Blaichach setzt aufs Smartphone: Neue Gebühren und Start für das virtuelle Parkticket

App-Parken: flexibel und bequem

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Patrik Lundberg (von links) von Parkster, Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß und Ulrich Hüttenrauch von der OATS sind sicher, mit der neuen Parkraumbewirtschaftung eine gute Lösung gefunden zu haben.

Blaichach – Überlegungen, die Parkplatzbewirtschaftung in der Gemeinde Blaichach auf neue Beine zu stellen, gibt es schon länger. Doch richtig Fahrt nahm die Entscheidungsfindung im Mai und Juni auf, als nach mit den ersten Lockerungen im Zuge der Pandemie-Bekämpfung der „Sturm“ aufs Gunzesrieder Tal einsetzte – mit Ausflüglern und Gästen aus nah und fern. Parkplätze? Ausgebucht. Egal ob kostenfrei oder gebührenpflichtig. Die endgültige Entscheidung fiel im Juni. Jetzt wurde die neue Parkplatzbewirtschaftung „scharf gemacht“ und auf Smartphone-Parken mit Parkster ausgerichtet. Günstige Tarife gibt es für Einheimische.

Bislang waren es nur zwei Parkplätze im Gunzesrieder Tal, deren Benutzung Geld kostete: der Parkplatz im Ostertal und der in Gunzesried Säge. Ab sofort stehen sämtliche kommunale Parkplätze unter der Regie von Parkster, einem renommierten Anbieter einer speziellen App zur Parkraumbewirtschaftung. Und die Preise wurden erhöht. Dennoch sei man gegenüber manchen Nachbarkommunen noch „moderat dabei“, wie Bürgermeister Christof Endreß betont. Im Hauptort bleibt das Parken generell kostenfrei. Das sogenannte Handy-Parken löste vereinzelt auch Unmut aus. Von zehn Beschwerden spricht Endreß. Die „klassischen“ Parkautomaten mit Münzgeld-Betrieb auf dem Ostertal-Parkplatz und in Gunzesried-Säge sollen erst einmal weiter nutzbar sein.

Für Endreß ist die Parkster App auch eine gute Basis für ein zukünftiges Parkleitsystem, das ein Parkchoaos wie es im Frühjahr zu erleben gewesen sei, verhindere. Und Ulrich Hüttenrauch von der Oberallgäu Tourismus Service GmbH OATS ergänzt: „Bewirtschaftung funktioniert nur, wenn alle Parkplätze aktuell erfasst sind, wenn die Live-Situation vor Ort abgebildet ist.“ Dann könne man flexibel und schnell eingreifen. Vorstellbar sei auch ein gestaffeltes Tarifsystem, je nach „Attraktivität“ eines bestimmten Parkplatzes. Ein Parkleitsystem für das Gunzesrieder Tal wolle man jedenfalls bald angehen, so Bürgermeister Endreß.

Als Vergünstigung gibt es für Blaichacher Bürger eine Einheimischen-Flatrate. Auf der Allgäu-Walser-Fancard bucht die Tourist-Info die Parkberechtigung als Leistung auf. Zunächst bis Ende November gratis; später wird das Einheimischen-Ticket gut 20 Euro pro Jahr kosten. Der Bürgermeister ist überzeugt: „Wir haben eine attraktive Lösung für unsere Bürger gefunden.“ So funktioniert das Smartphone-Parken Der Autofahrer benötigt für das Lösen eines digitalen Parkscheins die Parkster App auf seinem Smartphone. Die App ist für Android-Endgeräte auf Google Play sowie für das iPhone im App Store kostenlos erhältlich. Für den Parkvorgang gibt der Autofahrer sein Kennzeichen und die Parkdauer in der App auf seinem Smartphone ein. Klarer Pluspunkt des digitalen Parkscheins gegenüber seinem gedruckten Kollegen: Der Autofahrer kann mit seinem Handy die Parkzeit im Rahmen der Höchstparkdauer verlängern. Kehrt er früher zu seinem Fahrzeug zurück, beendet er den digitalen Parkschein vorzeitig und spart so unnötige Parkgebühren.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, digitales Parken möglichst einfach, transparent und kundenfreundlich zu machen“, so Patrik Lundberg von Parkster Deutschland GmbH in München. Lundberg betont, dass mit der Parkster App keine höheren Parktarife anfallen. „Wer privat mit der Parkster App parkt, bezahlt dafür das Gleiche wie am Parkautomaten. Darüber hinaus bieten wir dem Autofahrer in der App kostenpflichtige Zusatzdienste, wie ein gemeinsames Familienkonto, an.“

Die Eingabe sensibler Kontodaten in der App ist nicht erforderlich. Bezahlt wird auf Rechnung oder mit Kreditkarte. Der Autofahrer erhält hierzu von Parkster per Post oder E-Mail eine monatliche Rechnung, die detailliert seine Parkvorgänge auflistet. Der Autofahrer kann festlegen, ob er diese Rechnung per E-Mail (kostenfrei, voreingestellt) oder per Post (2,99 Euro inkl. MwSt. pro Rechnung) erhalten will.

„Schwarzparken“ lohnt nicht Und wie wird der digitale Parkschein kontrolliert? Die kommunale Verkehrsüberwachung kann alle über die Parkster App gelösten Parkscheine in Echtzeit einsehen. Deren Mitarbeiter sehen also bei jedem Fahrzeug sofort, ob ein Ticket gelöst wurde und ob dieses noch gültig ist.

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