Bilanz der Polizei Oberbayern Süd zu den Einsätzen am 1. Mai Wochenende

Start in den Mai mit „Maskenpflicht“ und Ausgangsbeschränkung

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Ein Bild aus dem Archiv: Maibaum 2019 in Sonthofen

Die Polizei hat auch am vergangenen Wochenende kontrolliert, dass die Bürgerinnen und Bürger die Abstands- und Schutzregeln sowie die neue Maskenpflicht einhalten. Die Bilanz für das 1. Mai Wochenende fällt dabei positiv aus. Die Polizei Oberbayern Süd berichtet, dass sich die Menschen zum Großteil an die Regeln halten und es nur in wenigen Einzelfällen zu Verstößen kam.

Mehr als 22.000 Kontrollen führte die Polizei seit 27. April in Oberbayern Süd seit Beginn der Schutzmaßnahmen anlässlich der Corona Pandemie durch. Dabei wurden 993 Verstöße festgestellt. In 416 Fällen wurden Anzeigen erstattet, die meisten davon wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkung.

In der traditionellen „Freinacht“ von 30. April auf den 1. Mai gab es laut Polizeibericht im Vergleich zum Vorjahr weniger Einsätze. Die Einsatzzentrale zählte in der Nacht insgesamt 79 (2019: 92) Einsätze. Für die Polizeibeamtinnen und -beamten waren im Zuständigkeitsbereich 12 Ruhestörungen (2019: 20), zwei Sachbeschädigungen (2019: sechs) und zwei Körperverletzungsdelikte (2019: neun) aufzunehmen.

Viel Verkehr am Mai Wochenende

Das lange Wochenende mit dem 1. Mai-Feiertag am Freitag wurde insbesondere am Samstag, 2. Mai, vermehrt für Einkaufs- und Besorgungsfahrten, weniger hingegen für Ausflüge genutzt. In den Städten und Gemeinden hat die Polizei tagsüber ein reges Verkehrsaufkommen festgestellt. Die Ausflugsgebiete waren bei wechselhaftem Wetter dagegen nur schwachen besucht.

Geburtstagsfeier in Immenstadt

Was sich am Samstag zunächst als organisierte Facebook-Party gegen die Ausgansbeschränkung anhörte, stellte sich schließlich als gutgemeinte Schnitzeljagd zum Ersatz für eine Geburtstagsparty heraus. Bei der Einsatzzentrale der Polizei wurde am Samstagmittag mitgeteilt, dass eine Frau aus Akams eine Facebook-Party anlässlich eines 60-jährigen Geburtstags veranstalten wolle. Wie in solchen Fällen üblich, liefen bei der Polizei umfangreiche Ermittlungen an, um eine derartige Veranstaltung, insbesondere unter den Gesichtspunkten der Coronakrise, zu unterbinden. Schnell ergab sich aber, dass es sich gar nicht um eine veröffentlichte Einladung über Facebook handelte, sondern um eine Voicemail über WhatsApp, welche an einen überschaubaren Personenkreis gesendet worden war. Da diese Voicemail noch zur Verfügung stand, bekam die Polizei weiter heraus, dass eine geplante Geburtstagsfeier gerade wegen Corona abgesagt wurde. Ersatzweise bot sich ein Partygast an, in einem offen zugänglichen Bereich seines Anwesens, selbstgebackene Waffeln anzubieten. Gerade unter der Einhaltung der Gesundheitsregeln könnten diese dann von den restlichen Gästen in einem eng begrenzten Zeitfenster abgeholt werden. So solle eine Art Schnitzeljagd entstehen, bei welcher Teile der Gästeliste jeweils eine Station bilden, um dem Gratulanten aus Waltenhofen zu gratulieren und so den runden Geburtstag auf eine andere Art zu feiern. Nach diesen Erkenntnissen konnte ein größerer Polizeieinsatz schließlich abgesagt werden. Weil das gut gemeinte und phantasiereiche Ansinnen der Akamserin falsch verstanden worden war, wurden die Beteiligten nachträglich von der Polizei über den Ermittlungsstand informiert. Der Fall wird nun ohne Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz abgelegt. 

Spontane Meinungskundgebung an der Grenze zum Kleinwalsertal

Eine 39-jährige Oberstdorferin hatte heute, 02.05.2020, gegen 14.10 Uhr, bei der Polizei Oberstdorf eine Versammlung am Parkplatz vor dem Grenzübergang zum Kleinwalsertal eine Versammlung angekündigt. Zur Teilnehmerzahl befragt, gab sie an "...mal schauen zu wollen, wen sie alles motivieren könne...". Die Dame erschien dann um 16.00 Uhr alleine und stand trotz widriger Wetterverhältnisse an der Straße mit einem Schild "Grenzöffnung" und der Deutschlandfahne bis 17.00 Uhr. Für die Dauer der Meinungskundgebung blieb sie am Straßenrand stehen und hielt Ihr Schild und die Deutschlandfahne nach oben.

Versammlungslage

Am Freitag, 1. Mai, und Samstag, 2. Mai, wurden im südlichen Oberbayern erstmals seit Beginn der Ausgangsbeschränkung in mehreren Städten und Gemeinden wieder Versammlungen durchgeführt. In meisten waren im Zusammenhang mit der Corona Pandemie. Für diese galten strenge Auflagen bezüglich der Teilnehmerzahl und des Mindestabstandes der Teilnehmer zueinander. Die Versammlungen verliefen laut Polizei störungsfrei und friedlich.

Bayernweite „Maskenpflicht“

Die Maskenpflicht sieht vor, dass alle Personen ab einem Alter von 6 Jahren bei der Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder beim Betreten eines Ladengeschäfts eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen. Diesbezüglich führten die Polizeibeamten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd insgesamt 2.417 Kontrollen durch. Im Bereich des ÖPNV wurden hierbei 72 Verstöße festgestellt, von denen sieben zur Anzeige gebracht wurden. In Ladengeschäften wurden insgesamt 56 Personen ohne eine solche Maske angetroffen, elf wurden deshalb angezeigt. Unter Berücksichtigung der neuen Regelungslage setzte die Polizei hier noch verstärkt auf mündliche Erläuterungen und Sensibilisierung.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Auch wenn es uns von Tag zu Tag schwerer fällt auf soziale Kontakte zu verzichten, so zeigt sich, dass die Beschränkungen und Schutzregeln ihre Wirkung entfalten. Wir sind gut beraten, wenn wir bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie nicht nachlassen. Daher appelliere ich an Sie: Halten Sie sich an die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Nahverkehr bzw. beim Einkaufen und halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern sowie die Ausgangsbeschränkung ein! Miteinander und mit gegenseitiger Rücksichtnahme können wir weitere Infektionen und damit auch tödlich verlaufende Erkrankungen verhindern!“

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