Nachtarock beim Parkplatz

Blaichach will Handy-Parken durch Ticketautomaten ergänzen

Park-Chaos im Gunzerieder Tal
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Das Handy-Parken konnte das Park-Chaos im Gunzesrieder Tal nicht beenden. Jetzt sollen die Plätze mit den üblichen Ticketautomaten nachgerüstet werden und vermehrte Kontrollen die Zahlungsmoral verbessern.

Blaichach – Eine schnelle Abhilfe versprach sich der Gemeinderat in Blaichach, als er im Frühsommer die Parkraumbewirtschaftung auf neue Beine stellte. Vor allem den massiven Ausflugsverkehr ins Gunzesrieder Tal wollte man „bremsen“ und dem widerrechtlichen Parken außerhalb der offiziellen Parkplätze ein Ende setzen. Die Lösung sollte das sogenannte Handy-Parken bringen, wodurch zugleich der Weg für ein Parkleitsystem geebnet werden sollte. Ein erster Erfahrungsbericht zeigt jetzt: So richtig rund läuft es noch nicht. Jetzt will die Gemeinde nachbessern und das Handy-Parken durch klassische Ticket-Automaten ergänzen. Bonus für Einheimische: Ein Jahresticket kostet für Bürger der Gemeinde Blaichach nur 25 Euro.

Der letzte Sonntag im Oktober zeigte allzu deutlich: Das Problem ist noch längst nicht gelöst. Das Bilderbuchwetter lockte erneut zahllose Ausflügler in die Berge und ins Gunzesrieder Tal, wo sich schnell das alte Bild zeigte: Proppenvolle Parkplätze – und zugeparkte Bankette und Feldwege... „Kaum noch durchzukommen, Rettungsfahrzeuge oder die Feuerwehr wären gescheitert“, beschreibt Gemeinderat Michael Schramm (CSU) aus Gunzesried das Bild, das sich an diesem schönen Herbsttag bot, und fordert erneut: „Wir müssen das Chaos beenden!“ Da das Handy-Parken alleine offenbar nicht funktioniere, müsse man mit den altbewährten Automaten nachziehen. „Und intensiv kontrollieren und ahnden!“ Die anvisierte Verkehrslenkung bleibe erst einmal Zukunftsmusik. „Wir brauchen eine schnelle Lösung!“

Das sieht auch Bürgermeister Christof Endreß so: „Wir müssen etwas tun.“ Die Akzeptanz des Handy-basierten Parkster-Systems bleibe bislang hinter den Erwartungen zurück, bedauert er. Mehr als 100 Beschwerden über die im Sommer eingeführte Neuerung seien eingegangen; die meisten kritisierten dabei, dass ausschließlich per Smartphone Parkplätze gebucht werden können. Rund ein Drittel der Belegungen seien über das Parkster-System erfolgt, erläutert der Bürgermeister die erste Zwischenbilanz. Er habe eigentlich mit zwei Dritteln gerechnet.

Eine Verbesserung soll jetzt die Nachrüstung der Parkplätze mit den bekannten Ticket-Automaten bringen. Unterm Strich werde das rund 25 000 Euro kosten. Vor allem die Stromversorgung sei dabei das Teure, betont Endreß. Solarbetriebene Geräte seien etwas billiger in der Beschaffung und beim Betrieb. Die Ausgabe hält der Bürgermeister für vertretbar, zumal die Parkplatzbewirtschaftung rund 20 000 Euro mehr als im Vorjahr „einspielte“.

„Wir sind fünf bis zehn Jahre zu früh dran“, kommentierte Gemeinderätin Margarita Miller (SPD) den Vorstoß mit Handy-Parken und digitaler Verkehrslenkung. Zunächst müsse man beides anbieten, um zumindest einen Teilerfolg einzufahren.

Das Fernziel Lenkung will auch Bürgermeister Endreß nicht aus den Augen verlieren, wenngleich der Erfolg mit der Akzeptanz der Technik stehe und falle. „Ganz wegbringen werden wir den Suchverkehr nicht.“ Es hänge vom Verhalten der Menschen ab. „Es wird in fünf oder sieben Jahren anders aussehen...“, gibt sich Endreß optimistisch.

Auf sämtlichen bewirtschafteten – sprich: kostenpflichtigen – Parkplätzen in der Gemeinde ist Parken bis zu 30 Minuten gratis. Für Einheimische wird das Parken zukünftig zudem besonders günstig: Das Jahresticket für Bürger der Gemeinde Blaichach wird dann 25 Euro kosten. Zuvor war diskutiert worden, ob der günstige Tarif nicht etwa zu vermehrten Autofahrten animiere, wie etwa Karl Siebenlist (Grüne) und Christian Matzek (SPD) betonten, während Michael Schramm für „unter 20“ plädierte. Nach der Ablehnung eines 30-Euro-Tickets fand sich eine Mehrheit für die 25-Euro-Variante.

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