Der BUND Naturschutz bittet alle Gartenbesitzer auf Laubbläser zu verzichten

Auf der Suche nach Winterquartieren

Igel im Laub
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Igel sind jetzt auf der Suche nach einem Winterquartier. Der BUND Naturschutz bittet deshalb alle Gartenbesitzer, auf Laubsauger und Laubbläser zu verzichten und stattdessen lieber „wilde Ecken“ mit Laubhaufen im Garten einzurichten.

Oberallgäu – Gute Verstecke sind für den Igel überlebenswichtig. Sie finden Winterquartiere unter Holzterrassen, unter Sträuchern, Laub- und Holzhaufen oder Geräteschuppen. Der November ist für die Tiere jedoch ein Monat mit Tücken. Manche Igel befinden sich bereits im Winterschlaf. Weibchen und Jungtiere sind aber häufig noch auf der Suche nach Nahrung und einem Quartier für den Winter. Die Ordnungsliebe der Menschen erschwert die Suche nach guten Verstecken, denn in vielen Gärten wird derzeit Laub gefegt, Hecken geschnitten, der Rasen gemäht – und am schlimmsten: gelärmt und geblasen.

„Laubsauger zerstören Winterquartiere oder vertreiben die Igel durch ihren enormen Lärm“, informiert Carolin Köpping vom BUND Naturschutz Kempten-Oberallgäu (BN). Doch nicht nur Igel sind gefährdet. Die Geräte bedrohen vor allem zahlreiche Kleintiere wie Würmer und Insekten, die durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren. „Also gerade die energiereiche Nahrung, die der Igel als Allesfresser zum Überleben über den Winter braucht. Winterquartiere, die durch zu viel Gründlichkeit zerstört werden, bringen unsere Igel in große Bedrängnis. Die erneute Suche nach einem alternativen Schlafplatz, kostet die Tiere viel Energie und kann tödlich enden“, ergänzt BN-Geschäftsführerin Julia Wehnert.

Der BUND Naturschutz bittet deshalb alle Gartenbesitzer, auf Laubsauger und Laubbläser zu verzichten und stattdessen lieber wilde Ecken mit Laubhaufen im Garten einzurichten.

Igel-Ökotipp

Wer keine Möglichkeit für Laub- und Reisigecken im Garten hat, kann den Tieren ein fertiges Igelhaus anbieten und zufüttern. Gefressen werden gerne Rühreier, Katzenfutter, gekochtes Geflügel oder gebratenes Hackfleisch. Milch dagegen schadet den Tieren. Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte in keinem Garten fehlen. Achtung: Eine Fütterung ohne zusätzlichen Unterschlupf in der Nähe macht keinen Sinn. Futterstellen werden von Igeln gerne angenommen, finden die Tiere dagegen kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren ihre zuvor angefressene Energie. Die beste Lösung ist deshalb immer ein Naturgarten, in dem der Igel alleine zurechtkommt.

Igelhilfe - Was ist erlaubt?

Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein reicht nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen. Mehr Infos hierzu finden Sie auf www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel. Für Rückfragen steht Julia Wehnert vom BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu zur Verfügung. E-Mail: kempten-oberallgaeu@bund-naturschutz.de

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