Dienstliche Bergreinigung

Bundeswehr rückte schon vor 30 Jahren zum »Clean up« aus

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Mit Plastikbeuteln bewaffnet rückten 170 Rekruten aus zur Bergreinigung.

Sonthofen – Wenn Freiwillige in ihrer Freizeit ausschwärmen, um Abfall und Unrat in der Landschaft zu sammeln wird gerne von „Clean-up“ gesprochen. Zuletzt gab es Mitte August eine solche Aktion im Oberallgäu und der Stadt Kempten (wir berichteten). Ganz neu ist das Engagement an sich nicht.

Neu ist allerdings die Bezeichnung der ehrenamtlichenTätigkeit zum Wohle der Natur und Landschaft. Früher

Mit Plastikbeuteln bewaffnet rückten 170 Rekruten aus zur Bergreinigung.

habe man das einfach „Bergreinigung“ genannt, meint Johann Singer aus Sonthofen und erinnert sich an solche Aktionen zu seiner früheren Zeit bei der Bundeswehr am Standort.

„Von 1983 bis 1990 war ich bei der Bundeswehr in Sonthofen stationiert. In den Jahren 1985 und 1986 waren wir anscheinend schon die Vorläufer der heute so gepriesenen ‚Allgäuer Alpen Clean Up Days‘. Bei uns hatte das ganze zwar noch keinen so wohlklingenden (denglischen) Namen – es hieß einfach Bergreinigung – hatte aber den gleichen guten Erfolg.“

Ganz freiwillig waren die Soldaten, zumeist Wehrpflichtige, zwar nicht unterwegs in den Bergen und auf der Suche nach Abfall. Doch eine willkommen Abwechslung vom normalen Dienstplan „beim Bund“ seien die Ausflüge in die Allgäuer Berge allemal gewesen. 1985 waren rund 170 Soldaten in den Oberstdorfer Bergen im Einsatz beim Großreinemachen in der bundesweiten „Aktion saubere Bundesrepublik“. Nachdem die „Clean-up-Truppe die Gebiete zwischen Waltenberger Haus, Mädelegabel und Teile des Heilbronner Weges von Müll befreit hatten, gab‘s vom Hüttenwirt des Waltenberger Hauses, Mandi Böllmann, eine Lokalrunde für die Soldaten. Eine ganze LKW-Ladung Abfall aus den Bergen sei damals an einem Tag zusammen gekommen, erinnert sich Singer.

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