Neue Regeln für Kontaktpersonen

Geänderte Kriterien für Quarantäne

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Die Quarantäne darf frühestens nach 14 Tagen bei Vorliegen eines negativen PCR-Testergebnisses beendet werden.

Oberallgäu – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten jetzt angepasste Kriterien für Kontaktpersonen von Infizierten. Genesene und Geimpfte müssen unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr in Quarantäne.

Staatsminister Holetschek betont: „Weil sich das Infektionsgeschehen aktuell wieder rasant ausbreitet, muss auch das Kontaktpersonen-Management entsprechend angepasst werden. Gerade angesichts schwerer und lebensbedrohender Krankheitsverläufe – zunehmend auch bei jüngeren Menschen – müssen wir die Ausbreitung des Coronavirus so gut wie möglich verlangsamen. Dazu zählt auch die häusliche Quarantäne von Kontaktpersonen mit engem Kontakt zu Covid-19-Fällen.“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Richtlinien zur Ermittlung sogenannter enger Kontaktpersonen (bisher „Kontaktpersonen der Kategorie 1“) geändert. Die neuen Bestimmungen setzt Bayern mit der vergangene Woche in Kraft getretenen Allgemeinverfügung „Quarantäne von Kontaktpersonen und von Verdachtspersonen, Isolation von positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getesteten Personen“ (AV Isolation) um.

Enge Kontaktpersonen

Künftig wird nicht mehr in Kontaktpersonen der Kategorie 1 und Kategorie 2 unterschieden, sondern die Kategorie der „engen Kontaktpersonen bestätigter Fälle“ angewandt. Wie zuvor die Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen sich enge Kontaktpersonen unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und dürfen diese weder verlassen, noch Besuch von haushaltsfremden Personen empfangen.

Enge Kontaktpersonen sind Personen mit Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall, bei denen mindestens eine der folgenden Situationen und somit ein erhöhtes Infektionsrisiko bestand:

– Enger Kontakt (weniger als 1,5 m) länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = Infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).

– Gespräch (sogenannter „face-to-face-Kontakt“, weniger als 1,5 m und unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).

– Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für mehr als zehn Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt ein Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske getragen wurde.

Abschlusstest zur Beendigung der Quarantäne verpflichtend

Die Zeitdauer der Quarantäne wird grundsätzlich ab dem letzten Tag des Kontaktes zur infizierten Person berechnet und darf erst frühestens nach 14 Tagen bei Vorliegen eines negativen Testergebnisses (PCR-Test oder von geschultem Personal durchgeführter Antigenschnelltest) beendet werden.

Holetschek betont: „Enge Kontaktpersonen werden nun möglichst am ersten Tag der Quarantäne getestet. Dadurch kann die weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden.“ Bei einem positiven PCR-Test gilt die Person ab diesem Zeitpunkt ebenfalls als infiziert und das Gesundheitsamt ordnet eine 14-tägige Isolation an. Zwei weitere Tests während der Quarantäne sind empfohlen. Der Abschlusstest zur Beendigung der Quarantäne ist jedoch verpflichtend.

Quarantäne: Regelungen für Geimpfte und Genesene

Für bestimmte Personengruppen gelten Ausnahmeregelungen. Sie müssen keine Quarantäne antreten. Das sind:

- vollständig geimpfte Personen ab dem 15. Tag nach der abschließenden Impfung,

- Personen, die innerhalb der letzten sechs Monate eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht haben sowie

- Personen, deren Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 länger als sechs Monate zurückliegt und die eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben.

Der Minister unterstreicht: „Wir wollen für die Menschen immer dort Erleichterungen zulassen, wo es aus infektiologischer Sicht verantwortbar ist. Die Genesenen und Geimpften sind nach neuesten Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts und den Erfahrungen aus bisherigen Ausbruchsgeschehen kaum infektiös. „Das ist eine große Erleichterung, denn gerade eine Quarantäne kann für eine ganze Familie eine belastende Situation sein.“

Britische Variante B.1.1.7 in Bayern vorherrschend

Weiterhin in Quarantäne gehen müssen jedoch alle engen Kontaktpersonen einer Person, die mit einer sogenannten „besorgniserregenden Variante“ (VOC) infiziert ist. Das gilt nicht für die britische Variante B.1.1.7, da diese in Bayern mittlerweile die vorherrschende Variante ist. Entwickelt eine Kontaktperson, die von der Quarantäne befreit ist, Symptome, so muss sie unverzüglich das Gesundheitsamt informieren, sich in eine Selbstisolierung begeben und sich zeitnah testen lassen.

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