Keine politischen Spielchen

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Die Blaichacher SPD setzt bei der Bürgermeisterwahl auf Siegfried Bader.

Blaichach – Einen eigenen Kandidaten schickt die Blaichacher SPD ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Der 50-jährige Siegfried Bader ist zwar kein SPD-Mann aus den eigenen Reihen, wird aber vom Ortsverband in seiner Kandidatur unterstützt. Zudem will die Partei eine möglichst starke Fraktion im Gemeinderat stellen.

„Eine echte Wahlmöglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger“ soll sich laut Ortsvereinsvorsitzendem Christian Matzek mit der Nominierung Baders eröffnen bei der Bürgermeisterwahl im März kommenden Jahres. „Sonst sehe ich die Demokratie ausgehebelt.“ Vor Kurzem hatte nämlich die neu gegründete Wählergemeinschaft aus Parteifreien Wählern, Freien Wählern, Grünen und CSU einen Bewerber vorgestellt (siehe eigener Bericht). Der bisherige Bürgermeister, Otto Steiger von den Freien Wählern, steht bei der kommenden Wahl nicht mehr zur Verfügung. 

Matzek: „Die SPD ist bereit, neue Wege zu gehen.“ Daher habe man einen „neutralen Kandidaten“ gesucht. Siegfried Bader, seit 20 Jahren Inhaber und Geschäftsführer des 'siba textilvertriebes', bezeichnet sich als „politischen Beobachter“ und verspricht sich gerade vom Status der Parteifreiheit große Vorteile in der Ausübung des Bürgermeisteramtes. Die „politischen Spielchen mit fraktionsmäßiger Form der Abstimmungen im Gemeinderat“ seien unbefriedigend und allzu oft „nicht lösungsorientiert“. 

Ein „neutraler Kopf kann nur hilfreich sein“, bringt Siegfried Bader seine politische Qualität auf den Punkt. Man müsse seine Meinung entsprechend der Sachlage und besten Lösung „auch mal ändern können“. Das sieht er als Chance für Blaichach und vertritt das Motto „Aus Blaichach für Blaichach“. Und Ortsvereins-Chef Matzek unterstreicht: „Die SPD kann maximal einen neutralen Bewerber unterstützen aber nicht einen Kandidaten mit einem anderen Parteibuch.“ 

In der Gemeindepolitik müsse sich was ändern, lenkt Matzek den Blick auf die Führungsrolle eines Bürgermeisters: „Er muss die Themen auf die Tagesordnung bringen.“ Dass sich für Blaichach etwas ändern müsse, findet auch Siegfried Bader. Nach der „Gelben Karte“ vom Landratsamt wegen der desolaten finanziellen Situation der Gemeinde, sei es höchste Zeit, gegenzusteuern. Er, Bader, habe den Eindruck, dass sich keiner darum kümmere und man das Problem aussitzen wolle. „Ziele vorgeben und verfolgen“, so Bader, zeichne einen erfolgreicher Unternehmer aus und lasse sich sehr wohl als Leitlinie der Politik auffassen. 

Lebenserfahrung, Krisenerfahrung und berufliche Reife könne er mit seiner 20-jährigen Erfahrung in der Unternehmensführung für sich verbuchen. „Die Dinge nicht vom Haken lassen, bis sie gelöst sind“, beschreibt Bader seine unternehmerische Maxime. Das täte auch der Gemeinde Blaichach gut. Und Matzek ergänzt: „Ein Bürgermeister mit Persönlichkeit, der die Dinge angeht und voran bringt, die zu regeln sind.“ In Blaichach sei alles da – nur kein Geld.

Josef Gutsmiedl

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