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Der St.-Michael-Chor Sonthofen feiert sein 300-jähriges Bestehen

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St. Michael Chor Sonthofen 1928
Der Chor im Jahre 1928 vor dem Entschenburger Hof. © Fotohaus Heimhuber.

Sonthofen – Aus Anlass des 300-jährigen Bestehens zeigt das Pfarrheim die Ausstellung „300 Jahre St. Michael Chor Sonthofen – Musica sacra an St. Michael einst und jetzt“.

Die Nachforschungen im Pfarrarchiv in den Jahren 2011/12 für eine mindestens 100-jährige durchgängige Pflege des Chorgesangs zur Erlangung der höchsten Auszeichnungen für Chöre, der Palestrina-Medaille vom Allgemeinen Cäcilienverband Deutschland und der Zelter-Plakette vom Deutschen Chorverband brachten zum Vorschein, dass die Anfänge des St. Michael Chores zurückgehen bis in das Jahr 1722. Der Chor feiert 2022 also seinen 300. Geburtstag!

Zum Auftakt der 300-Jahr-Feierlichkeiten in diesem Jahr erklang am 2. April das Passionsoratorium „Die 7 letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn. Am Sonntag, 25. September um 10 Uhr führt der St. Michael Chor zusammen mit der Orchestervereinigung Oberallgäu die Krönungsmesse von W.A. Mozart zum Jubiläums- und Patroziniums-Gottesdienst auf.

Ausstellung im Pfarrheim

Die anschließende Ausstellungseröffnung im Pfarrheim von St. Michael „300 Jahre St. Michael Chor Sonthofen – Musica sacra an St. Michael einst und jetzt“ zeigt die Arbeit der Kirchenmusiker und des Kirchenchores in den vergangenen 300 Jahren anhand von alten Dokumenten, Bildern, Noten und Instrumenten auf. Die interessante Ausstellung ist geöffnet vom 25. September bis 2. Oktober jeweils von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es wohl keinen Stand, den man so gering schätzte wie den Lehrerstand. Keiner hatte infolgedessen auch mit solchen Nahrungssorgen zu kämpfen wie gerade dieser. So wurde in den meisten Pfarreien der Schuldienst mit dem Mesnerdienst verbunden, der mehr eintrug als das Schulhalten.

Schulmeister muss singen können

In Sonthofen dagegen war der Schulmeisterdienst mit dem des Organisten auf dem Kirchenchor verbunden. Er musste daher singen können, oft allein im Wechselgesang mit dem Pfarrer am Altar oder als Chorleiter. Besonderen Wert legte man darauf, dass er im Orgelschlagen ausgebildet war. Man konnte also in Sonthofen nur einen musikalischen Schulmeister haben. Die Bewerber um die Schulstelle heben denn auch in ihren Gesuchen stets ihre Befähigung auf dem Gebiete der Musik hervor.

Auf der Altarrückwand der Kapelle im Ortsteil Margarethen ist die Auflistung der Schulmeister und Organisten zu sehen, beginnend ab 1722 mit der Musikerdynastie Martinides.

Die sakrale Musik in St. Michael in den vergangenen 120 Jahren prägten vor allem die Kirchenmusiker Leonard Kappelmayer, Otto Gogl, Richard Waldmüller und Heinrich Liebherr. Gerade aus dieser Zeit sind viele ansprechende Dokumente und Bilder vorhanden.

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