Fragen zu Alter und Pflege

Caritasverband unterstützt pflegende Angehörige

Gabi Kolitsch-Radomski
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Gabi Kolitsch-Radomski, Leiterin des Beratungsdienstes Oberallgäu.

Sonthofen – Die Fachstelle für pflegende Angehörige des Caritasverbands Kempten-Oberallgäu berät Menschen zu Fragen rund um das Thema Pflegebedürftigkeit. Gabi Kolitsch-Radomski, Leiterin des Beratungsdienstes Oberallgäu, erklärt wie die Fachstelle mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mit welchen Themen wenden sich die Menschen an die Fachstelle?

Gabi Kolitsch-Radomski: Unsere Aufgabe ist es, durch psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastung der Angehörigen pflegebedürftiger Menschen zu verhindern, dass die Angehörigen durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken und zum Pflegefall werden. Die Menschen wenden sich mit allen Themen rund um Pflege, Demenz und Maßnahmen zur Wohnraumverbesserung an die Fachstellen.

Wie viele Personen beraten Sie durchschnittlich pro Jahr?

Gabi Kolitsch-Radomski: 2020 waren es knapp 800 Personen, die wir im Oberallgäu beraten haben, 2019 noch rund 600 Personen. Die Tendenz ist also deutlich steigend. Wir bieten die Beratung seit über fünf Jahren an.

Wie hilft die Fachstelle für pflegende Angehörige konkret?

Gabi Kolitsch-Radomski: Wir bieten eine neutrale, trägerunabhängige Pflege-und Demenzberatung an. Diese ist unterschiedlich individuell und situativ ausgerichtet. Entweder telefonisch, persönlich in der Dienst- oder Außenstelle in den Gemeinden, wohnortnah oder in Form eines Hausbesuchs. Die Fachstelle hilft bei der Pflegeheim- oder Kurzzeitpflegeplatzsuche sowie auch bei der Suche nach einem Pflegedienst. Sie erklärt die Kosten der Pflege und der zur Verfügung stehenden Budgets und hilft beim Ausfüllen der entsprechenden Formulare. Auch die soziale Sicherung der pflegenden Angehörigen ist oft unbekannt. Hier erläutern die Berater Ansprüche. Sie begleiten bei Pflegegradeinstufungen und ggf. im Widerspruchsverfahren und helfen bei allen Fragen rund um das Thema Pflege, Älterwerden und Demenz. Die Aufklärung über das Krankheitsbild der Demenz ist für mich persönlich eine wichtige Aufgabe, um mehr Verständnis und Akzeptanz für Demenzkranke zu erreichen. Hierzu gehören auch die regelmäßig stattfindenden Schulungen für pflegende Angehörige und Demenzbegleiter sowie Vorträge für öffentliche Einrichtungen.

Gibt es eine Vernetzung mit anderen Angeboten aus der Pflege?

Gabi Kolitsch-Radomski: Netzwerkarbeit ist neben dem ständig erreichbaren Beratungsangebot eine der Kernaufgaben der Fachstelle. Wir sind mit allen Einrichtungen der Region und anderen bestehenden Beratungsangeboten wie beispielsweise den Pflegeberatern der Pflegekassen eng vernetzt und immer in einem konstruktiven Austausch. Des Weiteren sind wir unter anderem mit der Demenzhilfe Allgäu, der Demenzhilfe Immenstadt oder dem gerontopsychiatrischen Verbund des Bezirks Schwaben vernetzt. Das ist für die tägliche Arbeit wichtig, um Bedarfe rasch und unbürokratisch abzudecken oder auch um den Ratsuchenden weiterführende hilfreiche Kontakte vermitteln zu können.

Kontakt zur Fachstelle

Die Fachstelle im südlichen und westlichen Oberallgäu ist erreichbar unter 08321 / 660122. Östliches Oberallgäu: Monika Künzel, 08365 / 703705. Stadt Kempten und nördliches Oberallgäu: Sieglinde Denz und Barbara Guranti, 0831 / 69720768.hf

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