Buchstaben und Bilder, die sprechen

Dipl.-Bibliothekarin Renate Kurschatke (links) gelang es, ihre zukünftigen Leser neugierig zu machen. Mit Sprachberaterin Heidrun Brinkmann (rechts) fassten die Kinder ihren Erlebnisausflug in eine persönliche Geschichte.

Die Sprachentwicklung zu fördern ist ein erklärtes Ziel der bayerischen Staatsregierung. Mit dem Projekt „Sprachberatung“ wurden 330 Kindertagesstätten und -einrichtungen in Bayern von Sprachberaterinnen praxisbezogen begleitet. Der Kindergarten St. Nikolaus ist einer dieser Kindertagesstätten. In 13 Monaten ließen sich dort die Erzieherinnen in 115 Stunden in ihrer pädagogischen Arbeit über die Schulter sehen und wurden in den Bereichen Sprache, Literatur und Diagnosefähigkeit geschult. Zum Abschluss dieses Projekts besuchte der Kindergarten mit 25 Vorschulkindern die Stadtbibliothek und gab Einblicke in die praxisbezogene Umsetzung mit den Kindern.

Spielerisch wurden den Vorschulkindern die Stadtbücherei und die in ihr verborgenen Schätze näher gebracht. Nachdem die Kinder jeden Winkel des Literaturhauses entdeckt hatten, ging es in den Kinderbereich. Die Kinder fanden bunt verpackte Päckchen zwischen Bücherregalen und Bücherkisten. Den Inhalt präsentierten sie sich gegenseitig und fanden dabei heraus, dass es im Literaturhaus neben Büchern auch Zeitschriften, Kassetten, CDs und Filme gibt. Bibliothekarin Renate Kurschatke stellte eine Menge Fragen: „Gibt es einen Unterschied zwischen einer Buchhandlung und einer Bücherei? Darf man sich die Bücher unendlich lange ausleihen?“ „Ich mag Dich was fragen,“ unterbrachen die Kinder immer wieder und stellten Zwischenfragen: „Wo kommen die Bücher her, die in den Regalen stehen? Wieviele CDs hast du? Was bedeuten die Farben auf dem Buchrücken?“ Zum Abschluss bekamen die Vorschulkinder eine Geschichte vorgelesen, die lebhaft vorgetragen und mit bunten Bildern die Kinder in den Bann zog. „Du warst wirklich toll!“, lobte Fabian die Leiterin der Bibliothek. Warum die Begegnung mit Büchern für die Kinder so wichtig ist, erklärt Sprachberaterin Heidrun Brinkmann: „Für die weitere Leseentwicklung ist entscheidend, dass die Kinder von Anfang an Büchern begegnen, Geschichten hören und mit ihnen über die Geschichten gesprochen wird. Die bunt bebilderten Bücher mit ihren Geschichten sind lustig, haben pädagogische Themen und regen die Phantasie an. Die Dialoge bereichern den Sprachwortschatz. Die Kinder erzählen und lernen dabei, sich selbst zu formulieren. Das Vorlesen gibt Raum zum Dialog und fördert das aktive Zuhören und aktive Sprechen.“ Eine nicht grundlegend neue Erkenntnis, die jedoch auf der wissenschaftlichen Basis ansetzt, dass für die Sprachentwicklung des Kindes vorrangig die tägliche Kommunikation zwischen Kind und Bezugsperson ausschlaggebend ist. Neben den Eltern sind es die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, welche die meiste Zeit mit den Kindern verbringen. Praxisbezogen werden den Erzieherinnen Anregungen gegeben, wie sie in der täglichen Kommunikation die Kinder sprachlich fördern.

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