Diamanten im Wald

Holz hat Zukunft. Der Preis für Rund- und Schnittholz ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Fotos: Josef Gutsmiedl

Wieder im Aufwind sieht sich die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu FGB. Mit einem Anziehen der Schnitt- und Rundholzpreise hat sich offenbar auch die wirtschaftliche Situation der Waldbesitzer gebessert, so der Schluss, den Johann Jordan, der Erste Vorsitzender der FBG Oberallgäu, auf der Mitgliederversammlung in Immenstadt zog.

Die Holz- und Forstbranche brauche sich nicht zuverstecken, sondern könne viel mehr „mit den Pfunden wuchern“, meint Jordan mit Blick auf den Boom bei nachwachsenden Rohstoffen. Hier habe die FBG reagiert und ihre Lagerkapazität ausgeweitet. Gerade im „Jahr des Waldes“, das heuer gewürdigt werde, so stellt Johan Jordan fest, sei Selbstbewusstsein der Waldbesitzer und der Holzbranche angebracht. Mit 170 Milliarden Euro Umsatz im Jahr sei die Holzwirtschaft in ihren vielen Ausprägungen eine ernstzunhemende Größe und gerade im ländlichen Raum die treibende Wirtschaftskraft. Das allerdings gelte es in der Gesellschaft zu verankern. Aufgabe der Forstbetriebsgemeinschaften sei es, „den Roh-diamant Wald“ zu schleifen und der höchsten Wertschöpfung zu erschließen. Jordan: „Bei uns ist der Wald in besten Händen!“ Insgesamt konnte die FBG im Vorjahr 73000 Festmeter Holz vermarkten. Während das Exportgeschäft nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise rückläufig sei, wie Geschäftsführer Roman Prestele erklärt, laufe der Binnenmarkt gut. Nur 15 Prozent setzt die FBG über Exportgeschäfte ab. Das Gros geht an regionale Sägewerksbetriebe, rund 20 Prozent an Großsägen. Nach dem „Durchhänger“ wegen des schlechten Preisniveaus im Jahr 2009, so erläutert Prestele weiter, sei man „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Das komme auch den Waldbesitzern und den Mitgliedern zugute. „Je besser das Marktgewicht, umso besser die Konditionen“, folgert der Geschäftsführer. Sein Geschäftsführer-Kollege Tobias Schäfer verweist auf den anziehenden Holzpreis, der sich mit mehr als 90 Euro pro Festmeter gut erholt habe. „So ein Jahr nehmen wir gerne wieder“, bringt Prestele seinen Geschäftsbericht auf den Punkt. Auch auf dem Sektor Energieholz sieht sich die FBG Oberallgäu gut aufgestellt. „Früher wurden wir wegen der Hackschnitzelproduktion verlacht“, erinnert sich Roman Prestele, „heute ist das ein guter Markt.“ So lieferte die FBG mehr als 16000 Schüttraummeter Hackschnitzel an regionale Heizkraftwerke. Wer heute seine „Sparkasse Wald“ richtig nutzt und einsetzt, fährt offenbar nicht schlecht. Zu diesem Schluss kommt Ulrich Conhoff von der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd. In seinem Streifzug zum Thema „Sachwertanlagen in Zeiten der Finanzkrise“ stellt er fest: „Sachanlagen bilden einen Schutz vor Inflation.“ Als Quelle von nachwachsenden Rohstoffen sei Waldbesitz und „grünes Wachstum“ als Trumpfkarte zu betrachten. Generell sollte man nur in Dinge investieren, die man versteht, gibt Conhoff den Waldbesitzern mit auf den Weg. Diesen Ball fängt Johann Jordan auf: man müsse - wie die FBG - den Wald pfleglich behandeln, nützen und schützen. Eine Verknappung des Rohstoffes Holz sei abseh-bar“,deutet Dr. Ulrich Sauter vom Landwirtschaftsamt Kempten an, und sprach sich für eine „nachhaltige Forstwirtschaft im Einklang mit der Natur“ aus. Und wer könne die erforderliche Bewirtschaftung übernehmen, wenn nicht der Waldbesitzer. Nicht nachlassen dürfe man bei der Wald-Wild-Problematik, betont Sauter mit Blick auf die zum Teil noch sehr schwierige Naturverjüngung.

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Dorffest in Burgberg
Dorffest in Burgberg
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen

Kommentare