Bürgermeisterwahl in Sonthofen

Spannung vor der Stichwahl

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Christian Wilhelm (links) oder Klaus Häger – am Sonntag entscheiden die Sonthoferinnen und Sonthofer über ihren künftigen Bürgermeister. Foto: Eva Veit

Sonthofen – Am Sonntag geht’s um Alles: In einer Stichwahl entscheiden die Bürgerinnen und Bürger aus Sonthofen über ihren künftigen Bürgermeister. Christian Wilhelm (Freie Wähler) oder Klaus Häger (SPD) – das ist dann die Frage. Doch was sind eigentlich die Ziele der beiden? Der Kreisbote hat nachgefragt.

Christian Wilhelm ist 40 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Kindern und Amtmann im Notardienst. Klaus Häger ist 50 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern und Verwaltungsfachwirt.

Warum sollen die Menschen am Sonntag zur Bürgermeisterwahl gehen? 

Christian Wilhelm: Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Herrschaft des Volkes“. In der Kommunalpolitik besteht für die Menschen Mitbestimmungsmöglichkeit. Die Bürgerinnen und Bürger stehen den verantwortlichen Personen in der Kommunalpolitik und den anzugehenden Themen sehr nah. Daher ist es wichtig, dass jeder den für ihn richtigen Kandidaten wählt. Ich habe da eine sehr demütige und dankbare Haltung meinen Wählern gegenüber. In den letzten drei Wochen vor der Wahl habe ich enorme Sympathie der Bürger verspürt. Ich denke, dass alle wieder zum Wählen gehen, da sonst Ihre Stimme verloren wäre. 

Klaus Häger: Jeder Sonthofer hat am 30. März das Recht, mit seiner Wahl des richtigen Bürgermeisters über die zukünftige Entwicklung unserer Stadt und das Leben in unserer Stadt mitzuentscheiden. Diese Möglichkeit sollte man sich doch nicht nehmen lassen. Nehmen Sie ihr Wahlrecht wahr! 

Inwiefern unterscheidet sich Ihr Wahlprogramm von dem ihres Mitbewerbers? 

Häger: Ich stehe für solide, ehrliche Politik und eine wirtschaftliche Haushaltführung. Bürgerbeteiligung ist mir wichtig, um wirklich bürgernahe Lösungen zu erarbeiten. Denn die Menschen mit ihren Bedürfnissen sollen im Mittelpunkt stehen. Auch benachteiligte Menschen, deren Stimme oft untergeht, sollen endlich Gehör bekommen. Mein weiteres Interesse gilt natürlich auch der Wirtschaft (Gewerbe) und dem Tourismus. Sie sind der Motor unserer Stadt. Und ich denke, mit mir ist bei allem, was ich tue, eine gute Mischung aus Tradition und Modernität garantiert. 

Wilhelm: Hierüber darf sich jeder Wähler ein eigenes Bild machen. Ich habe eine sehr respektvolle Haltung gegenüber meinem Mitkandidaten. In den letzten Monaten konnte man in den unterschiedlichen Veranstaltungen die Unterschiede erkennen, sie haben sich nicht geändert. Es geht nicht um die Unterschiede, sondern um das Beste für die Stadt und die Bürger. Jeder Bürger muss für sich entscheiden was ihm wichtig ist und Sonthofen nach vorne bringt. 

Sonthofen hat hohe Schulden. Wie wollen Sie den Haushalt konsolidieren? An welchen Stellen wollen Sie sparen? 

Wilhelm: Warum kann der Haushalt nur über Einsparungen konsolidiert werden? Es gibt noch eine Einnahmenseite! Mehr Schulden kann sich die Stadt nicht leisten, klar ist aber, dass diese Schuldenlast in den letzten fünf Jahren fraktionsübergreifend geplant war. Bei allen zu treffenden Entscheidungen muss die Konsequenz auf die Entwicklung des Haushaltes berücksichtigt werden. Nachdem einige Kostenblöcke im Gemeinwohl nicht verändert werden sollen oder dürfen, muss intensiv die Einnahmenseite verbessert werden. Die in Sonthofen dringend benötigte Wohnbebauung für Menschen mittleren Einkommens und notwendige Gewerbeflächen werden im Rahmen eines Flächenmanagements für kurz- und langfristige Mehreinnahmen sorgen. Hier kann ich mein ganzes berufliches Know-how einbringen. 

Häger: Unbedingter Grundsatz wird eine wirtschaftliche Haushaltführung sein. Wir haben aus meiner Sicht kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, daher möchte ich vor allem für ein sorgfältigeres Abwägen der Ausgabeentscheidungen sorgen. Nicht jede Maßnahme, für die es Fördermittel gibt, muss richtig und wichtig sein. Viel Geld wurde bisher z.B. für sinnlose Planungen ausgegeben, etwa für Maßnahmen auf Grundstücken, die nicht mal der Stadt gehörten. Leider erfährt hiervon die Öffentlichkeit oft nichts! Mit mir wird es nicht zu zusätzlichen Belastungen für die Bürger oder gar zu Steuererhöhungen kommen! 

Werden sie das im Stadtrat beschlossene ISEK umsetzen? 

Häger: Natürlich. Wobei man sich momentan noch in der Orientierungsphase befindet. Der nächste Schritt, die Vorbereitungsphase, muss baldmöglichst folgen. Nur auf Grund einer konkretisierenden Grundlagenermittlung, Analyse der Nutzungsmöglichkeiten mit der Prüfung planungs- und genehmigungsrechtlicher Schritte sowie einer realistischen Kosten- und Finanzierungsplanung kann die Nachnutzung auf stabile Füße gestellt werden.

Wilhelm: Grundsätzlich werden die Stadtratsbeschlüsse natürlich umgesetzt. Ich kann heute nicht sagen, wie sich die Stadt entwickelt hat, wenn ISEK greift. Vielleicht sind dann Korrekturen erforderlich, welche, wenn man ehrlich ist, heute nicht festlegbar ist. Zudem wurde die Umwandlung der Bundeswehrflächen seitens des Stadtrates basierend auf einer großen Bürgerbeteiligung beschlossen. Der amtierende Bürgermeister hat hier viele Bürger mitentscheiden und -gestalten lassen. Das soll die Grundlage auch in Zukunft sein. Anpassungen oder auch eventuelle Änderungen werden die kommenden Jahre mit sich bringen. 

Sie wollen mehr Gewerbeflächen als im ISEK vorgesehen schaffen. Wo wollen Sie diese ansiedeln? Ist das Tannach-Wäldchen weiter sicher? 

Wilhelm: Die von mir geplante Ansiedlung von mehr Gewerbeflächen im ISEK ist richtig, aber erst Thema in frühestens sechs Jahren. Ob wir mehr Flächen als im ISEK definiert brauchen oder ob die Flächen überhaupt genutzt werden können, ist heute doch nicht klar, weil in den nächsten Jahren ggfs. politische Veränderungen auch andere Entscheidungen mit sich bringen. Wichtig ist, dass wir bereits jetzt neue Gewerbeflächen brauchen und da darf man auf keinen Fall den Fehler machen, vorab die genaue Lage zu benennen, ohne mit den Eigentümern und Pächtern, Nutzern oder sonstigen Betroffenen gesprochen zu haben. Hier bitte ich um Verständnis. Es darf niemand aus der Zeitung erfahren, dass sein Hab und Gut gerade überplant wird. Ich komme aus dem Immobilien- und Wirtschaftsbereich, gerade das Vertragswesen im Grundstücks- recht ist mir sehr bekannt. Das Tannachwäldchen ist sicher, Naherholungsgebiete brauchen wir auch in der Stadt. Aber auch das ist abhängig von der Entwicklung der Stadt. Wir können nicht über Schulden und Kürzungen von Finanzmittel klagen, und andererseits Gewerbeansiedlungen verhindern, weil wir keine Grundstücke abzugeben bereit sind. 

Häger: Das Tannach-Wäldchen ist sicher! Die Flächen entlang der B19 (momentan in Privatbesitz) gilt es zu erwerben und zu entwickeln. Grundlage muss endlich ein funktionierendes und effektives Gewerbeflächenmanagement sein, um das ich mich persönlich intensiv kümmern werde. 

Klimaschutz und Energiewende – wo steht Sonthofen, sind wir auf einem guten Weg? 

Häger: Sonthofen hat sehr viel in der energetischen Sanierung getan. Städtische Gebäude wie Schulen, Wohnhäuser und Turnhallen wurden saniert. Diesen Weg gilt es fortzusetzen, um für die Zukunft den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. 

Wilhelm: Sonthofen ist hier auf einem guten Weg. Beteiligungen an der Allgäuer Kraftwerke GmbH, BioEnergie Oberallgäu GmbH, eza! energie- und umweltzentrum Allgäu GmbH etc. sind stark in kommunaler Hand und in diesen Firmen soll auch künftig der regenerative Anteil an Energie ausgebaut werden. In den Firmenphilosophien ist auch beinhaltet, wie Energiehersteller und -verbraucher Einsparpotenzial schaffen können. Bereits jetzt werden hier Beratungen angeboten. Energetische Bebauung bei Neuimmobilien bzw. Sanierungen ist seitens der Stadt zu fördern. Der Stadtbus und das ÖPNV-Netz ist effizient installiert worden. Was ist ein guter Weg und wohin soll die Reise gehen? Wie wird die Energiewende sich entwickeln? Aus Berlin sind die unterschiedlichsten Botschaften zu hören. Wenn es bei dem Gedanken der Energiewende nach heutigem Verständnis bleibt, ist Sonthofen auf dem richtigen Weg. 

Sonthofen ist „bio-regional-faire Stadt“. Wollen Sie diesen Weg weiter gehen? Wie wollen Sie den örtlichen Einzelhandel unterstützen? 

Wilhelm: Natürlich ist der Weg weiter zu gehen, „bio-regional-fair“ voranzutreiben. Sonthofen ist eine Einkaufsstadt und dies ist weiter in den Focus zu stellen. Als Wirtschaftsreferent der Stadt Sonthofen und aufgrund meiner beruflichen Erfahrung ist auch der innerstädtische Handel eines meiner wichtigsten Themen: Parkplätze sind attraktiver zu gestalten, mehr Wohnraum zur Belebung der Innenstadt ist voranzutreiben; für Existenzgründer sind Maßnahmen zu ergreifen, um die Kreisstadt diesbezüglich breit und zukunftsorientiert aufzustellen. 

Häger: Selbstverständlich möchte ich den Weg „bio-regional-fair“ weitergehen. Prägende Kraft der Wirtschaftsstruktur der Stadt sind u.a. leistungsstarke mittelständische Unternehmen und der Einzelhandel. Ich möchte den Sonthofer Mittelstand und die Einzelhändler unterstützen und u.a. einen regelmäßigen konstruktiven Dialog mit dem Unternehmerforum pflegen. 

In vielen Straßen in Sonthofen reiht sich ein Schlagloch an das nächste. Ein bis zweimal im Jahr werden die Löcher notdürftig gestopft. Wann und mit welchen Mitteln wollen Sie den Zustand der Straßen verbessern? 

Häger: Da es sich um eine Pflichtaufgabe handelt, sind im Haushalt endlich die notwendigen Mittel vorrangig bereit zu stellen! Aus Flickschusterei muss eine großflächige konsequente Komplettsanierung werden, bevor die Straßenausbaubeitragssatzung greift. Das würde bedeuten, dass dann die Anlieger für den Neubau der Straße mitbezahlen müssten. Soweit lasse ich es nicht kommen! 

Wilhelm: In den Haushaltsjahren 2013 und 2014 wurden die finanziellen Mittel für den Straßenbau von bislang 300.000 Euro (bis 2012) auf ca. 850.000 Euro um fast das dreifache erhöht. Das sind wichtige Schritte, um den Investitionsstau im Straßenbau stetig abzubauen. Wichtig ist, dass Straßen rechtzeitig saniert werden, um Anlieger aufgrund bestehender Umlagepflichten nicht in Anspruch zu nehmen. Da haben wir in der Vergangenheit möglicherweise manchmal zu lange gewartet und müssen heute den Stau finanzieren. 

Wohnraum für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen in Sonthofen ist rar gesät. Wie wollen Sie dies ändern? 

Wilhelm: Die bereits in Sonthofen vorgenommene Verdichtung in der Innenstadt ist weiter voranzutreiben, auch eine höhere Bebauung im innerstädtischen Bereich. Büroflächen im ersten Stock der Innenstadt sind durch Nutzungsänderungen in Wohnraum umzuwandeln, das fördert mehr Wohnraum und belebt die Innenstadt. Zudem werden wir, wenn wir die Herausforderungen der Stadt analysieren, nicht um die Schaffung von neuen Baugebieten (gilt für Wohnen und auch für Gewerbe) herumkommen. 

Häger: Bei einem Besuch des SWW wurde mir genau diese Problematik ebenfalls aufgezeigt. Hier besteht absoluter Handlungsbedarf! Auf den freiwerdenden Konversionsflächen sind – wie im ISEK schon beraten – Wohnräume für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen zu schaffen. Die Verwirklichung der Baumaßnahmen soll mit Investoren erfolgen. Beispiele der Vergangenheit zeigen u.a. das SWW als kompetenten Partner. 

Der Krippenausbau in Sonthofen befindet sich auf einem guten Stand. Nicht so gut sieht es mit der Betreuung von Grundschulkindern aus. Was ist ihr Vorschlag bezüglich Kinderhort und Mittagsbetreuung? 

Häger: Der Ausbau von „echten“ Ganztagsbetreuungs-Angeboten ist dringend notwendig – „echt“ heißt: bis mindestens 16.30 Uhr, damit berufstätige Eltern und Alleinerziehende unterstützt werden. Dazu werde ich umgehend in Gespräche mit möglichen Organisatoren gehen. 

Wilhelm: Hier haben wir in der Stadtpolitik bereits unsere Aufgaben gemacht. Entsprechende Beschlüsse zum Ausbau der Grundschulen (zwei Standorte) und der Hortplätze (ein Standort) sowie entsprechender erforderlicher Mittagsbetreuung sind bereits im Stadtrat entschieden und in diesem Jahr baulich geplant. Wir sind also auf dem richtigen Weg, wenn das bayerische Kultusministerium die Anforderungen nicht verändert.

Wo und in welcher Form wollen Sie Unterkünfte für Asylbewerber schaffen? Wie sollen die Menschen in Sonthofen integriert werden?

Wilhelm: Die Unterbringung von Asylbewerbern und Zuwanderern ist sicher ein wichtiges Thema und ich appelliere an die Sonthofer Bevölkerung, gemeinsam für eine Willkommenskultur zu sorgen. Themen wie Krieg, Menschenrechtsverletzungen und Flüchtlingsströme sind für unsere Gesellschaft nicht präsent, da dies an Orten sehr weit weg stattfindet. Und das scheint uns kaum mehr bewusst zu sein. Der derzeit notwendige Bedarf ist entschieden, wo und in welcher Form weitere Zuwanderung gelöst wird, ist dann zu prüfen. Bereits jetzt habe ich als Vorstand im Rahmen der ASJ Sonthofen hingewirkt, diese Menschen in Sport-, Kultur- und Rettungsverbände aufzunehmen, damit diese am Vereinsleben und der Gesellschaft teilnehmen können. Gleiches gilt natürlich künftig für andere gesellschaftliche Voraussetzungen, wie das Erlernen der Sprache, Integration ins Berufsleben etc. 

Häger: Ich stehe für die Aufnahme der Asylbewerber in Sonthofen. Aber in der Form, dass auch eine Integration ermöglicht wird. Deshalb sind kleine Wohneinheiten sinnvoll und zu bevorzugen. In Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand, Vereinen und Nachbarschaft müssen wir ihnen eine neue Heimat bieten. 

Wie wollen Sie die Jugend in Sonthofen halten bzw. nach beendeter Ausbildung/Studium wieder in die Heimatstadt „locken“? 

Häger: Sonthofen muss für junge Familien attraktiv gemacht werden. Die Bindung nach dem Studium für junge Familie zu ihrem Heimatort möchte ich unterstützen. Hierzu zählen z.B. ein sinnvolles Kinderbetreuungsangebot, ein breites Schulangebot sowie attraktive Arbeitsstellen. Auch die Ansiedlung einer Diskothek im geeigneten Außenbereich halte ich für sinnvoll genauso wie ein modernes Einkaufsangebot. 

Wilhelm: Meine langjährige ehrenamtliche Arbeit mit unserem „Nachwuchs“ hat mir gezeigt, dass es schwer ist, die Jugendlichen in der Region zu halten, obwohl sie sich das wünschen. Im Bereich der wegfallenden Bundeswehrflächen möchte ich daher eine Berufsschule oder Fachakademie installieren, zumal dann eine Weiternutzung der bestehenden Gebäude der Bundeswehr stattfinden kann. Vielleicht gelingt dies u.a. in Zusammenarbeit mit örtlich Ausbildungsbetrieben. Die von mir geplante Stärkung des Gewerbes soll langfristig auch dazu führen, Jugendliche nach der Ausbildung bzw. dem Studium wieder hier anzusiedeln. 

Stichwort demographische Entwicklung: was wollen Sie für die Senioren in Sonthofen tun? 

Wilhelm: Bereits jetzt habe ich mich für barrierefreies Bauen in der Fußgängerzone und in kommunalen Gebäuden eingesetzt. Kleine innerstädtische Naherholungsgebiete sind die Erholungsräume auch für Senioren in der Stadt. Diese müssen jedoch in überschaubarer Größe und Anzahl bleiben, da Sie an fast jedem Punkt in Sonthofen kurzfristig in freier Natur stehen. 

Häger: Ich möchte älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange selbstständig zu bleiben. Dazu muss ein barrierefreies Umfeld geschaffen werden, das sich nicht nur auf abgesenkte Gehsteige beschränkt. Wichtig sind alternative Wohn- und Pflegeformen und z.B. der Ausbau des Stadtbusses, um die Mobilität älterer Menschen zu erhalten. 

Wie kann man junge Familien nach Sonthofen holen? 

Häger: Sonthofen soll ein lebenswerter Wohn- und Arbeitsort sein. Alle bereits genannten Faktoren spielen hier wieder eine Rolle – von der Kinderbetreuung, den schulischen Möglichkeiten, einem regen Vereinsleben, bezahlbarem Wohnraum, Vielfältigkeit in der Freizeitgestaltung, attraktiver Innenstadt und natürlich einer starken Wirtschaft mit entsprechendem Arbeitsplatzangebot. 

Wilhelm: Die Basis hierfür wurde bereits geschaffen. Erste Zuzüge sind zahlenmäßig auch erfasst. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist ein guter Mix an Arbeitsplätzen, eine attraktive schulische und medizinische Versorgung und genug Wohnraum. In der Vergangenheit hat die Stadtpolitik hier fraktionsübergreifend tolle Arbeit geleistet. Dadurch wurde eine Grundlage für die Zukunft geschaffen, die Hubert Buhl als strategische Verschuldung bezeichnet hat. Nun geht es darum, dies auszubauen. Ein wichtiges Kriterium sind hier die Gewerbe- und Wohnflächen. Junge Familien brauchen nicht nur Schulen sondern auch Arbeitsplätze und den derzeit in Sonthofen nicht vorhandenen Wohnraum! 

Wo soll das Geld für ihre Vorhaben herkommen? 

Wilhelm: Ich habe keine Vorhaben benannt, bei denen die Finanzierung nicht schon im Haushalt eingestellt ist (Straßenbau, Grundschulen, Mittagsbetreuung etc.). Einiges soll zusätzlich durch Privatinvestoren geschaffen werden (z.B. Fachakademie). Außerdem setze ich mich für Mehreinnahmen im Haushalt ein. Zuzug von Menschen, Schaffung von Wohn- und Gewerberaum, effiziente Verwaltung sind alles Kernthemen, die diese Einnahmenverbesserung im Haushalt erzielen werden. Über die Verbesserung der Einnahmenseite habe ich bereits mehrfach gesprochen. 

Häger: Sonthofen hat kein Einnahmenproblem sondern ein Ausgabenproblem. Einfach gesagt: das Geld bzw. die Einnahmen wären vorhanden, wenn man nur sinnvoll und nachhaltig damit umgehen würde! Dafür setze ich mich ein. Gerade auch unnötige Ausgaben für Planungskosten für Projekte, die in den nächsten Jahren nicht verwirklicht werden können, haben den Schuldenstand in den letzten Jahren in Rekordhöhe getrieben. Laut einem Schreiben des Landratsamtes an die Stadt Sonthofen liegt der aktuelle Schuldenstand bei 79,9 Millionen Euro. Das Landratsamt weist in dem Schreiben darauf hin, dass dem Schuldenabbau höchste Priorität zu widmen ist, damit die Stadt nicht in naher Zeit handlungsunfähig wird. 

In einem Satz: Warum soll man Sie am Sonntag wählen? 

Häger: Die Bürger und die Verwaltung wollen einen kompetenten Bürgermeister vom Fach. Als Verwaltungsbetriebswirt und langjähriger Angestellter der Stadt Sonthofen in einer Führungsposition mit Verantwortung für viele Mitarbeiter habe ich mir umfangreiches Wissen und die notwendige Kompetenz erarbeiten können und schon seit vielen Jahren auch unter Beweis gestellt. Die Bürger bekommen also keine Katze im Sack. Sonthofens Aufgaben und Probleme sind zu ernst, als dass man sich jetzt einen Stillstand leisten könnte, weil ein unerfahrener Bürgermeister kostbare Zeit mit Einarbeitung verstreichen lassen muss. Mein Vorteil ist, ich kann sofort im Amt aktiv werden. 

Wilhelm: Ganz einfach: Ich kann für die Menschen und die Stadt durch sachorientierte Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen das Beste erreichen, ich schätze jeden Wähler und bedanke mich bereits jetzt für jede einzelne Stimme.

eva

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