"Die Guten kommen gestärkt aus der Krise"

Anders als viele Jahre gewohnt präsentierte sich die CSU beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes Oberallgäu: Nicht nur, dass es einen Ortswechsel von Immenstadt nach Fischen gab, die Oberallgäuer CSU-Spitze um den Kreisvorsitzenden Joachim Konrad verabschiedete sich von der politischen Nabelschau und Rundumschlägen. Statt Prügel für die Opposition im Landtag servierten „die Schwarzen“ Betrachtungen zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise - und Lösungsansätze in einem Vortrag von Creaton-Vorstandsvorsitzendem und Oberallgäuer CSU-Kreisrat Alfons Hörmann. „Mit Grundtugenden und Optimismus aus der Krise“, so die Empfehlung des Wirtschaftsfachmanns.

„Eine klare Antwort gibt es nicht - schon gar nicht in 30 Minuten“, begann Creaton-Vorstandsvorsitzende und DSV-Präsident Alfons Hörmann seine Betrachtungen zum Thema „Finanz- und Wirtschaftskrise - was folgt danach?“. Nach der „Turbo-Phase“ gehe ein bewegtes Börsenjahrzehnt mit einer Krise zu Ende, das in einem Bankendesaster gipfelte, so Hörmann und spricht von einer „Rückkehr der Gier“. Allerdings sei es der Politik mit einer „mustergültigen Konstruktion von Rettungsschirmen“ gelungen, das Schlimmste zu verhindern. „Sonst müssten wir jetzt ein völlig anders Zahlenwerk betrachten“, rechtfertigt Hörmann die Maßnahmen. Aber, so Hörmann weiter, jetzt müsse die Politik die Grenzen der Maßnahmen erkennen: „Ich wage zu bezweifeln, dass Politiker die besseren Banker sind.“ Er zweifle zudem daran, dass jedes große Unternehmen - hier Opel - zwangsläufig vom Staat gerettet werden müsse: Untaugliches verschwinde vom Markt, beschreibt er die Konsequenz. Hörmann brach eine Lanze für die regionalen Banken, die sich dem Krisenstrudel weitgehend entziehen konnten. „Jetzt wird die Wirtschafts-Weltordnung neu sortiert“, beschreibt Alfons Hörmann den Stand der Entwicklung. In zehn Jahren stünden die „neuen Mitspieler“ wie Brasilien,Russland, Indien und China mit an der Spitze. Bereits jetzt zeichnen sich Hörmann zufolge neue Chancen - auch für das Exportland Deutschland - ab: Technologie rund um die erneuerbaren Energien komme vor allem aus Deutschland. Dennoch sieht Hörmann das Land „vor sehr schwierigen Jahren“. Nicht zuletzt, weil die Kommunen „in Schulden versinken“ und kaum noch Spielräume für wichtige Investitionen in die Infrastruktur hätten. „Wir wissen, dass es die Rezession gibt; aber wir beschließen, uns nicht daran zu beteiligen“, meinte Alfons Hörmann in seinem Ausblick auf Lösungen. Patentrezepte gebe es nicht. Aber wie die aktuelle Situation im Allgäu beweise, können lokale Investitionen Solidarität vor Ort schaffen. „Vertrauen ist der Anfang von allem!“ Die Bankenkrise sei letztlich eine Vertrauenskrise, folgert Hörmann. „Die Tugenden des Lebens - von Aufrichtigkeit bis Zuverlässigkeit - werden an Bedeutung gewinnen“, ist er sicher. Das sympathische Lächeln sei der Ellbogen-Mentalität überlegen. Hörmann: „Die Krise wird uns noch länger beschäftigen, als uns lieb ist. Aber die Guten gehen gestärkt aus der Krise hervor.“ Man müsse auch den Mut haben, die Schlechten zu opfern.

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare