Vorbilder im Oberallgäu

Bürgermeister Edgar Rölz (rechts) erläuterte der Delegation aus der Bukowina das erfolgreiche Tourismuskonzept der Hörnerdörfer.

Fischen – Europaweit einmalig, das ist die Regionalpartnerschaft zwischen dem Bezirk Schwaben und der Bukowina. Eine einmalige Verbundenheit und eine nun seit 20 Jahren bestehende enge Freundschaft mit der in der Ukraine und in Rumänien gelegenen, Kulturlandschaft.

Bukowinische Facharbeitsgruppen besuchten aus diesem Anlass verschiedene Stationen Schwabens. Fischen stand für das Thema Tourismus auf der Agenda. Bürgermeister Edgar Rölz konnte im Kurhaus Fiskina die Vertreter aus Suceava (Rumänien), Czernowitz (Ukraine) sowie Vizepresident Gérard Dujarrier vom Département Mayenne willkommen heißen; mit dem nordwestfranzösischen Mayenne unterhält Schwaben ebenfalls eine langjährige Regionalpartnerschaft.

Rölz stellte kurz die Kooperationsstruktur der Hörnergruppe vor und erläuterte die Doppelfunktion der Tourismusgemeinschaft als Gäste- und Gastgeberbetreuung. Nach einer Hausbesichtigung und einer Stippvisite im 4-Sterne-Superior Parkhotel Burgmühle in Fischen folgte die Theorie. Die war allerdings keineswegs grau, denn Rolf Eberhardt sprach vielmehr über bunte Vielfalt: Der Geschäftsführer des Naturparks Nagelfluhkette erläuterte die Eckpunkte eines naturnahen Tourismus und zeigte auf, wie das Credo „Nützen und schützen“ im Naturpark wirkungsvoll umgesetzt wird.

Im Anschluss führte Birgit Schrott, Geschäftsführerin der Tourismus Hörnerdörfer GmbH, durch die Entwicklung des heimischen Tourismus; von den ersten Gästeankünften im Oberallgäu, über „Sommerfrischler“ und Kuraufenthalte bis zu aktuellen Erlebnis- und Wellnessangeboten im Heilklima. Am Anfang einer jeden Tourismusentwicklung stünde eine umfassende Analyse der Nachfrage- und Gästestruktur, aus der sich strukturierte Ziele erarbeiten lassen. Die Konzentration auf die Vorzüge der Destination, eine enge Vernetzung aller Akteure sowie breitgefächerte Angebote seien wichtige Bausteine. Nicht zu unterschätzen sei zudem, seine touristische Infrastruktur laufend zu überprüfen, um einen dauerhaft hohen Qualitätsstandard zu halten. All das mache viel Arbeit, so Schrott und riet ihren Kolleginnen und Kollegen: „Manche Projekte erfordern einen langen Atem, aber es lohnt“. Die kürzlich vorgestellte Tourismusbilanz 2016 der Hörnerdörfer – mehr als 1,5 Millionen Übernachtungen, das heißt ein Plus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und nahezu ein Drittel mehr Gästeankünfte als noch vor zehn Jahren – belegen die erfolgreiche Tourismusentwicklung in Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein, Bolsterlang und Balderschwang eindrücklich.

Obwohl simultan in drei Sprachen gedolmetscht wurde, ergaben sich zwischen den Partnern angeregte Diskussionen. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der vielfältigen touristischen Infrastruktur in Fischen und den Hörnerdörfern. Delegationsmitglied Niculai Barba aus dem rumänischen Suceava erklärte hochzufrieden: „Die Hörnerdörfer sind ein sehr gutes Vorbild für die Bukowina. Wir haben jetzt viele schöne Ideen für unsere touristische Entwicklung im Gepäck.“

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