CSU-Neujahsempfang: Politik muss für faire Globalisierung arbeiten

Verantwortung zeigen

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Die Welt kann auch neun Milliarden Menschen ernähren – aber die Politik muss faire Rahmenbedingugen der Globalisierung gestalten, meint der Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller.

Fischen - „Zu vielen guten Gesprächen anregen“ wollte die Oberallgäuer CSU bei ihrem traditionellen Neujahrsempfang in Fischen. Auch im beginnenden „Super-Wahljahr“ verzichtete die CSU bewusst auf verbale Rundumschläge – und setzte auf Informationen.

Die Zukunft der Weltbevölkerung werde von jedem beeinflusst – durch das persönliche Verhalten, durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen, strich der Paralamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, der Allgäuer CSU-Bundestags abgegordnete Dr. Gerd Müller, heraus. 

Ein paar aktuelle politische Anmerkungen gab es dann doch. Der Oberallgäuer CSU-Vorsitzende, Joachim Konrad, lenkte den Blick auf „das politische Meisterstück“, das Landrat Gebhard Kaiser und Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer gelungen sei mit der Zusammenführung der Kliniken im Landkreis unter einem wirtschaftlichen und rechtlichen Dach. Den Abbau von Konkurrenz und die Förderung der Zusammenarbeit könne man nur begrüßen, so Konrad. 

Wenig Verständnis zeigte der CSU-Kreisvorsitzende für das Verhalten des ehemaligen Bundespräsidenten Wulf. Der nämlich erhalte nicht nur einen üppigen Ehrensold, sondern eine ganze Reihe weiterer Vergünstigungen und Zuwendungen, obwohl er das Amt nicht einmal eine volle Periode innehatte. „Das ärgert mich und viele Menschen in unserem Land. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die mit einer kleinen Rente auskommen müssen!“ 

„Wir können uns nicht abschotten“, brachte Dr. Gerd Müller die globalen Zusammenhänge auf den Punkt. „Wir alle sind eingebunden in diese eine Erde!“ Müller unterstrich diese weltweite Vernetzung und erinnerte daran: „Alles was wir tun oder unterlassen, hat globale Auswirkungen.“ Ziel jeder Politik müsse es daher sein, auf eine Lösung für die die drängendsten Probleme der Welt hinzuarbeiten. Und das seien Wasser, Ernährung, Energie, Bildung, Gleichberechtigung und Frieden. Unterernährung und Hunger, so Müller, wären lösbar. „Das ist eine Frage der Verantwortung und der Verteilung.“ 

Die laufende Globalisierung müsse „verantwortlich gestaltet“ werden, und zu einer ökologischen Marktwirtschaft führen. Jeder könne seinen Beitrag leisten, mahnt Dr. Gerd Müller an. Dabei sei nicht eine Verringerung des Wohlstands wesentlich, sondern intelligente Lösungen – zum Beispiel höhere Produktivität bei geringerem Ressourcenverbrauch. Der Verbraucher müsse die Standards, die er durchsetzen wolle, konsequent verlangen; auch bei den Produkten, die in Entwicklungsländern zu Billigstlöhnen hergestellt würden – oft unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und bei gigantischem Wasserverbrauch. 

Es könne nicht angehen, dass in Deutschland etwa pro Jahr und Bürger mehr als 80 Kilogramm Lebensmittel geworfen würden, kritisiert der Bundestagsabgeordnete. Auch hier gelte: „Nicht nur reden, auch handeln!“

Josef Gutsmiedl

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