Ein blutender nackter Mann suchte in Kempten verzweifelt um Hilfe

Sensationslust: Anwohner filmten verletzten Mann

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Symbolbild / Archiv

Kempten - Am späten Sonntagnachmittag gingen in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zahlreiche Anrufe ein, weil ein nackter blutüberströmter Mann schreiend durch ein Wohngebiet in Kempten lief.

Nachdem sich der ukrainische Staatsangehörige nicht verständlich machen und ein Gewaltdelikt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde er durch die ersteintreffende Streife zu Boden dirigiert und zum Schutz der Rettungskräfte gefesselt. Anschließend wurde der Mann zur ärztlichen Versorgung an den Rettungsdienst übergeben und in ein Krankenhaus eingeliefert. Sein Gesundheitszustand ist derzeit stabil.

Im Wohnanwesen, aus dem der Mann gekommen war, wurde eine beachtliche Menge Blut festgestellt, sodass das Anwesen sofort durch die Polizei nach möglichen weiteren Verletzten abgesucht wurde. Wie sich im Rahmen der Tatortarbeit - vorbehaltlich weiterer Ermittlungen - herausstellte, hatte der Mann stark alkoholisiert auf dem Weg in die Dusche einen häuslichen Unfall erlitten und sich an einem zerbrochenen Teller eine schwere Schnittverletzung zugezogen. Nachdem er sich nicht verständlich machen konnte und ein Nachbar sowie Passanten durch das Zusammentreffen unglücklicher Umstände eingeschüchtert waren, wurde der hilfesuchende Verletzte mehrfach abgewiesen. Hierüber war er – nicht zuletzt auch aufgrund seines starken Blutverlustes – in Panik geraten und beschimpfte Passanten, die Angst vor ihm bekommen hatten.

So ungewöhnlich die Umstände auch waren handelt es sich nicht wie bereits gerüchteweise in sozialen Medien verbreitet um ein Gewaltverbrechen. Die vorschnelle Sensationslust der Anwohner, die den Vorfall bemerkt und gefilmt hatten, führte zu einer absolut unnötigen Verängstigung der Bürger. Die Polizei appelliert eindringlich an alle Bürger, keine Falschmeldungen zu verbreiten.

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