Auslegung der Beschreibung eines „geeigneten Weges“, sagt Beißwenger in seiner Begründung. Dieses Kriterium sei dem Bayerischen Naturschutzgesetz zufolge entscheidend: sofern kein eigens formuliertes Verbot gelte, dürften sich Mountainbiker zur Ausübung ihrer sportlichen Aktivität auf jedem geeigneten Weg bewegen. Beißwenger: „Die Auslegung und Interpretation eines geeigneten Weges unterscheidet sich in der Wahrnehmung der Nutzer und Grundstückeigentümer dabei jedoch deutlich.“

Daher sei eine Anpassung und Überarbeitung der bisherigen Regelungen aufgrund der deutlich veränderten Rahmenbedingungen dringend erforderlich, folgern Beißwenger und seine Allgäuer Landtagskollegen. Zudem, so der Antrag weiter, sei es an der Zeit, zusammen mit den Belangträgern vor Ort flächendeckende Besucherlenkungskonzepte zu erarbeiten. Dabei sollen aber nicht Verbote im Vordergrund stehen, sondern mit einer „positiven Beschilderung und Aufklärung“ an die Vernunft der Nutzenden appelliert werden.

Die Allgäu GmbH befasst sich derzeit mit einem Pilotprojekt, das ebenfalls den Weg für ein besseres Miteinander von Naturnutzern, Grundeigentümern und Kommunen ebnen soll (der Kreisbote berichtete). Beißwenger ist zuversichtlich, dass das Pilotprojekt dazu beitragen wird, das Verständnis der einzelnen Interessensgruppen füreinander zu stärken. Auch die Naturpark Nagelfluhkette GmbH arbeitet an einem Konzept.Der Oberallgäuer Kreistag hatte im vergangenen Herbst in einer Resolution staatliche Hilfe eingefordert.

Josef Gutsmiedl

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