Ein Dach für die Kliniken

Unter einem Dach sind jetzt die beiden Klinikgesellschaften der Stadt Kempten und des Landkreises Oberallgäu. Der Oberallgäuer Kreistag sprach sich einstimmig für die Gründung einer neuen Dachgesellschaft aus, die die Sanierung des finanziell angeschlagenen Klinikums Kempten-Oberallgäu ermöglichen soll. Geschäftsführer des neuen „Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu gemeinnützige GmbH“ wird Andreas Ruland, der seit langem Geschäftsführer der Kliniken Oberallgäu ist.

Der Oberallgäuer Landrat, Gebhard Kaiser, sieht sich mit diesem Schritt bestätigt: Schon vor fünf Jahren, als der Sanierungstarifvertrag für die Kliniken Oberallgäu beschlossen wurde, sei festgestellt worden, dass „an einer vertiefte Zusammenarbeit“ kein Weg vorbei führe. Eine Allgäu weite Zusammenarbeit der Kliniken sei schon damals als nahe liegend betrachtet worden. „Der Weg war richtig“, so Kaiser mit Blick auf die inzwischen „gesunden“ Kliniken Oberallgäu. Es sei gelungen, die Kliniken in öffentlicher Hand zu halten und zu sanieren. Jetzt werde zusammengeführt, was zusammen gehöre, meinte der Landrat. Die öffentliche Hand müsse sich auf dem Gesundheitsmarkt bewegten wie private Anbieter, gab Kaiser zu bedenken: „Vom Minus kann keiner leben!“ In nur acht Wochen war der Vertrag „in vielen intensiven Gesprächen“, so Kaiser von einer Arbeitsgruppe ausgehandelt worden. Wenngleich jetzt ein „neues Zeitalter des Miteinanders von Stadt und Land“ anbreche, wirtschaftlich werden die beiden Häuser getrennt betrachtet. Juristisch fällt der Startschuss nach dem Ja von Kreistag und Stadtrat Kempten für den Klinkverbund schon am 1. April. Ein gemeinsamer 24-köpfiger Aufsichtsrat in dem Landkreis und Stadt Kempten, sowie Fachleute und Klinikmitarbeiter vertreten sind, „überwacht“ dem Kurs der Gesellschaft. Das Amt des Ersten Vorsitzenden wechselt zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Kempten und dem Landrat. „Es wird keine einfache Zeit“, deutete der Landrat an, „weder für die die Gesellschaften noch für die Mitarbeiter.“ Man sei aber an einer Wendemarke angekommen, und auf dem Weg in eine gute Zukunft, hofft Kaiser. Bald werde es ein gemeinsames Herzzentrum geben als Schwerpunktklinik in der Region. Auf dem „guten Weg“ sieht auch Alfons Hörmann, Fraktionsvorsitzender des Kreistags-CSU die Kliniken im Oberallgäu. Hörmann sieht in der neuen Struktur einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer „Gesundheitsregion Allgäu“. Und Lothar Seidel (SPD) hofft, dass es somit gelingen könne, mehr Patienten in der Region zu halten, wenn die Spezialisierung und Angebotspalette ausgebaut werde. Ganz ähnlich sieht Kreisrat Heinz Möschel das gesteckte Ziel, das sich nach der Neuorganisation der Kliniken zeige: Ein kommunaler Verbund der Allgäuer Kliniken - ohne zehn Häuser zu fusionieren, aber mit jeweiliger Spezialisierung der Krankenhäuser. „Den Bürgern ist es letztendlich egal, was in den Verträgen steht“, so brachte Möschel das Ergebnis der achtwöchigen Beratungen über die neue Dachgesellschaft auf den Punkt. „Entscheidend ist die Frage: wie werde ich behandelt?“ Es gelte, die Klinikmitarbeiter so zu bilden, dass ein Klima entstünde, an dem der Patient erkenne, dass die Mitarbeiter gerne hier arbeiteten. „Das merken die Menschen.“

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