Neue Pläne statt Gespräche

Bürgerinitiative »Rettet den Grünten« enttäuscht

Grünten im Winter
+
Mit dem Runden Tisch und den Gesprächen über die geplanten Projekte rund um den Grünten wird es vorerst nichts.

Oberallgäu – Der im vergangenen Herbst vereinbarte Runde Tisch zu den Bau- und Entwicklungsplänen am Grünten scheint sich zu zerschlagen bevor er überhaupt stattfinden konnte. Das jedenfalls befürchtet die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“. Die geänderten Bauanträge würden offenbar eingereicht, ohne dass die zugesicherten Gespräche zuvor stattfinden konnten.

Nach Informationen des Landratsamts Oberallgäu stehe nun offenbar fest, dass der Runde Tisch als Präsenzveranstaltung pandemiebedingt frühestens im April stattfinden werde, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme der BI. „Gleichzeitig wurde uns von der Behörde mitgeteilt, dass der Investor seine Planungen zum Gesamtkonzept Grünten Bergwelt abgeschlossen hat und die fertigen Pläne nun zur Genehmigung einreichen wird.“

Durch Umplanungen der Investorenfamilie scheine es so zu sein, dass zum Neubau einer Grüntenhütte die von von der Bürgerinitiative stark kritisierte Verordnungsänderung des Landschaftsschutzgebietes nicht mehr benötigt werde und somit hierzu auch keine Entscheidung des Kreistags herbeigeführt werden müsse. Nach Planänderungen soll die neue Grüntenhütte an derselben Stelle wie das bestehende Altgebäude errichtet werden und so das Landschaftsschutzgebiet nicht tangieren.

„Hinsichtlich des restlichen Projektes muss weiterhin von massiven Einschnitten in die Natur, dem fragwürdigen, steuersubventionierten Bau einer 10er-Gondel plus neuer Beschneiungsanlagen, eines Ganzjahresbetriebes mit all seinen umweltbelastenden Nebenwirkungen und der Zuspitzung des Overtourism bei fehlendem ÖPNV-Konzept ausgegangen werden“, betont Max Stark, Sprecher BI Rettet den Grünten.

Ziel des Runden Tisches sei für die Initiative „Rettet den Grünten“ stets gewesen, dass eine solide Grundlage für Sachentscheidungen geschaffen werde und dass anhand einer „konstruktiven kritischen Diskussion“ auch die vielfältigen ökologischen und touristischen Folgen besprochen und abgewogen werden. Noch in ihrem Einladungsschreiben Anfang Oktober 2020 weise die Landrätin darauf hin, dass es ihr wichtig sei, die unterschiedlichen Sichtweisen wert zu schätzen und in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. „Nun aber reicht der Investor entgegen aller Absprachen seine fertigen Pläne ein, welche in einem Verwaltungsverfahren genehmigt werden sollen“, kritisieren die Vertreter der BI die Entwicklung.

Und weiter: „Als BI Rettet den Grünten vertreten wir nicht nur die Stimmen von tausenden naturverbundenen Allgäuern, sondern verweisen auch auf die Petition von Fridays for Future, in welcher sich über 70 000 Menschen gegen die Ausbaupläne am Grünten ausgesprochen haben.“

Die Verschiebung des vereinbarten Runden Tisches und dessen Durchführung erst nach Vorlage der Bauanträge enttäusche die Bürgerinitiative auf ganzer Linie, sagt BI-Sprecher Max Stark weiter. „Hinsichtlich der stillschweigenden parallelen Fertigstellung der konkreten Bauanträge fehlen uns die Worte und lassen an einem ernsthaften Interesse des Investors an einem konstruktiven Dialog starke Zweifel aufkommen“, schließt die Mitteilung.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona News-Ticker: Aktuelle Lage im Oberallgäu
Corona News-Ticker: Aktuelle Lage im Oberallgäu
Tödlicher Absturz am Hädrich – weiterer Absturz bei den Buchenegger Wasserfällen
Tödlicher Absturz am Hädrich – weiterer Absturz bei den Buchenegger Wasserfällen

Kommentare