"Die Unvollendete"

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Markus Kreitmeier (von links) vom Staatlichen Bauamt Kempten, Landrat Anton Klotz und Bürgermeister Dieter Fischer sowie weitere Verantwortliche bei der symbolischen Verkehrsfreigabe bei Burgberg.

Burgberg – Ein Etappenziel ist erreicht. Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe des neuen Geh- und Radwegs zwischen Burgberg und dem Ortsteil Agathazell, sowie der „grundhaften Erneuerung“ der Staatsstraße 2007 in diesem Abschnitt, wurde ein lang gehegter Wunsch der Gemeinde Burgberg erfüllt.

Allerdings, so wurde bei der Feier angedeutet, werde man nicht locker lassen, auch den zweiten Teil des Ausbaus einzufordern, den nördlichen Abschnitt der Staatsstraße zwischen Agathazell und dem sogenannten Goimoos-Kreisel.

In den „Startlöchern“ war die Gemeinde Burgberg schon lange mit ihren Plänen für einen Rad- und Gehweg nach Agathazell. Doch immer wieder gab es Verzögerungen. „Neuer Schwung kam mit der Kommunalwahl im Jahr 2014 in die Sache, als alle Parteien und Gruppierungen sich für den Bau aussprachen und Nägel mit Köpfen machen wollten“, erinnert sich Bürgermeister Dieter Fischer. Als dann überraschend große Teile des Steinbruchgeländes an der Straße von der Gemeinde erworben werden konnte, seien „ganz andere Überlegungen ins Spiel gekommen“, was man über den Rad- und Fußweg hinausmachen könnte, so Fischer. Ein Parkplatz etwa für Wanderer am Grünten, ein Park & Ride-Platz für den Tourismus? Den neuen Plänen wurde erst einmal die bis an die Staatsstraße reichende Felsnase geopfert und Platz gewonnen in der bislang engen Kurve für den großzügigen neuen Rad- und Gehweg Recht kurzfristig kam dann noch das Staatliche Bauamt Kempten ins Boot, als es für die „grundhafte Erneuerung“ der Staatsstraße 2007 Grünes Licht gab. „Wir sind auf einen fahrenden Zug aufgesprungen“, beschreibt der Bereichsleiter Straßenbau, Markus Kreitmeier, den Schnellschuss . Er selbst habe allerdings nicht viel zu der „grandiosen Leistung“ beitragen können, so Kreitmeier, da er erst im vergangenen Sommer zum Straßenbauamt Kempten gestoßen sei. Bürgermeister Fischer habe als „Anstifter“ dagegen eine immense Vorarbeit geleistet.

Die Baukosten für den neuen Rad-/Gehweg beziffert Fischer mit knapp 1,5 Millionen Euro; der „Eigenanteil“ der Kommune betrage etwas mehr als eine halbe Million. Die Erneuerung der Staatsstraße 2007 kostete rund 2,3 Millionen Euro.

„Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein neues Ortsschild für Agathazell“, lenkt Bürgermeister Dieter Fischer zum Abschluss der Bauarbeiten den Blick auf neue Ziele. Er spreche heute ausdrücklich von einem Etappensieg: Jetzt müsse der weitere Ausbau der Staatsstraße von Agathazell bis zur Goimoos-Kreuzung folgen. „Da werden wir nicht nachlassen!“ Es gebe „positive Signale“ der Anlieger und Grundeigentümer. Man dürfe das Projekt jetzt nicht versickern lassen. Fischer kündigt an: „Wir werden kräftig anklopfen.“ Angesichts des Zustands der Straße, könne man den Wunsch nicht als „Hoffart“, also Luxus, abtun. Straßenbau-Chef Kreitmeier sieht das zwar auch so, weist aber auf die „zweite Dringlichkeit“ für den Ausbau der Straße hin. Vorrangig würden Projekte der „ersten Dringlichkeit“ angepackt, auch wenn diese Straße offenbar „nicht in bestem Zustand“ sei. Fischer jedenfalls solle die erforderlichen Verhandlungen führen. Er, Kreitmeier, sei optimistisch, dass man einen Lösung finden werde und den weiteren Ausbau in absehbarer Zeit in Angriff nehmen könne. Immerhin seien auf dem Straßenabschnitt zwischen Burgberg und dem Goimoos-Kreisel täglich rund 5 000 Fahrzeuge unterwegs.

„Der zweite Teil muss kommen!“, fordert auch Landrat Anton Klotz. Und womöglich gelinge es dabei sogar, für Agathazell eine Umfahrung zu schaffen und die enge Ortsdurchfahrt so zu beseitigen. Klotz spricht bei der grundhaften Erneuerung der Staatsstraße 2007 von „einer unvollendeten Symphonie“ – und da müsse noch was kommen, wie bei der bekannten „Unvollendeten“ des Komponisten Franz Schubert, zeichnet Klotz das Bild.

Ob allerdings die „phantasievollen Gedanken“ des Bürgermeisters zur weiteren Entwicklung des ehemaligen Steinbruchgeländes bald weiterverfolgt würden, will der Landrat nicht sagen. Da müsse man noch viele Überlegungen anstellen und gegebenenfalls in das Oberallgäuer Verkehrskonzept einarbeiten.

Josef Gutsmiedl

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