Spiel mit der Natur

Der Naturkindergarten Immenstadt nimmt seinen Betrieb auf

Naturkindergarten Immenstadt
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Die ersten neun Kinder spielen, entdecken und toben bereits im Naturkindergarten Immenstadt

Immenstadt — Der städtische Naturkindergarten nahe des Auwald-Sportzentrums in Immenstadt freut sich über einen erfolgreichen Start.

Nachdem die Eröffnung des Waldkindergartens aufgrund von Uneinigkeiten über einen passenden Standort letztes Jahr verschoben werden musste, konnte nach den Kommunalwahlen im Mai 2020 schnell ein geeigneter Standort gefunden werden. Nun präsentierte die Stadt nicht ohne Stolz den neuen „Draußen“-Kindergarten in Immenstadt. Neun Kinder dürfen derzeit schon auf dem Gelände toben, spielen und entdecken. Ab Herbst beginnt dann der reguläre Betrieb mit 20 Kindern.

Natur statt Wald

Eigentlich hätte der städtische Naturkindergarten ein Waldkindergarten werden sollen. Weder der Auwald noch die Stadtalpe konnten als Standorte jedoch überzeugen und so musste die für 2020 geplante Eröffnung des Kindergartens verschoben werden. Der alte Stadtrat habe sich einfach nicht einigen können, berichtet Bügermeister Nico Sentner, der seit Mai 2020 im Amt ist.

Mit dem neuen Stadtrat und dem neuen Referatsleiter für Schulen, soziale Koordination und Kindertagesstätten, Michael Peters, habe man dann aber ganz schnell ein passendes Gelände gefunden. Das liegt zwar nun nicht in einem Wald, dafür aber zentral erreichbar neben Auwaldsee und Streuobstwiesen.

Kaiser-Sigwart-Stiftung beteiligte sich

Auf einem Grundstück der Stadt gleich beim Auwald Kindergarten, steht nun ein beheizbarer Bauwagen mit kleiner Küche, Tischen und Bänken, Kuschelecke und Toilette aus witterungsbeständigem Lärchenholz inmitten einer saftigen umzäunten Wiese mit altem Baumbestand.

Durch das Referat Forst wurde eine Sitzgarnitur aus heimischen Hölzern für den Außenplatz angefertigt. „Ein Sonnensegel wird noch geliefert“, so Sentner. Die Kosten für den Bauwagen beliefen sich auf rund 66 500 Euro, die Baukosten machten 50 000 Euro aus. Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser waren auf dem Grundstück schon vorhanden. Das Vorhaben erhielt außerdem eine Förderung der Kaiser-Sigwart-Stiftung von 30 000.

Geißen ziehen zu den Kindern

Der Landwirt, der die Flächen bisher pachtete, sei sehr kooperativ gewesen. Seine Geißen dürfen bald im abgezäunten Bereich auf dem Kindergartenareal grasen. „Fast wie ein Streichelzoo!“, freut sich Sentner.

Michael Peters (von links), Leiter des Referats für Schulen, soz. Kompetenz und Kindertagesstätten, Bürgermeister Nico Sentner und die pädagogische Leitung des Naturkindergartens, Sonja Zehfuß, freuen sich: „Jetzt kann das Ganze wachsen.“

Die pädagogische Leitung hat Sonja Zehfuß inne. Sie wird die Naturpädagogik konzipieren. Neben dem Spiel mit Naturmaterialien sei im Bauwagen auch klassisches Basteln möglich mit Scheren, Stiften und Papier, aber eben „nichts Vorgefertigtes“, so Zehfuß. Sprachentwicklung, Feinmotorik oder Sozialverhalten werden im Naturkindergarten genauso gefördert, wie in regulären Kitas. Auch hier starten die Kinder mit dem Morgenkreis. Nur wo die einen Bauklötze stapeln, türmen die anderen eben Kieselsteinchen auf. Ausflüge und Feste werden zusammen mit dem „Mutterschiff“ Kindergarten Am Auwald stattfinden.

Weitere Kindergärten geplant

Bisher haben häufig gemeinnützige Vereine Naturkindergärten gegründet. Der Biberhof in Sonthofen entstand in Kooperation von Johannitern und Stadt, der „Draußen“-Kindergarten in Bad Hindelang auf Elterninitiative, genauso wie der Waldkindergarten in Oberstdorf. Auch die Waldkindergärten um Kempten gehören privaten Trägern. So ist es nicht verwunderlich, dass auf den städtischen Naturkindergarten sofort großer Andrang bestand. „Die Plätze waren ratzfatz weg“, berichtet Bügermeister Nico Sentner.

Damit hat die Stadt das Betreuungsangebot um 20 neue Plätze ausgebaut. Die Bedarfsanalyse folgt dem Hildesheimer Modell. „Aktuell fehlen circa 25 Plätze. Für diesen Bedarf werden wir ab Herbst mit dem Übergangskindergarten am ehemaligen Tennisheim Grün-Weiß eine weitere Betreuungsmöglichkeit anbieten“, erläutert der Bürgermeister, „Ende 2023 sind wir durch den Neubau in Stein mit drei zusätzlichen Kindergartengruppen und drei neuen Krippengruppen in der Lage, ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot anzubieten.“

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