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Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine erwartet

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Landrätin Indra Baier-Müller und Bürgermeister Christian Wilhelm mit Helfern vor THW LKW
Landrätin Indra Baier-Müller und Bürgermeister Christian Wilhelm (Dritter und Vierte von links) mit Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen vor der Notunterkunft am Sonthofener Marktanger. © Gattinger

Seit dem späten Donnerstagnachmittag ist dem Landratsamt Oberallgäu bekannt, dass dem Landkreis voraussichtlich an diesem Wochenende bis zu 300 ukrainische Geflüchtete aus dem Augsburger Ankerzentrum zugewiesen werden.

Grund dafür ist die Tatsache, dass dem Ankerzentrum in Augsburg die Überfüllung droht. Daher müssen einige der dort bereits registrierten Flüchtlinge nun durch behördliche Zuweisung auf die Landkreise verteilt werden.

Der Landkreis Oberallgäu hat deshalb umgehend einen Krisenstab einberufen und steht in enger Abstimmung mit den Hilfsorganisationen vor Ort. 

Bei einem Pressetermin am vergangenen Freitagnachmittag vor der Notunterkunft am Sonthofener Marktanger dankte die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller den vor Ort tätigen Hilfsorganisationen für ihren schon Tage währenden unermüdlichen Einsatz. Anwesend waren Helfer des THW, des Roten Kreuzes, der Johanniter, des Malteser Hilfsdienstes und der Feuerwehr. 

Putins Krieg stelle alle Menschen in der Ukraine seit 16 Tagen vor ganz besondere Herausforderungen, erklärte die Landrätin. “Dafür übernehmen wir Verantwortung und haben unsere Versorgungsstrukturen nochmals aufgestockt.” Auch den Gemeinden des Landkreises sprach sie ihren Dank dafür aus, dass alle sofort bereit waren zu helfen und auch gleich Angebote gemacht hätten. Wörtlich sagte sie: “Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man von überall her Unterstützung hat.” Allein in Sonthofen und Rettenberg seien in kürzester Zeit 180 vorübergehende Schlafplätze geschaffen worden. 120 stünden demnach noch aus, aber man sei zuversichtlich, diese noch rechtzeitig bereitstellen zu können.

Die 300 Plätze dienten lediglich der Ankunftsunterbringung für ein bis zwei Nächte, so Baier-Müller weiter. Danach sollten die Geflüchteten an längerfristige Aufenthaltsorte vermittelt werden. Sowohl der Landkreis, als auch die Kommunen seien dabei, eigene Objekte zu Verfügung zu stellen und weitere längerfristig anzumieten.

Anschließend bedankte sich Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm in einer kurzen Ansprache ebenfalls bei allen Hilfsorganisationen für unermüdlichen Einsatz seit Tagen und Wochen. Die Lage in der Ukraine bezeichnete er als Katastrophe, der man nur gemeinsam beikommen könne. Besondere Anerkennung zollte Wilhelm auch den zahlreichen Privatinitiativen, die Wohnungen, Häuser und Ferienwohnungen zu Verfügung stellten. Sie handelten in Akten der Menschlichkeit und entlasteten darüber hinaus auch alle Erstanlaufstellen.

Auf Anfrage des Kreisbote, ob die Zahl der 300 zu erwartenden Geflüchteten als Obergrenze oder eher als Richtwert zu betrachten sei, erklärten die Landrätin und der Bürgermeister gemeinsam, die Zahl 300 beziehe sich auf die unmittelbare Zukunft. Für die nächsten Tage und Wochen erwarte man, dass in der Summe deutlich mehr Menschen die Notunterkünfte vorübergehend in Anspruch nehmen würden.

Das Landratsamt OA informiert:

Die Hilfsorganisationen bitten aktuell aus logistischen und organisatorischen Gründen vom Sammeln von Sachspenden abzusehen. Sollten sich vor Ort Bedarf ergeben, werde man offiziell darüber informieren. 

Akute Hilfe benötigt der Landkreis ab sofort von Menschen, die der ukrainischen oder russischen Sprache mächtig sind. Wer sich vorstellen kann, bei Ankunft der Geflüchteten zeitweise als Dolmetscher eingesetzt zu werden, kann sich bei Miriam Duran, der Landkreis-Beauftragten für Migration und Integration, unter miriam.duran@lra-oa.bayern.de melden. 

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