Aktuelle Infos zum Corona Virus im Oberallgäu

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Die Behörden informieren bei der Pressekonferenz am 5. März im Landratsamt in Sonthofen über die aktuelle Situation (von links): Leiter des Gesundheitsamt Oberallgäu Dr. Glocker, Landrat Anton Klotz, Leiter des Gesundheitsamtes im Unterallgäu Dr. Walters und Pressesprecher Landratsamt Oberallgäu Andreas Kaenders

Heute Vormittag wurde der erste Fall im Oberallgäu bekannt. Aus diesem Grund hielt das Landratsamt Oberallgäu heute am 5. März um 13.30 Uhr eine Pressekonferenz in Sonthofen über die neuesten Entwicklungen. Die Behörden betonen, dass es nicht den geringsten Grund zur Panik und auch keinen Anlass für Hamsterkäufe gibt. Das Gesundheitsamt sowie die örtlichen Behörden sehen sich für die aktuelle Entwicklung gewappnet und gut vorbereitet.

Oberallgäu – Wie bereits berichtet wurde heute Vormittag im Landkreis Oberallgäu ein erster Corona Virus Fall bestätigt. Es handelt sich um eine Frau, Mitte 50, die auf einer Veranstaltung in Bologna war. Da sie sich bereits kurz nach ihrer Rückkehr am 24. Februar krank fühlte, blieb sie sofort zu Hause und hatte nur Kontakt zu ihren engsten Familienmitglieder. Ihr Sohn sowie seine Freundin wurden bereits getestet, die Testergebnisse werden heute Nachmittag erwartet. Der Lebensgefährte der Frau lebt in Hamburg. Er wurde bereits als infiziert bestätigt und ist ebenfalls in Isolation.

Landrat Anton Klotz betonte zu Beginn der Pressekonferenz: "Es gibt nicht den geringsten Grund Panik zu verbreiten und auch keinen Anlass zu Hortungskäufen. Wir sind gewappnet für die aktuelle Entwicklung. Die Bevölkerung ist auch im Fall von weiteren Infektionen gut versorgt. Wir rufen die Bevölkerung auf uns zu vertrauen."

Der Leiter des Gesundheitsamt Oberallgäu Dr. Glocker bestätigt, dass es momentan keinen Anlass gibt, sich Sorgen zu machen. Die infizierte Patientin ist isoliert und gut versorgt. Da sie sich sofort nach ihrem Italien Aufenthalt in häusliche Isolation begab, konnten die wenigen Kontaktpersonen schnell ermittelt und getestet werden. Das Gesundheitsamt erwartet deshalb nicht, dass sich noch weitere unbekannte Personen bei der Frau angesteckt haben. Da sie auf ihrem Rückflug von Italien noch keine Symptome hatte, ist es laut Dr. Glocker unwahrscheinlich, dass sie Personen im Flugzeug angesteckt hat. Dr. Walters, Leiter des Gesundheitsamtes im Unterallgäu und Einsatzleiter im aktuellen Corona Fall, erklärt: "Wenn eine Person nicht symptomatisch ist, vermutet man derzeit auch keine Infektionsgefahr". Es ist also nach aktuellem Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass man sich bei jemandem anstecken kann, der keine Symptome hat.

Da im Ostallgäu und in Lindau bereits bestätigte Corona Virus Fälle aufgetreten sind, gab es laut Dr. Walters auch im Oberallgäu bereits mehrer Verdachtsfälle. Allerdings waren bisher alle weiteren Verdachtsfälle im Oberallgäu negativ. Dr. Ludwig Walters erklärt, dass sogar strenger kontrolliert wird als vom Robert Koch Institut vorgegeben, um sicher zu gehen keinen Verdachtsfall zu übersehen.

Gesundheitsamt hat einen Notfallplan

Falls es entgegen aller aktuellen Erwartungen zu weiteren Ausbrüchen im Oberallgäu kommen sollte, so sehen sich die Behörden sehr gut vorbereitet. Dr. Walters erläutert, dass im Fall von einem größeren Ausbruch, spezielle Räume eingerichtet werden, in denen Infizierte behandelt und isoliert werden können. Diese Räume werden jedoch nicht in den Notaufnahmen sein, um die Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser nicht zu gefährden. Bei einem großen Ausbruch werden spezielle Zentren eingerichtet, die sich ausschließlich um Corona Patienten kümmern würden. Es gibt bereits einen Fahrdienst, der bei Verdachtsfällen zu den Patienten nach Hause kommt und dort den Abstrich nimmt, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Dieses Szenario ist jedoch nur ein Notfallplan und laut den Behörden gibt die aktuelle Entwicklung keinen Grund zur Sorge, dass so ein Ausbruch zeitnah eintreten könnte.

Keine Angst vor Wahlkabinen

Bei der Hotline im Landratsamt Oberallgäu gingen seit Bekanntgabe der ersten Corona Fälle im Ostallgäu und Lindau täglich rund 200 Anrufe von Bürgerinnen und Bürger ein. Vereinzelt sorgen sich Bürgerinnen und Bürger vor einem möglichen Ansteckungsrisiko in den Wahllokalen. Dr. Walters betont jedoch, dass die gängigen Hygienemaßnahmen als Vorsorge vollkommen ausreichen. Gründliches Händewaschen und Querlüften sind die beste Maßnahme gegen eine Infektion. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann zudem seinen eigenen Kugelschreiber mitnehmen. Wahllokale wurden angewiesen nach Möglichkeit Hygienespender zur Verfügung zu stellen. Ansonsten gibt es auch noch bis zum 13. März die Möglichkeit der Briefwahl.

Was tun bei Husten und Fieber?

Da im Moment auch die für die Jahreszeit übliche Influenza Grippe im Umlauf ist, bedeuten Husten und Fieber nicht sofort, dass man sich mit Corona infiziert hat. Falls man derartige Symptome aufweist, aber weder Kontakt zu Infizierten hatte noch in einem Riskogebiet war, besteht kein Grund zur Sorge. In diesem Fall sollte man - wie generell für Grippe und grippale Infekte empfohlen - zu Hause bleiben und sich für einige Tage krank schreiben lassen. Wer jedoch Verdacht hat, sich mit dem dem Corona Virus angesteckt zu haben, sollte seinen Hausarzt/-ärtzin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117, die Hotline des Landratamtes 08321/612520 oder des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 09131/6808 510 anrufen und weitere Schritte abklären.

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