Unterstützung von Bosch

Bosch BKK stellt Mitarbeiterin frei für ehrenamtlichen Einsatz

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Lisa Konrad (links) und Birgit Hafenmayr setzen den Pandemieplan um.

Oberallgäu – Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Eine besonders anspruchsvolle Aufgabe hat Birgit Hafenmayr übernommen: Sie erarbeitet für ein Pflegeheim ein Konzept, wie dessen Pandemieplan in der Praxis umgesetzt werden kann. Ihr Arbeitgeber Bosch BKK hat sie für diese ehrenamtliche Arbeit bei vollem Gehalt freigestellt.

Hinter den Mitarbeitern und Bewohnern des Pflegeheims „Haus Kapellengarten“ in Wiggensbach liegen anstrengende Wochen. Die Einhaltung der neuen Hygiene-Regeln und die Isolation der Patienten aufgrund des Besuchsverbots war belastend. Neben der alltäglichen Arbeit steht jetzt eine wichtige Aufgabe an: den Pandemieplan des Heims zu überprüfen und in die Praxis umzusetzen – schon allein weil eine zweite Krankheitswelle nicht ausgeschlossen werden kann. Unterstützung bekommt das Altenheim dabei durch Birgit Hafenmayr, die dem Heim ehrenamtliche Hilfe angeboten hat.

Für die anspruchsvolle Aufgabe ist sie bestens vorbereitet. Die ausgebildete Krankenschwester hat mehrere Jahre im Krankenhaus gearbeitet und zusätzlich Sozialwirtschaft studiert. Derzeit arbeitet sie in Teilzeit als Patientenbegleiterin bei der Bosch BKK, wo sie erkrankte Versicherte und deren Angehörige bei allen nicht-medizinischen Aspekten ihrer Behandlung unterstützt. Für die Hälfte ihrer wöchentlichen Arbeitszeit stellt die Krankenkasse ihre Mitarbeiterin nun für die Ehrenamtstätigkeit frei. Ihr Gehalt zahlt die Kasse voll weiter; außerdem ist so sichergestellt, dass Birgit Hafenmayr während ihrer Arbeit im Pflegeheim versichert ist.

Ein Pandemieplan legt Strategien und Verfahrensschritte zur Bekämpfung einer Pandemie fest. Im Pflegeheim geht es zum Beispiel um die Einrichtung von Quarantäne-Räumen, Konzepte zum Personaleinsatz, Schutzmaterial für die Mitarbeiter, Hygienekonzepte und vieles mehr. Der erste Schritt für Birgit Hafenmayr und den Mitarbeitern des Heims war daher eine Bestandsaufnahme: Wie sieht der Bestand an Schutzausrüstung aus? Was muss alles in einem Hygieneplan verankert werden? Welche Regeln sind bereits etabliert? Soweit die Theorie. Doch wenn der Plan in der Praxis funktionieren soll, ist die praktische Schulung der Mitarbeiter ebenso wichtig. In Gruppen von je zehn Personen sollen die 70 Mitarbeiter des Haus Kapellengarten geschult werden. Die ersten Schulungen übernimmt Birgit Hafenmayr.

Neben Grundlagen der Hygiene geht es dabei zum Beispiel darum, wie Schutzausrüstung richtig angelegt wird oder was zu beachten ist, wenn ein Mitarbeiter einen Schleusenbereich oder ein Quarantänezimmer betritt. „Als Krankenschwester habe ich viele Jahre im OP gearbeitet“, erzählt Birgit Hafenmayr. „Was es heißt, mit sterilen Instrumenten zu arbeiten und strenge Hygieneregeln einzuhalten, ist mir damals in Fleisch und Blut übergegangen. Dieses Wissen kann ich jetzt anderen vermitteln, für die diese Situation eher ungewohnt ist.“ Ihr Krankenkassen-Knowhow helfe ihr zum Beispiel bei rechtlichen Aspekten, die beachtet werden müssen. Für das Altenheim wäre es schwer möglich, jemanden abzustellen, der sich mehrere Stunden die Woche nur mit dem Pandemieplan beschäftigt. Und das Pflegepersonal ist in der aktuellen Situation ohnehin besonders gefordert. Einen ganzen Arbeitstag mit Maske und Kittel zu pflegen ist nicht nur anstrengend, sondern auch zeitaufwändig. „Allein besondere Schutzkleidung anzulegen, dauert lange“, weiß Birgit Hafenmayr. Umso dankbarer ist Heimleiter Simon Ried über ihre ehrenamtliche Hilfe: „Wir sind froh und stolz, mit Frau Hafenmayr eine so kompetente und engagierte Mitarbeiterin zu haben. Dass die Bosch BKK uns in dieser schweren Zeit mit diesem außergewöhnlichen Engagement unterstützt, ist großartig.“

Ursprünglich war der Ehrenamts-Einsatz für vier Wochen vereinbart. Nachdem aber deutlich wurde, wie umfangreich die Aufgabe ist, hat die Bosch BKK den Einsatz noch einmal um vier Wochen verlängert. Die Idee, regionalen Heimen oder Kliniken Unterstützung anzubieten, kam auf, als die persönliche Kundenberatung bei der Krankenkasse eingeschränkt werden musste – zum Schutz für Versicherte und Mitarbeiter. Das traf die Patientenbegleiter besonders, da sie häufig persönliche Besuche bei Patienten und Angehörigen machen.

„Soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement haben bei Bosch und bei der Bosch BKK einen hohen Stellenwert“, erklärt Bosch BKK-Vorstand Dr. Gertrud Prinzing. „Dass unsere Mitarbeiterin ein lokales Heim mit ihrem Knowhow unterstützt, passt dazu sehr gut. Das ist zwar auch für uns ungewöhnlich – aber in außergewöhnlichen Zeiten braucht es unkonventionelle Ideen.“ Birgit Hafenmayr selbst ist froh, dass sie etwas für eine gute Sache tun kann. Und sie freut sich zu beobachten, wie viele Heimbewohner nach der Lockerung der Besuchsregeln regelrecht aufblühen. „Meine Aufgabe hier macht mir wirklich Spaß – und ich bin stolz, bei einer Krankenkasse zu arbeiten, der mir in einer Krisensituation diesen Einsatz ermöglicht.“

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