Bosch setzt auf Wasserkraft

Die Allgäuer Bosch-Spitze mit (von links) Rupert Hoellbacher, Michael Schöllhorn, Albert Fischer und Johannes Lauterbach setzte das neue Wasserkraftwerk mit dem symbolischen Knopfdruck in Betrieb. Foto: Josef Gutsmiedl

Der Industriestandort Blaichach hat seit Kurzem etwas Einzigartiges: Das Bosch-Werk in Blaichach ist das einzige Werk des Unternehmens weltweit, das ein hauseigenes Wasserkraftwerk betreibt. Auch wenn das Projekt erst einmal Neuland bedeutet habe, passe es bestens in die Unternehmensphilosphie von Bosch, meinten die Verantwortlichen im Werk Blaichach bei der feierlichen Einweihung und Inbetriebnahme. 80 Prozent seines Strombedarfs kann das Werk Blaichach aus dem neuen Wasserkraftwerk „zapfen“. Rund zehn Millionen Euro wurden in den Kraftwerksbau investiert.

Nicht zuletzt die Hartnäckigkeit der Allgäuer Boschler sei es zuzuschreiben, dass es tatsächlich gebaut worden sei, das neue Bosch-Wasserkraftwerk am Schwarzenbach. „Natürlich haben auch viele andere innerhalb und außerhalb des Unternehmens das Projekt stark unterstützt, ergänzte der Technische Werkleiter, Rupert Hoellbacher. Und sein Kollege, Miachel Schöllhorn ergänzt das Lob: „Alle Beteiligten haben hier einen tollen Job gemacht!“ Neuland für Blaichach ist die Nutzung der Wasserkraft allerdings nicht. Schon im Mittelalter gab es am Schwarzenbach eine Mühle; später nutzte ein Spinnereiunternehmen den Bach als Energiequelle. Auch als Bosch 1960 in Blaichach „einstieg“, wurde das bestehende Wasserkraftwerk genutzt. „Mithin die Geburtsstunde des heutigen Industriestandortes Blaichach“, so Bürgermeister Otto Steiger. Das neue Wasserkraftwerk sieht Steiger als Garant für den Standort: „Blaichach war Industriestandort und wir es auch in Zukunft sein!“ Bosch habe mit der Entscheidung für den Neubau eines Wasserkraftwerkes „einmal mehr einen Eckpfeiler in der Industriegeschichte des Ortes“ gesetzt. Für das Unternehmen Bosch ist die Kraftwerksneubau auch Ausdruck des technischen Fortschrittes. Immerhin, so Hoellbacher in seinem Rückblick. Das alte Kraftwerk aus dem Jahr 1911 habe jetzt ausgedient. Drei Turbinen bringen mit fünf Megawatt um 70 Prozent mehr Leistung ins Netz als bisher. Fast 4000 Vier-Personen-Haushalte könnte das „Kraftpaket“ am Schwarzenbach versorgen - oder eben 80 Prozent des Strombedarfs von Bosch am Standort Blaichach, so Hoellbachers Rechnung. Der „ökologische Fußabdruck“ der Kommune werde durch die gesteigerte Nutzung regenerativer Energie und der damit verbundenen CO2-Reduzierung noch besser. Und einen Nebeneffekt bringt das Kraftwerk obendrein: 250 Liter Restwasser werden in den Schwarzenbach geleitet. Damit wird auch bei Niedrigwasser der Eindruck eine fließenden Gewässers zwischen Bosch-Werk und Mündung in die Iller erhalten. Das Turbinenhaus mit der offenen und transparenten Architektur ist derzeit noch versteckt im Tobel des Schwarzenbaches. Aber, so die Überlegungen, ein zukünftiger Themenweg „Industriegeschichte / Wasserkraft“ in Blaichach und entlang des Schwarzenbachs bis nach Gunzesried könnte diesen momentan verborgenen Blickfang durchaus einmal zur attraktiven „Verpackung“ machen.

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