Gemeinden beteiligen sich an Pfandsystem für Kaffeebecher

Nachhaltiger Kaffeegenuss

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„Griaß Di Allgäu“ – rund 50 Geschäfte im Allgäu nehmen bereits am „RECUP“-Pfandsystem teil, die Stadt Sonthofen und weitere Gemeinden im südlichen Allgäu wollen möglichst bald mit einsteigen.

Auf dem Weg zum Zug oder zur Arbeit noch schnell einen Coffee-to-go holen – für viele ist dieser kleine Genuss nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Doch der Trend setzt der Umwelt gewaltig zu: pro Jahr werden deutschlandweit rund 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Einwegbecher benutzt – und weggeworfen.

Die Stadt Sonthofen hat sich bereits länger mit diesem Thema beschäftigt und mit den Bäckereien und Gastronomen vor Ort die Idee eines Pfandsystems entwickelt. Auch andere Gemeinden in der Region setzen sich schon lange mit der Problematik auseinander. Gemeinsam wurde eine allgäuweite Lösung erarbeitet – mit eigens kreierten Allgäu-RECUP-Bechern. Am Mittwoch konnten sich Vertreter von Gemeinden und Unternehmen in einer Veranstaltung über das RECUP-Pfandsystem informieren.

Seit dem 9. Januar haben sich die Städte Kempten, Mindelheim und Memmingen dem RECUP Mehrweg-Pfandsystem angeschlossen – mittlerweile benutzen etwa 50 Unternehmen im Allgäu das Pfandsystem, darunter auch die Berufsschule Memmingen. Gemeinsam mit weiteren Gemeinden aus dem südlichen Oberallgäu will auch die Stadt Sonthofen am Pfandsystem teilnehmen und hofft auf eine rege Beteiligung der heimischen Unternehmen. 

Was ist RECUP? 

RECUP ist ein im September 2016 gegründetes Unternehmen mit Sitz in München, das ein Mehrweg-Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher entwickelt hat. Die Mehrwegbecher bestehen aus recyclebarem, schadstofffreiem Polypropylen. Bislang bietet das Unternehmen Becher für 0,3 und 0,4 Liter Inhalt an, ab dem Frühjahr auch für 0,2 Liter. 

Die Pfandbecher halten mindestens 500 Spülgänge in Industriespülmaschinen aus und sind stapelbar. Die Deckel sind derzeit noch Einwegdeckel, RECUP arbeitet jedoch an Deckeln, die mehrmals benutzt werden können.

Wie funktioniert das System für Konsumenten? 

Für die Kunden funktioniert das System denkbar leicht: Wenn sie in einem teilnehmenden Geschäft einen Coffee-to-go bestellen, erhalten sie diesen im Pfandbecher. Der Pfandpreis beträgt 1 Euro. In vielen Geschäften erhalten sie auf den Kaffeepreis einen Nachlass, da für das Unternehmen ja der Einkaufspreis für den Einwegbecher wegfällt. Zurückgeben können sie den Becher in jedem teilnehmenden Geschäft, deutschlandweit sind das derzeit schon rund 600. RECUP hat eigens eine APP entwickelt, die anzeigt, wo man Becher zurückgeben kann. 

Wie funktioniert das System für Unternehmen? 

Auch für die teilnehmenden Unternehmen ist das System nicht kompliziert. Wer mitmachen möchte, registriert sich unter www.recup.de. Die Mitgliedsgebühr (Mindestlaufzeit 3 Monate) beträgt 1 Euro pro Tag und Standort. Pro bestelltem Becher – die Mindestbestellmenge ist 50 Becher – zahlen die Unternehmen 1 Euro Pfand. Wenn die Becher stark abgenutzt sind, nimmt RECUP sie zurück und führt sie der Wiederverwertung zu. Neben den Bechern erhalten die teilnehmenden Unternehmen Infomaterial und Aufkleber, mit denen sie die Pfandbecher in ihrem Laden bewerben können. 

"Griaß Di Allgäu" 

Die Stadt Sonthofen wird nun nochmals an die Gemeinden in der Region herantreten, damit sich möglichst viele am Pfandsystem für die Kaffeebecher beteiligen. In der Informationsveranstaltung am Mittwoch im Sonthofer Rathaus visierte 1. Bürgermeister Christian Wilhelm den 1. April als möglichen Starttermin für einen gemeinsamen Start an. Natürlich kann auch jedes Unternehmen für sich „Partner“ von RECUP werden. 

Das junge Start-Up-Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, einen flächendeckenden Ausbau seines Pfandsystems zu etablieren. Neben Müllvermeidung und Ressourcenschonung sieht RECUP einen Imagegewinn für teilnehmende Unternehmen und für die Regionen sogar eine Art Werbeeffekt als positiven Effekt des Pfandsystems. Schließlich kann ein „Grieß Di Allgäu“-Becher auch schnell mal ganz im Norden Deutschlands landen – und dort die Lust aufs Allgäu wecken.

eva

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