Bündnis fordert bessere "Umweltkomponente" bei der Nordischen WM 2021

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Wenn für die Nordische Ski-WM 2021 „groß investiert“ werde, so fürchtet das neue Bündnis, bleibe die Nachhaltigkeit auf der Strecke.

Aus Sicht des „Bündnisses für eine ökologische WM“ (bestehend aus den Oberallgäuer Grünen, dem Ortsverband Oberstdorf und der ÖDP) drohen bei Vorbereitungen für die Nordische WM 2021 unkalkulierbare Risiken. Von einer wirklichen Nachhaltigkeit sei bei den Vorbereitungen bisher kaum etwas zu erkennen.

s die veranschlagten 38,5 Millionen – alleine für die reinen Sportstätten – immer noch für zu hoch. Der Gemeinderat dürfe nur beschließen, was mit konkreten Zahlen belegt sei und nicht die Gefahr unkontrollierbarer Kostensteigerungen beinhalte. Um die zu beantragenden Fördersumme zu reduzieren, dürften darin nur Maßnahmen angemeldet werden, die direkt mit der WM zu tun haben. Man berate immer noch über eine „unkonkrete Wunschliste“, so die Gemeinderätin Bergith Hornbacher-Burgstaller: „Kostensteigerungen sind vorhersehbar und nur vermeidbar, wenn endlich mit klaren Zahlen und Fakten gearbeitet wird.“ Auch Michael Finger befürchtet, dass die Kosten für die WM 2021, an der auch der Landkreis beteiligt ist, „komplett aus dem Ruder laufen“ und beklagt, dass er als Kreisrat zu wenig Informationen erhalte.

Für die beiden Kreisräte und Oberallgäuer Landtagsabgeordneten Ulli Leiner und Thomas Gehring fehlt es immer noch an einem Verkehrskonzept, einem Energiekonzept, einem Abfallkonzept und anderen Punkten, was die Nachhaltigkeit betrifft. „Hier liegt so gut wie Nichts auf dem Tisch“, beklagt Leiner. „Nachhaltigkeit ist bis jetzt ohne jede Umweltkomponente definiert. Notwenige Investitionen für Umweltmaßnahmen fehlen in den bisherigen Bedarfsmeldungen praktisch vollständig“, so Gemeinderat Siegmund Rohrmoser. Wenn man dies mit einrechne, werde das zur Zeit genannte Budget von rund 40 Millionen Euro wohl deutlich überzogen werden.

Das Bündnis fordert unter Anderem, die Einrichtungen im Langlaufstadion Ried überwiegend temporär zu errichten um Kosten zu sparen, die Landschaft nicht zu verbauen und um hohe Folgekosten zu verhindern. „Das ist Probe aufs Exempel“, so Gehring: „Bei stationären Einrichtungen muss der reale Nutzen und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden.“ Kritisiert wird von den Bündnispartnern auch, dass die Umweltverbände bis heute nicht in die Vorbereitungen mit eingebunden seien.

Heinrich Bonert

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