"Wir müssen Stopp sagen"

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Die Landwirtschaft wird verdängt, meinen Andreas Eldracher (von links), Xaver Jörg und Bernhard Baldauf.

Eine neue Bürgerinitiative „Seifener Illertal“ will die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes „Seifen-West“ verhindern. Die Initiative kämpft gegen „weiteren Landschaftsverbrauch im Illertal“. 200 Besucher kamen zur Infoveranstaltung, fast alle trugen sich in die Unterschriftenliste ein.

„Das muss gestoppt werden!“, brachte der Sprecher der Bürgerinitiave, Karl-Heinz Ueberschaer, die Zielrichtung der Gruppierung auf den Punkt. Als ob das Oberallgäu nicht schon Spitzenreiter bei der Versiegelung von Flächen sei, wolle die Stadt Immenstadt mit der Erweiterung des Gewerbegebietes um weitere 12 Hektar noch eins draufsetzen. Man verstehe zwar die schwierige finanzielle Lage der Stadt, so Ueberschaer weiter. Nicht verstehen könne man aber die Argumentation und Hoffnung, dass jede Gewerbeansiedlung von Haus aus mehr Geld in die Stadtkasse spüle. „Das kann acht bis zehn Jahre dauern.“ 

Zunächst müsse die Stadt in Vorleistung gehen bei der schwierigen Erschließung des Areals. Der Untergrund sei labil, ein großer Grundwasserstrom durchziehe das Illertal an dieser Stelle. Mehrere Bäche querten das Becken und schütteten bei Starkregen gewaltige Wassermassen. Das habe die Erschließung des ersten Abschnittes des Gewerbegebietes gezeigt. Schon bei der Ansiedlung des Bosch-Werkes in Seifen habe man versichert, dass das das Gebiet in Zukunft nicht weiter belastet würde, rief Karl-Heinz Uberschaer in Erinnerung. Dann sei das Gewerbegebiet Seifen-West 1 gekommen und jetzt, so Ueberschaer weiter, wolle die Stadt die Erweiterung durchdrücken, die ähnliche Dimensionen habe wie das Bosch-Gelände auf der Ostseite der alten B 19. „Da ist es doch verständlich, dass die Bürger sich wehren und sagen: Wir haben genug!“ Unterstützung findet die BI nicht zuletzt bei den ansässigen Landwirten in den Ortsteilen Werdenstein, Bräunlings und Gnadenberg. Wenn jetzt weitere 12 Hektar für die Landwirtschaft wegfielen, so gibt Andreas Eldracher zu bedenken, sei das nicht zumutbar. Jede so genannte Austauschfläche werde schließlich einem anderen Hof weggenommen. 

Schon jetzt seien die zurückzulegenden Wegstrecken zu den Nutzflächen für die Bauern oft unzumutbar. Es gehe auch um die Existenzen und Zukunft mehrerer junger Hofnachfolger, ergänzte Bernhard Baldauf, selbst Landwirt im Stadtgebiet und ehemaliger Stadrat. „Diesen Familien nimmt man ein Stück ihrer Lebensgrundlage.“ Es gelte, hier unbedingt dagegenzuhalten und gesunde Strukturen zu erhalten: „Wir müssen Stopp sagen!“ Ohne große Diskussion habe der Stadtrat im Januar die Erweiterungspläne auf den Weg gebracht. Baldauf: „Wir sind nicht gegen alles, aber jetzt ist man zu weit gegangen.“ „Die wertvolle Landschaft spricht für sich“, sagte BI-Sprecher Ueberschaer. „Und die wollen wir erhalten für Mensch und Tier, Landwirtschaft und Tourismus.“ 

Ob die BI in einen Verein münde, der womöglich ein Bürgerbegehren anstoße, hänge von der weiteren Unterstützung durch die Bevölkerung ab.

gts

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