Der Allgäuer Skiwinter kann erst Mitte Januar beginnen

Vollbremsung für Bergbahnen

 Söllereckbahn bei Oberstdorf
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Die neue Söllereckbahn bei Oberstdorf ist startklar, bleibt aber wie alle Lifte und Seilbahnen in Bayern bis 11. Januar außer Betrieb.

Oberallgäu – Nichts geht mehr heuer mit Wintersport und Skifahren in den bayerischen Bergen. Die erneut verschärften Pandemie-Beschränkungen verhindern den Saisonstart in den Skiwinter 2020/2021. Voraussichtlich erst am 11. Januar kommenden Jahres können Lifte und Bergbahnen den Betrieb aufnehmen.

„Hauptsache, wir können überhaupt noch in Betrieb gehen“, meint Jörn Homburg, Marketing-Chef der Oberstdorf·Kleinwalsertal Bergbahnen. Das klassische Weihnachtsgeschäft sei mit den jüngsten Beschlüssen und Betriebsverboten zwar komplett weggebrochen, doch wenn es ab Mitte Januar noch einen „tollen Winter“ gebe, sei das allemal besser als nichts. Homburg schätzt den Umsatzverlust für das Unternehmen bis dahin auf etwa 20 Prozent.

Die weiteren Winterangebote rund um die Bergbahnen fallen ebenfalls flach: Da keine Lifte in Betrieb sind, gibt es auch keine Winterwanderwege oben auf den Bergen. Die Gastronomie hat weiterhin komplett geschlossen.

Ein vermeintliches Schlupfloch mit der österreichischen Exklave Kleinwalsertal wird es ebenso wenig geben. „Unsere Anlagen etwa am Ifen oder an der Kanzelwand gehen ebenfalls nicht in Betrieb“, sagt Homburg. Ein Ausflug zum Skifahren nach Österreich – wo die Bergbahnen in Betrieb gehen – ist in den kommenden Wochen ohnehin wenig verlockend, da die aktuellen Quarantäne-Anordnungen in Österreich und in Deutschland aus einem einzigen Skitag einen zweiwöchigen Urlaub machen würden.

Technisch wäre alles bei den Oberstdorfer Bergbahnen bereit gewesen für den Saisonstart vor den Weihnachtsferien. Und ausreichend Schnee gibt es auch. Schon frühzeitig hat das Unternehmen ein umfassendes wie flächendeckendes Hygienekonzept entwickelt für das Zweiländer-Skigebiet. „Das hätte alles funktioniert“, ist sich Homburg sicher. Sogar einen speziellen Ranger wollte man auf die Pisten im Skigebiet schicken, um Wintersportler und Mitarbeiter an die „Spielregeln“ bei allen Hygienemaßnahmen zu erinnern.

Etwas Positives kann Rainer Hartmann, Geschäftsführer der Bergbahnen Gunzesried-Ofterschwang, der schlechten Nachricht für die Bergbahnbetreiber abgewinnen: „Wir haben jetzt wenigstens etwas Planungssicherheit.“ Was dann Mitte Januar passiere, bleibe allerdings offen. Ein schlechtes Weihnachtsgeschäft habe es für die Bergbahnen im Allgäu immer mal gegeben. „Wenn es dann ab Mitte Januar noch gut läuft, dann ist es halt so.“

Sparkurs ist angesagt. Die meisten Mitarbeiter sind erst mal in Kurzarbeit; die Beschneiung wird weitergeführt, solange es geht, skizziert Hartmann die Situation des Unternehmens. Er rechnet mit einem Ansturm von zahlreichen Tourengehern und Schneeschuhwanderern im Skigebiet. Die Parkplätze bleiben geschlossen. Hartmann: „Nicht, dass wir etwa noch die Verkehrssicherungspflicht auf dem Platz übernehmen müssen.“

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