Daueraufgabe Europa

Zur Eröffnung ihrer Europawoche hatte die Europa-Union Oberallgäu nach Oberjoch eingeladen. Kreisvorsitzender Harald Voigt konnte dazu die beiden Allgäu-Schwäbischen Europaabgeordneten Barbara Lochbihler (Grüne) und Markus Ferber (CSU) begrüßen.

„Die Europawoche soll den Menschen die Bedeutung Europas vermitteln. Europa ist wichtig für uns alle“, erklärte Voigt das Anliegen. Alles was in Brüssel entschieden wird, habe Auswirkungen auf das Leben der Menschen im Oberallgäu und in den Gemeinden. Die Anwesenden – darunter Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Kreis- und Gemeinderäte – forderte er auf „gemeinsam weiter zu bauen an diesem europäischen Haus“. Einig waren sich Lochbihler und Ferber in dem Bekenntniss, Europa zu stärken und weiter zu entwickeln. Für die Grünen-Abgeordnete ist es „ein hartes Geschäft Interesse für Europa zu wecken“. Für ihre Partei forderte sie den Weg zu einem „einigen solidarischen Europa, einer „politischen Union“ und einer „besseren Koordination um Wettbewerbsnachteile auszugleichen“. Wichtig seien ein Sozialpakt, der Mindeststandards - etwa bei den Löhnen - formuliert und eine Harmonisierung der Wirtschafts-, Steuer- und Arbeitsmarkpolitik. Wie bisher könne es nicht weitergehen. Griechenland gehe einen harten Weg - der Fortbestand des Euro stehe auf dem Spiel. Hilfe bedeute für Lochbihler auch: „Griechenland und andere Staaten vor der Willkür internationaler Spekulanten zu schützen“. „Hysterische Töne“ seien hier wenig hilfreich. Von den Regierungen will sie eine „Finanzumsatzsteuer um der fiskalischen Exzessen Herr zu werden“. Ferber nannte das Oberallgäu „eine Vorzeigeregion, wenn es darum geht, grenzüberschreitend zu denken, zu arbeiten und Probleme zu lösen“. Als gutes Beispiel lobte er die Arbeit von „Euregio“. Den Euro sehe er nicht am Ende, ging der Vorsitzende der Europa-Union Bayern auf die aktuellen Finanzprobleme ein und riet „mit dem Thema etwas weniger ängstlich umzugehen“. Notwendig seien „gemeinschaftliche Maßnahmen in unser aller Interesse“. Es gelte nun Spielregeln für einen Stabilitäts- und Wachstumspakt zu entwickeln. Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin ging in seinem Grußwort auf das „Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ ein. Auch im Allgäu gebe es Menschen, die Unterstützung brauchen, mahnte er Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Integration an. Sorgen macht ihm der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Hier befürchtet er Nachteile bei der Pflege der Kulturlandschaft und damit für den Tourismus. Man möge die Gemeinden nicht mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand belasten, gab er den Abgeordneten mit auf den Weg. Die Europawoche im Oberallgäu endet am 9. Mai, dem eigentlichen Europatag. Am Freitag, 7. Mai, wird um 19 Uhr im Immenstädter Kino der Film „Das Leben der Anderen“ gezeigt mit anschließender Diskussion mit Thomas Lukow von der Hans Seidel Stiftung. Ebenfalls am 7. Mai findet eine italienische Wein- und Spezialitätenprobe im „Pane e Vino“ in Sonthofen statt (Anmeldung unter Telefon 0176/78748433). Einen „Bio-regional-fairen Markt“ mit verschiedenen Ausstellungen zu Hilfsprojekten gibt es am Samstag, 8. Mai, in der Markthalle in Sonthofen. Die Veranstaltung am Samstag mit Bischof Dr. Walter Mixa entfällt.

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