"Wir gehen neue Wege"

Bezahlbar und lebendig sollen die zwei Mehrfamilienhäuser in der Burgsiedlung werden

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Die Rohbauten der beiden SWW Gebäude in der Burgsiedlung sind fast fertig. Schon im nächsten Sommer können die Mieterinnen und Mieter einziehen.

Sonthofen – „Die Stadt Sonthofen braucht dringend bezahlbaren Wohnraum, aber einen, der bei den Bürgern ankommen muss“, betonte Bürgermeister Christian Wilhelm bereits vor zwei Jahren als der Startschuss für die Neubauten in der Burgsiedlung in Sonthofen fiel. Seither ist viel passiert und die Rohbauten der beiden Gebäude stehen bereits kurz vor der Fertigstellung. Vergangene Woche informierte der SWW Oberallgäu (Sozial-Wirtschafts-Werk) die Wohnungsinteressenten über Grundrisse, Besonderheiten und Mitgestaltungsmöglichkeiten.

„Wir gehen neue Wege“, mit diesem Satz leitete Geschäftsführer von SWW Oberallgäu, Martin Kaiser, die Infoveranstaltung ein. Die zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 46 Wohnungen werden freifinanziert. Aber auch Ökologie, Barrierefreiheit und vor allem die Bedürfnisse der Mieter stehen bei der Planung im Mittelpunkt. So sollen die zukünftigen Bewohner bei der Gestaltung der Grünflächen, der Hausordnung sowie der Ausstattung des Quartiersplatz mitbestimmen. Im Mittelpunkt steht die Frage „Wie wird ein Viertel wirklich lebendig“, so Martin Kaiser. Um eine lebendige Gemeinschaft zu gestalten, legt der SWW großen Wert auf die Meinung der Bewohner und so wurden bei der Infoveranstaltung bereits Fragen zur Wandfarbe, Einstiegshöhe der Duschtasse oder Lademöglichkeiten für das E-Auto geklärt.

Die ersten vertikalen Gärten in Sonthofen

Besonders stolz ist Markus Buhmann, aus der Abteilung Planung und Bauen, auf die vertikalen Gärten. Kletterpflanzen werden die Fassaden der Mehrfamilienhäuser schmücken. Die innovative Bepflanzung hat jedoch nicht nur gestalterischen Wert, sondern schafft auch Lebensraum für Tiere, wirkt ausgleichend bei starkem Niederschlag und verbessert die Luft des Mikroklimas. Eine ganz praktische Lösung hat der Bautechniker für den Zugang zu den Wohnungen. Es gibt kein enges Treppenhaus in den Gebäuden, jede Wohnungstüre ist direkt und frei zugänglich. „Auch wenn Sie alle im Moment an den Einzug denken, so ist es doch auch gut zu wissen, dass man beim Auszug den großen Wohnzimmerschrank nicht durch ein enges Treppenhaus quetschen muss“, so Buhmann.

Was kostet "bezahlbarer Wohnraum"?

Zum Ende der Infoveranstaltung stand natürlich die Frage im Raum, was eine Wohnung mit diesem umfangreichen Angebot kostet – Schließlich ist der Anspruch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Chiara Cordella vom Mieterservice des SWW erklärt, dass am Markt der Preis für die Kaltmiete derzeit bei 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter liegen würde. „Die Miete sollte nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens übersteigen, damit der Mieter sich die Wohnung langfristig leisten kann“, erklärt Cordella. Die Wohnungen in der Burgsiedlung werden bei 9 Euro bis 9,50 Euro kalt pro Quadratmeter liegen.

Das attraktive Angebot stößt auf große Nachfrage. Auf die 46 Wohnungen haben sich bereits 120 Interessenten beworben. Der SWW möchte bis Ende August entscheiden, wer das Rennen um die heißbegehrten Wohnungen macht. Entschieden wird nach mehreren Vergabekriterien. Mieter, die aktuell in einem Abrissgebäude wohnen oder Menschen, die auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen sind, haben Vorrang. Sind am Ende des Auswahlverfahrens mehrere Bewerber gleich auf, entscheidet das Los. Bereits im Juni und Juli 2021 dürfen die auserwählten Mieter in die Burgsiedlung einziehen.

Wer beim Auswahlverfahren nicht zum Zug kam und somit weiter auf Wohnungssuche ist, kann ab November 2021 auf eine Wohnung im Neubauprojekt Marktwaage oder ab dem Jahr 2023 auf eine Wohnung im neuen Goethequartier hoffen. Weitere Informationen und Mietanfragen unter www.sww-oa.de/vermietung/anfrage

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