Der Deutsche BundeswehrVerband und die Bundeswehrreform

Ein Lob für die Ministerin

+
Hauptmann Susanne Klauser, ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Sanitätsdienstes im Bundesvorstand des DBwV (2. von links), erhielt von Oberstleutnant André Wüstner die Verdienstnadel in Gold für herausragende Verdienste um den Verband. Auch Stabsfeldwebel Ralf Onody, Vorsitzender der Truppenkameradschaft Sonthofen (links) und der Vorsitzende der Kameradschaft ERH Sonthofen, Oberstleutnant a.D. Alfred Veit (rechts), gratulierten.

Sonthofen – Die Bundeswehrreform ist in vollem Gange. Bis 2017 sollen die Führungs- und Basisstrukturen sowie ressortinterne Prozesse in der Bundeswehr verändert werden. Im Rahmen des Standorttages des Deutschen BundeswehrVerbandes DBwV stellte der Bundesvorsitzende des DBwV, Oberstleutnant André Wüstner, den Stand der Bundeswehrreform dar.

„Auch wenn es viele nicht wahrnehmen wollen, die Bedrohung nimmt wieder zu“, sagte Oberstleutnant André Wüstner in Hinblick auf die internationale Sicherheitslage, auf die Krisen in der Ukraine, Syrien, Irak und dem afrikanischen Kontinent. Die Bundeswehr als „wichtigstes Element der Sicherheit und Verteidigung Deutschlands“ befinde sich durch die derzeitige Reform im Umbruch. „Funktioniert das alles?“ würde er in letzter Zeit immer wieder auch aus seinem persönlichen Umfeld gefragt – die weltweiten Kriege und Krisen beschäftigten viele Menschen. Nicht nur Deutschland, die gesamte NATO müsse sich darüber klar werden, wie mit der Situation umgegangen werden müsse, auch in Hinblick auf ihre zahlenmäßig immer kleineren Armeen.

Die Bundeswehr durchlaufe derzeit die „komplexeste Reform“ in ihrer Geschichte, hob Wüstner hervor. Innerhalb kürzester Zeit würden Führungsstruktur, Basisstruktur und sämtliche Prozesse komplett verändert. Bei einem zivilen Unternehmen würde ein solches Vorgehen innerhalb kürzester Zeit zum Bankrott führen. Die Reform wurde 2010 vom ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eingeleitet. Guttenberg habe die Bundeswehr zunächst nur „etwas anpassen“ wollen, so Wüstner, die „Wahnsinnsgeschwindigkeit“, mit der dann jedoch die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, ließ die Bundeswehr zunächst einmal in eine „Schockstarre“ verfallen, kritisierte Wüstner.

Der nächste Schock sei die Affäre um Guttenberg gewesen, habe der DBwV doch bei der Umsetzung der Reform in Gesprächen mit dem Minister bereits viel erreicht, als dieser 2011 sein Amt aufgab. Mit seinem Nachfolger, Thomas de Maizière, hätten die Verhandlungen wieder von vorne begonnen, insbesondere, da dieser „von Seiten der Kanzlerin“ dazu angehalten gewesen sei, die Reform „möglichst schnell und leise zu Ende zu bringen“.

Die Fehler, die in dieser Zeit bei der Umsetzung der Bundeswehrreform gemacht wurden, müssten nun nachgebessert werden. Problematisch sei der Regierungswechsel im vergangenen Herbst gewesen. Viele der neuen Mitarbeiter im Ministerium wüssten nichts bis wenig über die Reform, und vielen der neuen Bundestagsabgeordneten seien die Themen Sicherheit und Bundeswehr nicht unbekannt oder sie hielten sie für nicht wichtig. Als dann plötzlich Ursula von der Leyen Verteidigungsministerin wurde, sei der DBwV gespannt gewesen – und wurde überrascht, habe sich die Ministerin doch teils höhere Ziele bei der Umsetzung der Bundeswehrreform gesetzt als der Verband selbst.

Von der Leyen habe erkannt, dass die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber sein müsse, auch in Hinblick darauf, dass, bedingt durch die demographische Entwicklung, ab 2020 allgemein ein enormer Fachkräftemangel erwartet wird. Mit der „Agenda Attraktivität“ habe die Ministerin verschiedene Maßnahmen vorgestellt. Diese gelte es jetzt, umzusetzen, damit die Bundeswehr zukunftsfähig sei – auch wenn dies sehr viel Geld koste. Von der Leyen habe jedoch klar gestellt, dass sie 500 Millionen Euro in die Reform stecken wolle – für die Menschen.

Vor Wüstners Vortrag hatte Oberst Michael Schuch, Direktor des in der General-Oberst-Beck-Kaserne stationierten Brandschutzzentrums der Bundeswehr, dieses vorgestellt. Er zeigte sich stolz auf seine Dienststelle in der jetzigen Form, sei doch der Brandschutz in der Bundeswehr zuvor umständlich organisiert gewesen. Nach der Bundeswehrreform sollen 68 Brandwachen der Bundeswehr mit entsprechender Ausrüstung über die gesamte Republik verteilt sein – bereits jetzt zeichnet das Brandschutzzentrum in Sonthofen für 53 davon verantwortlich. Insgesamt sollen in Zukunft mehr als 3.000 Feuerwehrleute den Brandschutz an allen Bundeswehrstandorten sicherstellen.

Eva Veit

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Bockbierfest in Oberstdorf
Bockbierfest in Oberstdorf
Football-Ladies suchen Verstärkung
Football-Ladies suchen Verstärkung
Fairtrade soll Kreise ziehen
Fairtrade soll Kreise ziehen

Kommentare