Immenstadt-Bühl: Bürgerinitiative stellt Verkehrskonzept vor

Maßnahmenpaket für Bühl

Bühl soll insgesamt vom Autoverkehr entlastet werden und an „Aufenthaltsqualität“ gewinnen, lautet die Zielrichtung des Verkehrskonzeptes der BI.

Bühl – Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Alpseelandschaft stellte jetzt ihr Verkehrskonzept für Bühl vor. Der rote Faden: Bühl braucht wieder einen Charakter, ein Ortsbild, eine ansprechende und einladende Atmosphäre. Der Aufenthalt im Ort muss sich wieder lohnen, nicht nur der Weg am Alpseeufer.

Die Bedeutung des Konzepts sieht Dr. Grebenstein, der das Konzept etwa 50 Interessierten – darunter Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp – erläuterte, darin, nicht erst bauliche Fakten zu schaffen und erst anschließend Lösung für das daraus entstandene Verkehrsproblem zu suchen. Grebenstein: „Der Autoverkehr ist es, der die Aufenthaltsqualität in Bühl entscheidend stört: Freizeit-, Durchgangs- und Parkplatzsuchverkehr.“

Grebenstein zeichnete das Bild der aktuellen Situation. Im Süden beeinträchtige die Zufahrt von der B 308 den Aufenthalt, behindere und gefährde Fußgänger. Im Norden zeige sich der Trieblingser Weg zeitweise massiv überlastet durch den Verkehr zum Europazentrum Gut Hochreute und den Freizeitverkehr zum See. Rettungsdienste würden behindert. Zusätzlich störe Motorradlärm von der Straße nach Zaumberg Ansässige wie Gäste gleichermaßen und wirke auf das Hotel Rothenfels „hochgradig geschäftsschädigend“.

Die vermehrte Nutzung von E-Bikes anstelle vom ortsnahen Autofahrten werde eine gewissse Entlastung bringen, meint Dr. Grebenstein. Unerlässlich sei aber ein Bündel von Maßnahmen wie Fahrrad-Verleih-Stationen am Bahnhof und in Bühl, Pendelverkehr, flexibel eingesetzt, mit Allgäu-Walserkarte kostenlos, Sammeltaxis sowie Taktverdichtung, Vernetzung und integrierte Fahrkarten im ÖPNV sowie die Reaktivierung des Bahnhofs Bühl.

Vor Ort stellt sich die BI eine „Erholungszone“, die den Landschaftsraum vom Viehmarktplatz in Immenstadt mit den Alpseen verbindet. Diese Zone müsse Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben.

Der touristische Kernbereich vom Seeufer zur Bahn und vom Kirchplatz Bühl bis einschließlich Campingplatz ist Fußgängerbereich und Halteverbotszone (mit Ausnahme Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen). Die Durchfahrt ist verboten. In diesem Bereich sind die Haltestellen für den öffentlichen Verkehr, Restaurationen und Gästeunterkünfte vorgesehen. Mithin alle Einrichtungen mit Laufkundschaft.

Um das Ziel der Verkehrsentlastung zu erreichen, werden dem Konzept zufolge zudem die Parkplätze am Alpseehaus und am Froschweiher im Norden durch neue Flächen ersetzt: Vergrößerung des Parkplatzes an der B 308 und Ausweisung eines Parkplatzes an der Missener Straße.

„Im Norden gibt es erst dann Ruhe, wenn Stadt und Europazentrum Gut Hochreute alle Auflagen und Zusagen zur Verkehrsbeschränkung einhalten und ein Tempolimit auf der Strecke Bühl – Zaumberg Motorradrasern eine Grenze setzt“, fordert Dr. Rolf Grebenstein.

Mit diesen Maßnahmen gewinne Bühl Attraktivität für Ansässige wie Gäste und schaffe die Voraussetzung zu einer einträglichen Entwicklung.

In der Diskussion war man sich einig, weiter am Konzept zu feilen. Der Kreis der Beteiligten soll erweitert und das Thema noch besser in die Öffentlichkeit getragen werden. Zehn „Neue“, unter ihnen einige Stadträte, erklärten sich zur Mitarbeit in der Arbeitsgruppe bereit.

„Das Verkehrskonzept ist auf der Internetseite der BI unter www.grosseralpsee.de nachzulesen.

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