Straffes Sanierungsprogramm

Alpenverein will seine beiden großen Hütten modernisieren

In schroffer Umgebung: das Prinz-Luitpold-Haus
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In schroffer Umgebung: das Prinz-Luitpold-Haus.

Oberallgäu – Weniger Betten in den Hütten: Die DAV-Sektion Allgäu-Immenstadt legte der jüngsten MItgliederversammlung in Fischen seine Pläne für die Sanierung vom Edmund-Probst-Haus sowie des Prinz-Luitpold-Hauses vor. Jeweils knapp zwei Millionen Euro sind für die umfangreichen Modernisierungen der großen Hütten eingeplant.

Mit den Verbesserungen an den Hütten geht auch eine Verkleinerung der bisherigen Übernachtungskapazität einher – ganz im Sinne des nachhaltigen Tourismus. Aus bisher bis zu 260 Übernachtungsgelegenheiten werden im Prinz-Luitpold-Haus im Hintersteiner Tals künftig 160 Schlafplätze. Mit der Reduzierung endet auch ein besonderes Kuriosum: So wird jeder Übernachtungsgast auch einen „garantierten“ Sitzplatz in der Gaststube bekommen, was bisher an vielen Abenden nicht der Fall war.

Das Prinz-Luitpold-Haus wird „aufgemöbelt“: Bessere Ausstattung , aber weniger Übernachtungsplätze.

Zwei Baustellen

Vor allem geht es bei den Baumaßnahmen um die Brandschutzauflagen, eine neue Küche, Theke, Lüftungs- und Kühlungsanlage sowie die Schaffung einer zeitgemäßeren Wohnsituation für die Wirtsfamilie und das Hüttenpersonal. So wird im ehemaligen Terrassenlager ein kleiner Personaltrakt eingerichtet, und die Wirtsfamilie darf sich erstmals über eine eigene Sanitäreinheit in der Wohnung freuen.

Begleitend wird das Energiekonzept der autarken Hütte mit eigener Strom- und Wasserversorgung optimiert. Für die Schlafplätze ist eine „sanfte Steigerung der Qualität“ geplant. Dabei geht es um breitere Matratzenflächen, mehr Ablagefläche und kleinere Zimmer, „ohne aber den Charakter einer alpinen Schutzhütte und die günstigen Übernachtungsmöglichkeiten zu verlieren!“, wie Geschäftsführer Fracaro bekräftigte. Der Beginn der von den Mitgliedern beschlossenen Arbeiten ist für August 2021 geplant, der Abschluss soll schon im Sommer 2022 sein. Die Kostenschätzung liegt derzeit bei 1,85 Millionen Euro.

Ähnlich ist die Situation im Edmund-Probst-Haus unterhalb des Nebelhorns. Noch im vergangenen Herbst hatte die Sektion einen Großumbau mit einem Volumen von 8 Millionen Euro für den Ganzjahresbetrieb projektiert, doch „nach Corona“ hat nun ein Umdenken stattgefunden und die OPläne wurden abgespeckt. Aufgrund der vorgezogenen Schließung der Nebelhornbahn im vergangenen Frühjahr ergab sich bereits ein sehr straffer Zeitplan für die geplanten Baumaßnahmen. Zudem fand sich für das laufende Jahr kein Ausführender für die Baumeistertätigkeiten. Hinzu kam die Pandemie – und die Erkenntnis, dass vor allem der Winterbetrieb für die Notwendigkeit der Großsanierung verantwortlich ist. Reduziere man die Betriebszeit des Übernachtungsangebots auf die Sommermonate, so ergebe sich die Möglichkeit einer deutlich kleineren Sanierungsmaßnahme, die Fracaro im Detail erläuterte.

Auch im Edmund-Probst-Haus wird es künftig weniger Betten geben. Etwa zehn Prozent der Schlafplätze fallen wegen einer Verbesserung der Personalzimmer, der Wirtswohnung sowie der Gästelager weg.

Sämtliche Sanitärräume sollen umgebaut und auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden. Weitere Änderungen verbessern die Küchensituation, den Eingangsbereich und den Brandschutz ,sowie das Energiekonzept. Unter anderem wird das Blockheizkraftwerk saniert und künftig kein Gas mehr verbrannt.

Höhere Mitgliedsbeiträge

Außen wird vor allem eine größere Terrasse inklusive Windschutz zu sehen sein. Die Arbeiten beginnen sofort nach Erhalt des Baubescheids und sollen weitgehend schon im Juni 2021 abgeschlossen sein – rechtzeitig zum Start der Sommersaison. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 1,8 Millionen Euro und wurde mit einhelligem Votum der Mitglieder beschlossen.

Vorsitzender Geert-Dieter Gerrens erläuterte die Hintergründe zur notwendig gewordenen Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Verbandsseitig sind künftig 4 Euro zusätzlich für einen Digitalisierungsbeitrag und einen Klimaschutzbeitrag abzuführen. Da zudem die Einnahmen aus dem Betrieb der Hütten massiv eingebrochen sind und um den steigenden Kosten Rechnung zu tragen, werden die Beiträge erhöht, zum Beispiel von 51 auf 60 Euro für erwachsene Einzelmitglieder. Der Familienbeitrag liegt künftig bei 90 statt 76,50 Euro.

Turnusgemäß wurden einige Ämter neu gewählt: Vorsitzender ist weiter Geert-Dieter Gerrens – er steht der Sektion bereits seit 30 Jahren vor. Zum neuen Naturschutzbeauftragten wurde Wolfang Lerner bestellt; Jugendreferent ist Chris Malina. Alle weiteren Vorstandsmitglieder bleiben turnusgemäß weiter im Amt.

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