Über den Tellerrand hinaus

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Ein Geschenk und die Glückwünsche der Kolleginnen und Kollegen überreichte im Rahmen der Dekanatskonferenz in Oberjoch Prodekan Bernhard Maurus Mayer (links) Dekan Karl-Bert Matthias nachträglich zu dessen 60. Geburtstag.

Einen Einblick in das Tätigkeitsfeld der Alpenklinik Santa Maria in Oberjoch erhielten die Teilnehmer der Dekanatskonferenz des Dekanates Sonthofen während ihrer jüngsten Zusammenkunft.

Das Anliegen des Dekans Karl-Bert Matthias ist es, während dieser Konferenzen über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich über die Arbeit und die breitgefächerten Angebote des Bistums Augsburg zu informieren.

Bei ihrem Besuch in Oberjoch schilderte der Chefarzt der Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Augsburg, Prof. Dr. Josef Rosenecker, den Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeitern die Arbeitsschwerpunkte der Rehaklinik für Kinder und Jugendliche, die in diesem Jahr auf ihr 70-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

An der Stelle der ehemaligen Polizeiskischule entstand im Bad Hindelanger Ortsteil Oberjoch im Jahr 1949 ein Sanatorium für asthmakranke Kinder. Von der Höhenlage (1200 m) profitieren auch heute noch die chronisch kranken Kinder und Jugendlichen, die wegen Erkrankungen der Atemwege, der Haut, wegen Allergien und Unverträglichkeiten sowie psychosomatischer Störungen für vier oder sechs Wochen zur Rehabilitation hierherkommen.

Im Jahr 2018 behandelte die Klinik 1600 Patienten. „Davon waren 1000 Asthma- und Mukoviszidose-Patienten, 500 hatten Erkrankungen der Haut, rund 100 Jugendliche wurden wegen Übergewichts behandelt und außerdem kamen Säuglinge oder Kinder mit Fütterstörungen zu uns“, berichtete Rosenecker. Für Kinder mit „Fütterstörungen“, bei denen es sich häufig um Folgen von Sonden­ernährung im jungen Alter handle, bestehe mittlerweile eine zweijährige Wartezeit, da immer nur drei dieser Patienten gleichzeitig aufgenommen werden können, fuhr er fort. Die Einrichtung sei lediglich eine Rehaklinik und kein Akutkrankenhaus, betonte Rosenecker weiter. Insgesamt sorgten sich 130 Beschäftigte und neun Ärzte um das Wohlergehen der „Gäste auf Zeit“, so der Chefarzt.

Als Kinikseelsorger arbeitet Diakon Johannes Herges in der KJF-Einrichtung, die einen Verbund mit der Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg und der Klinik Hochried in Murnau bildet. Nach dem medizinischen Vortrag des Chefarztes versorgte der Seelsorger seine Kollegen im Dekanat Sonthofen mit weitergehenden Informationen über die Alpenklinik Santa Maria. So sei nach zahlreichen Um- und Anbauten Platz für 170 Patienten und gleich viele Betreuungspersonen geschaffen worden. Den gestiegenen Ansprüchen an die Unterbringung habe sich die Klinik angepasst und in vier Wohnbereichen moderne Doppel-Apartments für Eltern und Kinder eingerichtet. Darüber hinaus gebe es eine Wohngruppe ohne Begleitung und eine Unterbringung für acht Ganzjahrespatienten, so der Diakon. Das Haus verfügt über eine Kleinkindbetreuung, Kindergärten und die Sophie-Scholl-Schule. Die Eltern müssten mitunter auf den Ansatz des Hauses hingewiesen werden, denn sie verwechselten nicht selten den Reha-Aufenthalt ihrer Kinder mit Urlaub. Doch Reha bedeute Arbeit, Kur dagegen sei Erholung.

Sein Angebot als Klinikseelsorger umfasse vor allem ein ökumenisches Gesprächsangebot. Darüber hinaus begleite er den kirchlichen Profilprozess und biete seelsorgerische Begleitung an, religiös-spirituelle Begegnungen wie „biblische Geschichte zum Mitmachen“ oder meditative Wanderungen.

pdsf

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