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Blaichach: Entscheidung für neue Ortsmitte ist gefallen

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Von: Josef Gutsmiedl

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Blaichach Bürgermeister Christof Endreß
Wo‘s lang geht mit der Ortsmitte in Blaichach ist noch nicht endgültig klar. Bevor der Gemeinderat den ersten Schritt auf dem langen Weg machte, erläuterte Bürgermeister Christof Endreß bei einem Ortstermin die Unterschiede der vier Entwurfspläne. © Petra Tibken

Blaichach – Nach fast zweistündiger Diskussion hat sich der Gemeinderat auf einen Planungsentwurf für die Neugestaltung der Ortsmitte geeinigt.

Zwei Wochen nach der Bürgerinformation zu den Plänen für die Gestaltung der Ortsmitte in Blaichach stand das „heiße Eisen“ erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Noch einmal wurden die vier vorliegenden Entwürfe auf mögliche Vor- und Nachteile abgeklopft, bevor der „erste Schritt“ getan wurde mit dem Beschluss eine der Varianten – im Wesentlichen Variante 1 – zu verfolgen und entsprechende weitere Schritte anzustoßen.

„Man sieht, was man machen kann“, fasste Bürgermeister Christof Endreß die Ist-Situation zusammen. „Das ist das Gute an der Sache.“ Stadtplanerin Monika Beltinger vom Planungsbüro Lars Consult skizzierte die vorliegenden Entwürfe für die Gestaltung der zukünftigen Ortsmitte, wo mehrere „Wünsche“ unter einen Hut gebracht werden sollen: Ein Rathaus-Neubau, ein Lebensmittelmarkt mit Stellplätzen, Wohnen, Raum für einen Marktplatz.

Der erste Schritt

Es gelte, nicht nur die Funktionen unterzubringen, sondern die gestalterischen Möglichkeiten zu nutzen, beschrieb die Stadtplanerin den Spagat und deutete die Zielrichtung des fälligen Beschlusses an: „Heute sollte die grundsätzliche Entscheidung fallen, wo was stehen soll.“ Das sei Grundlage der weiteren Planungsschritte. Und nach der fast zweistündigen Diskussion der Stärken und Schwächen der vier Entwürfe drängte Beltinger: „Wichtig ist, dass man losläuft und ein Ziel hat.“ Weitere Schritte könnten dann folgen, etwa Detailplanungen oder die Investorensuche. „Es wäre wichtig, dass Sie heute den ersten Schritt tun!“

Auch Gemeinderäte Silvio Schröter (SPD) und Markus Brand (CSU) rieten zur Entscheidung, da das Gremium vollzählig sei und man nicht erneut in eine Warteschleife geraten sollte, um „in zwei Monaten wieder dazustehen“ – ohne Ergebnis.

Diskussion um Parkplätze

„Wir sollten jetzt nicht einfach Variante 1, 2, 3 oder 4 sagen“, gab Bürgermeister Endreß zu bedenken. Bereits in der Bürgerinformation habe sich das Bild „sehr gespalten“ gezeigt. Immerhin gehe es um eine wegweisende Entscheidung. Bei zwei Varianten, die das Rathaus im Südrand des Grundstücks sehen, sei zudem ein Grunderwerb erforderlich.

Die Stellungnahmen der Fraktionen als auch des Arbeitskreises Ortsmitte signalisierten: Die perfekte Lösung für die Nutzung des „Filetstücks“ gibt es offenbar nicht. Knackpunkte sind vor allem die Stellplatzfrage am Supermarkt und die Position des Rathauses. Gerade weil es offenbar ein attraktiver Platz sei, sollte man für das „Filetstück“ die bestmögliche Lösung anstreben, so Christian Matzek (SPD), und nicht Platz für zusätzlichen Parkraum hergeben. „Leben stattfinden lassen, nicht Verkehr.“

Man wolle eine attraktive Ortsmitte schaffen, keine Verkehrsmitte, betonte Dieter Lochbihler (Parteifreie Wählerschaft). Daher gelte es auch, die Gesichtspunkte Mobilität und Demografie zu beachten. Das neue Rathaus in den Norden – nahe zum Bahnhof – zu stellen, erlaube zudem zusätzliche Entwicklung im Süden. Unterm Strich, so Lochbihler: „Eine extrem schwierige Entscheidung.“ Und: In diesem Stadium könne man womöglich zunächst zwei Wege verfolgen.

Abstimmung über Varianten

Der Arbeitskreis sieht nach aller Abwägung die Variante 1 (Rathaus in Bahnhofsnähe im nördlichen Zipfel des Areals) als Favorit. Die CSU-Fraktion ebenfalls, wie Michael Schramm mit Blick auf zusätzliche Kosten für etwaigen Grunderwerb betonte. „Je schneller wir in die Gänge kommen, umso besser.“

Die Grünen kommen zum Schluss, dass das Rathaus in der Südwestecke, am neuen Kreisverkehr, sich „schön“ mache. Man gewinne Platz für eine echte Ortsmitte, so Magnus Auffinger.

Bürgermeister Endreß plädierte für Variante 1, die „umsetzbar und variabel nutzbar“ sei, auch wenn sein Bauchgefühl der Variante 3 wegen der „Lockerheit der Situation“ zuneige. Im Zuge der Detailplanung könne man, egal wie der Beschluss ausfalle, neue Überlegungen anstellen und Mängel ausräumen. Hinter jeder der Varianten könne man stehen, so Endreß vor dem Grundsatzbeschluss, dem „ersten Schritt“ zur neuen Ortsmitte.

Knappe Mehrheit für Variante 1

Denkbar knapp dann wie erwartet die Entscheidungen mit 11 zu 10 Stimmen für die Variante mit dem Rathaus im Norden, und 12 zu 9 für die Stellplätze des SB-Marktes an der Straße. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat schließlich den Arbeitskreis Ortsmitte damit, weitere „Meilensteine“ bei dem Projekt anzusteuern und die Sache voranzutreiben, um nachfolgende Entscheidungen zu ermöglichen.

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