Warnung vor falschen Polizeibeamten am Telefon

Was tun bei einem betrügerischen Anruf?

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Im südlichen Oberallgäu häufen sich in letzter Zeit die Anrufe von falschen Polizeibeamten, Staatsanwälten, Richtern oder ähnlichem. Das Ziel der Betrüger: Geld vom Angerufenen zu ergattern. Oftmals gehen die Täter so weit, dass sie mittels eines manipulierten Telefonanschlusses anrufen.

Beim Angerufenen erscheint auf dem Display eine falsche Telefonnummer, beispielsweise die 110 oder die der örtlichen Polizeidienststelle. 

„Bislang haben wir von keinem Geschädigten erfahren“, zeigt sich der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Sonthofen, Armin Hölzler, beruhigt, dass die neueste Welle der Anrufe – alleine am Sonntag und Montag dieser Woche meldeten sich 15 Personen bei der Polizei Sonthofen, die derartige Anrufe erhalten hatten – zumindest keine bekannten Opfer verursacht hat. „Die meisten Leute beenden das Gespräch relativ schnell und das ist auch gut so. Wenn sie sich bei uns melden, merkt man ihnen aber trotzdem an, dass sie dadurch verunsichert sind. Es wird ihnen ja auch immer eine Geschichte aufgetischt, dass man zum Beispiel bei festgenommenen Einbrechern die Adresse der Angerufenen aufgefunden habe“, so Hölzler weiter.

Viele der Angerufenen schilderten bei der Sonthofer Polizei, dass die Telefonnummer, die auf ihrem Display erschienen ist, die 110 oder die 08321/110 gewesen sei. Hölzler hebt hervor, dass die wirkliche Polizei niemals unter der Notrufnummer telefonieren würde. Wichtig sei auf jeden Fall, bei Nachfragen niemals nur die Rückruftaste zu drücken, denn dann ruft man nur wieder die Betrüger an. Wer einen derartigen Anruf erhält, sollte die Nummer der Polizeidienststelle am Telefon eingeben, nur so kommt er auch wirklich bei der Polizei raus und kann den Fall schildern. Die Telefonnummern der Polizeidienststellen im südlichen Oberallgäu: Sonthofen: 08321/66350; Oberstdorf: 08322/96040; Immenstadt: 08323/96100; Oberstaufen: 08386/939300.

Manche der Betrüger geben sich auch als Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung, der Verbraucherzentrale oder etwa von Microsoft aus und fordern den Angerufenen auf, Geld zu überweisen oder Kontodaten preiszugeben. Sie arbeiten meist in einem Call-Center mit manipulierten Telefonanschlüssen. Das Phänomen nennt man Call-ID-Spoofing.

Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt, fordern Gerichte, Behörden, Banken, Polizei oder auch Verbraucherzentralen grundsätzlich nicht telefonisch zur Zahlung von Geldbeträgen auf, erst recht nicht auf ausländische Bankkonten. Niemals sollte man Kontodaten oder Passwörter am Telefon preisgeben oder mit einem Anrufer abgleichen. Die Nummer auf dem Telefondisplay liefert lediglich einen Anhaltspunkt, wer der Anrufer sein könnte und ist keineswegs eine sichere Identifikationsmöglichkeit. Im Zweifelsfall sollte nach einem solchen Anruf bei der tatsächlichen Einrichtung nachgefragt werden, ob der geschilderte Sachverhalt stimmt – aber niemals per Rückruftaste.

Wer einen derartigen Anruf erhält, sollte sich den Zeitpunkt des Anrufes und wichtige Details wie den Namen des Anrufers und die Kontonummer, auf die etwas überwiesen werden soll, notieren. Natürlich darf man auf keine Forderung eingehen und sollte nach dem Gespräch die Polizei informieren.

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